Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Guter Jahresauftakt

Internationaler Markt

Die Serie positiver Konjunkturdaten für die USA riss gestern nicht ab, die bullische Laune an den Börsen schon. Die Finanzszene beginnt das neue Jahr in Katerstimmung. Die Einbrüche der Ölnotierungen und einiger Aktienindizes waren fulminant. Der Dollar stieg. Das sieht nach einer soliden Gegenreaktion zur jüngsten Kursentwicklung aus. Sie fügt sich problemlos in das übergeordnete Trendgeschehen ein, Öl seitwärts, Dollar abwärts. Harte Fakten, mit denen die merkwürdige Bewegung zu erklären wäre, gibt es nicht. Aus dem Ölmarkt ist allenfalls der fortschreitende Versuch, die libysche Ölproduktion wieder flott zu machen, erwähnenswert. Noch hat sie allerdings keine Auswirkung auf die Lieferfähigkeit des Landes. Frohlocken sollte man erst, wenn ein paar ölgefüllte Tanker Richtung Europa unterwegs sind.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise setzen den zum Jahreswechsel begonnenen Abgang fort. Gestern wurde er von den Ölnotierungen getrieben. Der steigende Dollar konnte ihn nicht verhindern. Damit bleibt Heizöl deutlich billiger als in den beiden Vorjahren. Dieser Umstand ist seit fast drei Monaten etabliert. Günstiger als ein Jahr zuvor war Heizöl während des ganzen Jahres 2013.

In den Medien erschien in den letzten Wochen eine Serie von Artikeln, in denen die Teuerung der fossil erzeugten Wärme, insbesondere durch Heizöl, beklagt wird. Sie ignoriert die positive Preisentwicklung des letzten Jahres und die freundlichen Aussichten für die nähere Zukunft vollständig. Im Kern bezieht sie sich auf Effekte der seit über zwei Jahren beendeten Periode steigender Ölpreise aufgrund von Knappheitssorgen, die mit dem Begriff Peak Oil geprägt waren. Peak Oil ist in absehbarer Zukunft kein Thema mehr. Davon geht selbst der Autor der den Artikeln zugrunde liegenden Studie, Steffen Bukold, aus.

In den Artikeln werden Wetter- und Ölpreiseinflüsse unzureichend unterschieden. Darüber hinaus wird der Eindruck erweckt, das adressierte Problem, zu teure Energie für große Teile der Bevölkerung, durch regenerative Beiträge lösen zu können. Darin kommen die Bestrebungen der Grünen als Auftraggeber der Studie zum Ausdruck, den Ausbau der solaren Energiegewinnung ungebremst voranzutreiben. Die Tatsache, dass solarthermische Anlagen im deutschen Winter keinen nennenswerten Wärmebeitrag liefern können, weil der benötigte Energieträger Sonne kaum vorhanden ist, hebt das erhoffte Einsparpotenzial erkennbar auf. Die Folgen der unzureichend geplanten solaren Stromerzeugung führen seit Jahren zu den stärksten Preissteigerungseffekten eines einzelnen Energieträgers. Die Idee, durch den Wechsel des Energieträgers Kostensteigerungen vermeiden zu können, scheitert an der Realität. Nicht der Energieträger, sondern die beanspruchte Energiemenge ist die Ursache des Problems.

Der adäquate Ansatz, mit dieser Erkenntnis umzugehen, ist die energetische Sanierung der Gebäude mit dem Ziel, weniger Energie zu verbrauchen. Darauf heben Studie und Artikel auch ab. Sie lassen allerdings ein Kernproblem moderner Gesellschaften außer Acht. Einkommensverteilung und Finanzvermögen schließen rund die Hälfte der Bevölkerung von der Teilhabe an einer Energiewende aus. Die Klage über nicht mehr leistbare Wärmeenergie muss, wenn sie ernst gemeint ist, in der Klage über eine im Wesentlichen vom Kapitalmarkt getriebene Energiewende hierzulande münden, weil diese den ärmeren Teil der Bevölkerung mindestens so stark benachteiligt wie steigende Kosten für fossile Energien. Das angerissene Problem ist keineswegs monokausal. Es enthält Einflüsse der überkommenen Wachstumsdoktrin und dem damit verbundenem Ressourcenverbrauch, einer Entkopplung von Finanz- und Realwirtschaft sowie der unzureichenden Pflege der Verteilungsgerechtigkeit. Gesellschaftlich hilfreich sind derlei Beträge nur, wenn sie die Vielschichtigkeit der Problematik thematisieren. Die schnelle Partikularlösung gibt es aufgrund der Komplexität unserer Gesellschaft nicht mehr. Artikel, die das suggerieren, sind pure Unterhaltung.

Heute sind die Heizölpreise übrigens wieder recht nahe an den Tiefständen des letzten Jahres. Wer die Spekulation auf noch günstigere Preise ablehnt und Heizöl jetzt oder demnächst benötigt, kann ohne Sorge vor einem schlechten Kauf ordern. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stimmung im Finanzzirkus
Gute US-Konjunkturdaten
Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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