Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise besser als ihr Ruf

Die Heizölpreise beenden ihre jahrelange Teuerung. Gegenüber dem Vorjahr war der Brennstoff im Januar durchschnittlich ein Prozent günstiger. Erdgas, der andere große Wärmeenergieträger, war zwei Prozent teurer als vor zwölf Monaten. Damit bleibt Verbrauchern eine nennenswerte Preissteigerung im größten Block der Wohnnebenkosten erspart.

Energie wird hierzulande allgemein mit Strom gleichgesetzt. Das trifft aber weder für die privaten Haushalte noch für Verkehr und Industrie zu. Lediglich ein Fünftel des Endenergieverbrauchs kommt aus der Steckdose. Die meistgenutzten Energieträger sind Mineralöl (37 Prozent) und Gas (24 Prozent). An der Raumwärmeerzeugung sind sie sogar zu 75 Prozent beteiligt, wobei der Anteil von Erdgas fast doppelt so hoch ist wie der von Heizöl. Strom liefert im privaten Haushalt einen Energiebeitrag zwischen 15 und 20 Prozent. Bei den Kosten sieht es anders aus, weil Strom deutlich teurer ist als die Brennstoffe. Das wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Auch bei den Teuerungsraten ist Strom einsame Spitze.

Erfreulicher ist die Lage mittlerweile beim Heizöl. Verbraucher bezahlen nicht nur im Bundesdurchschnitt etwas weniger als vor einem Jahr. Auch in den Regionen Deutschlands sind die Preise leicht rückläufig. Dabei tritt eine typische Verteilung zutage, wonach der Norden (-1,3 Prozent) und der Westen (-1,2 Prozent) etwas besser gestellt sind als der Osten (-1,0 Prozent) und der Süden (-0,8 Prozent). Der Unterschied der Regionen ergibt sich aus geografischen Vorteilen der Einbindung in die weltweite Öllogistik über See- und Rheinschifffahrt.

Das beruhigende Heizölpreisniveau liegt nun bereits im zweiten Monat vor. Es hat mehrere Ursachen. Die Binnennachfrage ist die relativ schwach. Das führte zu spürbarem Margenverfall bei Handel und Raffinerien. Das Ölangebot ist national und international gut. Dieser Umstand ist eine notwendige Voraussetzung für rückläufige Margen. Auf internationalem Parkett steigen die Ölnotierungen aber dennoch, weil überschüssiges Geld, das unter anderem aus Bankenrettungsmaßnahmen stammt, in Öltitel angelegt wird. Dass die Heizölpreise hierzulande stabil blieben, ist dem Wertzuwachs des Euros gegenüber dem Dollar, der internationalen Ölwährung, zu verdanken.

Die Versorgungslage für Heizöl sollte in den kommenden Jahren gut bis sehr gut sein. Seit einiger Zeit steigen die weltweiten Produktionskapazitäten stärker als die Nachfrage. Dieser Vorgang findet zwar außerhalb Europas statt. Er wirkt aber in unterschiedlicher Ausprägung auf das globale Versorgungssystem. Wenn keine kriegerischen Störungen dazwischen kommen, wird das zu erwartende Überangebot für leicht rückläufige Heizölpreise sorgen.

Verbraucher sollten sich dadurch allerdings nicht zu einer Spekulation hinreißen lassen, an deren Ende eventuell ein leerer Tank steht. Das aktuelle Preisniveau bietet den hinreichenden Vorteil, günstiger einzukaufen als vor einem Jahr. Bessere Preise im Jahresverlauf, für die es aller Logik zum Trotz keine Garantie gibt, sollten mitgenommen werden, wenn sie vorliegen. Weil das preisbildende Börsengeschehen in den letzten Jahren zum reinen Glückspiel verkam, gilt für den Heizölkauf mehr als früher Carpe diem, „Nutze den Tag“. In anderen Worten, Heizöl kauft man, wenn es günstig ist.

Dieser Devise folgen immer mehr Verbraucher. Dabei entstand in den letzten Jahren ein neuer Effekt, den man beachten sollte. Ein von vielen Verbrauchern getragener Kaufrausch überfordert die heimische Heizöllogistik. Das Angebot wird schlagartig knapp und annulliert umgehend den auslösenden Preisverfall, weil Handels- und Raffineriemargen steigen. Im Gegensatz zum allgemeinen Börsengeschehen handelt es sich hierbei um eine nachvollziehbare Wirkung von Angebots- und Nachfrageungleichheit. Heizölkäufer sind gut beraten, sich im Internet (Verkaufsmengen) oder in der Nachbarschaft ein Bild vom Nachfragepotenzial zu machen. Es ergibt sich aus den Bevorratungszuständen in den Heizöltanks. Wenn die Tanks allgemein leer sind, wird es gefährlich. Dann werden Preise kaum weiter sinken.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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