Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Alle reden vom Klima

Was haben Ölmarkt und Klima gemeinsam? Beide leiden unter einem Überangebot. Während der Begriff Leiden im Ölmarkt trotz der Unausgewogenheit von Angebot und Nachfrage fehl am Platz ist, trifft der Begriff beim Klima als Folge zu hoher CO2-Belastung definitiv zu. Im Ölmarkt haben die Beteiligten derzeit wenig Grund zu klagen. Die Verkäufer bekommen mehr Geld als sie aufgrund der Marktrelation erwarten können. Die Käufer bezahlen dennoch deutlich niedrigere Preise als im letzten Jahr. Und sie werden mittelfristig nicht mehr Geld bezahlen müssen, da die Verkäufer zu undisziplinierter Produktion neigen und dadurch die Preise unter Druck setzen. Anders sieht es beim Klima aus. Darüber kann das Gros der Menschheit klagen. Und es wird das Klagen in den nächsten Jahren steigern, da unliebsame bis fürchterliche Veränderungen der Lebensbedingungen zu erwarten sind.

Was unterscheidet Ölmarkt und Klima? Die Berichterstattung. Der Ölmarkt ist eine Randerscheinung. Das Klima ist das Megathema des Augenblicks. Es ist ganz großes Theater. Am Klima wird sich nach der Idee der medialen Dramaturgie Sein oder Nichtsein der Menschheit entscheiden. Das Klima ist nicht einfach Klima, es ist Mitmachtheater. Die Inszenierung wird mit dem Ausruf „Heute sind wir alle Klima“ ihren Höhepunkt finden.

Auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt sollten wir zähneknirschend akzeptieren, dass wir unser Klima mit unserer Lebensweise für Menschen lebensunwürdig verändern. Wir müssen das allerdings nicht akzeptieren. Wir können das ändern, indem wir unsere Lebensweise ändern. Wir können die zum Allgemeinwissen avancierte Erkenntnis, dass der anthropogene (von Menschen verursachte) Klimawandel zur Erderwärmung beiträgt, auch anzweifeln, so wie es eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern tut, die gegen die allgemeine Lehrmeinung schwimmt. Die Argumente dieser Gruppe sind dem Vernehmen nach schwach bis schlecht. Gleichwohl sollte man in Betracht ziehen, dass sie recht haben könnte. Dass der Mainstream der Erkenntnis nicht korrekt sein muss, hat sich in der Geschichte der Menschheit mehrfach gezeigt, man denke nur an die Lehre von der Erde als Scheibe oder der Unendlichkeit der Geschwindigkeit.

Sollten die abtrünnigen Wissenschaftler recht haben, wäre das kein Argument gegen einen Wandel der Verhältnisse. Anders als die mediale Inszenierung das vorgibt, ist der Klimawandel keineswegs der Schlüssel zu Sein oder Nichtsein. Die Menschheit hat mindestens drei Hauptprobleme, die an ihrer Selbstverständlichkeit und schlimmstenfalls an ihrem Bestand rütteln. Die Endlichkeit der Ressourcen, aus denen der uns bekannte Wohlstand gespeist wird, die Belastung der Umwelt, die aus Ressourcenverbrauch erwächst, dabei ist der Klimawandel ein Aspekt, und die immer schneller und immer gefährlicher aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Irgendwann droht der arme Teil der Menschheit den reichen Teil durch seine quantitative Masse zu erdrücken. Dagegen wird keine Grenze, kein Militär und kein Antiterrorgesetz standhalten können. Und ein weiteres Argument spricht trotz angebrachter Zweifel an der Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen zur Erdwärmung für einen Wandel unserer Lebensart. Es ist die Vorsorgeverpflichtung. Der bloße Verdacht, dass wir die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zerstören könnten, muss ausreichen, das Tun, das dazu führen könnte, zu beenden.

In der nächsten Woche wird die Klimainszenierung das höchste politische Personal ins Rampenlicht stellen. Die Erwartung ist groß, dass die sogenannten Entscheider bahnbrechende Impulse setzen werden. Sie werden auf alle Fälle glänzende Auftritte haben. Aber was sollen die Völker von Führungspersonal erwarten, das Abwrackprämie und Wachstumsbeschleunigungsgesetz für probate Mittel einer zukunftsgerichteten Politik hält. Da wird unsinniger und undifferenzierter Stoffverbrauch befördert, obwohl längst bekannt ist, dass Wachstum unter anderem an den Grenzen der stofflichen Vorräte scheitern muss. Der Blick hinter die Kulissen unserer bundesdeutschen Selbstdarstellung als Klimaschutzweltmeister zeichnet ein anderes Bild, als uns die politischen Würdenträger vorgaukeln. Unser nachhaltiges Emissionsniveau ist höher als das der EU und sogar das Chinas. Wir haben in der Tat vieles für die Senkung des CO2-Ausstoßes getan aber bei weitem nicht genug. Wir haben in Deutschland in der Tat eine bemerkenswerte Energieeffizienz insbesondere in der Industrie erreicht. Aber es klaffen gewaltige Lücken im privaten Sektor. Wenn man den Bemessungskreis für Effizienz über die reine Energiebetrachtung erweitert, sieht es sogar miserabel für uns Deutsche aus. Jeder von uns verbraucht rund zweimal soviel Stoff im Sinn von Rohstoffen, Boden, Wasser und Luft wie ein Japaner. Hinsichtlich des Umbaus unserer Wirtschaft von einer stoffstromintensiven zu einer stoffstromeffizienten sind wir ganz am Anfang. Das Beschämendste an der Thematik ist, dass Japan seine Grundlagen zu einer weniger ressourcenintensiven Wirtschaft aus deutscher Feder hat. Ideen der Fachleute vom Wuppertal Institut für Klima Umwelt Energie fanden Einlass in japanische Wirtschaftspolitik. Zu Ehrenrettung unserer fehlgeleiteten politischen Klasse muss allerdings angemerkt werden, dass Japan bei Klimaschutzverhandlungen auch keine bessere Figur abgibt als andere OECD-Staaten.

Zurück zur kleinen Bühne des Öls. Heute Morgen sieht die Lage beim Preisgeschehen nicht anders aus als in den letzten Tagen. Es geht langsam abwärts. Die Tonne Gasöl kostet 610 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 73,97 Dollar. In London kostet es 76,74 Dollar. Der US-Dollar wird zu 67,49 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise dümpeln seitwärts. Der Ölpreisrückgang der letzten Tage drang nicht bis auf den heimischen Markt durch, weil der Dollar einen kräftigen Anstieg verzeichnete. Sobald der beendet ist, dürfte sich der moderate Abgang der Heizölpreise fortsetzen. Wir rechnen damit, dass die Preise in den kommenden Wochen ein wenig günstiger sein werden. Auf einen großen Gewinn sollten Verbraucher durch das Aussitzen für bessere Preise aber nicht setzen. Preislich werden nun kleine Brötchen gebacken. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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