Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise durch Kauf sichern

Internationaler Markt

Wenn man keine sinnvolle Arbeit hat, kann man sich vor einen Bildschirm setzen, um aus zitternden Kurven und kontextfreien Nachrichten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wer das Talent hat, sich sozial vollkommen zu entkoppeln und auf ein Paralleluniversum einzulassen, in dem es keinen anderen Wert als Geld gibt, kann es zu monetärem Reichtum bringen. Der Überfluss an herummarodierendem Geld ruft immer mehr Glücksritter dieses Typs auf den Plan, deren Leben mit Glück so viel zu tun hat, wie eine Kuh mit Gesellschaftstanz. Es ist diese Spezies, die gerade dabei ist, die Ölpreise in die Höhe zu treiben. Sie hat die Lage so fest im Griff, dass sogar altgediente Finanzprofis verblüfft sind.

Die Kurven, auf die sie sich berufen, weisen als selbsterfüllende Prophezeiung aufwärts. Der Umgang mit ihnen wird als Charttechnik bezeichnet. Die Nachrichten, die sie sich herauspicken, klingen ohne die Einordnung in einen übergeordneten Kontext in der Tat preistreibend. Nachrichten, die Gegenteiliges vermitteln, blenden sie aus. So entsteht das sogenannte fundamentale Marktbild. Den Eindruck zu vermitteln, es handelte sich dabei um ein Fundament des Wissens, ist wohl gepflegte Bigotterie. Es handelt sich um Glauben.

Die derart charakterisierten Akteure haben ihre „Alma Mater“ in den USA. So ist es zu erklären, dass dort generierte Nachrichten in ihrem Handeln höher bewertet werden als andere. Ein Rückgang der Ölförderung in den USA wiegt für sie schwerer als ein Anstieg der Ölförderung andernorts auf der Welt. Zur US-Logik gehört außerdem, dass ein Militäreinsatz im Nahbereich von Ölinfrastrukturen zunächst bullisch bewertet wird. Wenn ein solcher Einsatz von kommunikativen Pannen zum Aus- und Einstieg wie im Fall Saudi Arabiens bezüglich seiner Kriegführung im Jemen begleitet wird, ist das noch bullischer, wenn es überhaupt eine Steigerung von bullisch gibt. Das ist in wenigen Worten die Gemengelage, aus denen unsere „Freunde“ in ihrer Abgeschiedenheit vor den Bildschirmen die Ölpreise machen. Die müssen alle, die nicht auf zitternde Kurven starren, sondern nur Autofahren und Wohnungen heizen, ertragen. Zugegeben, bisweilen macht das Ertragen auch Freunde, wenn die Preisentwicklung so verläuft wie im letzten Jahr. Davon ist noch viel im Heizölpreis übrig. Das sollte man nicht vergessen, wenn sich die Typen mal wieder gegen den „normalen“ Menschen zu verschwören scheinen.

Nachdem diese „Verschwörung“ gestern für eine ordentliche Teuerung an den Ölbörsen sorgte, sind heute Morgen ein paar Skrupel im Gang der Dinge zu beobachten. Wohin sie führen, ist unklar. Der Dollar zeigt hingegen erfreuliche Klarheit nach unten. Die bewahrt die Heizölpreise vor Schlimmerem. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 586,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 57,75 Dollar und in London zu 65,04 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9202 Euro . Damit kostet der Euro 1,0867 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise haben die Grenze der guten Hoffnung erreicht. In der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht man, dass sie sich aus dem Seitwärtstrend verabschieden wollen. Das passt nicht zu dem, was wir über die reale Marktlage wissen. Die glänzt mit einem geradezu historisch erhabenen Angebot. Es passt aber zu dem, was wir über viele Finanzzocker wissen. Sie suchen immerfort ihre Chancen auf Gewinn. Der komplexe, wenig transparente Ölmarkt bietet ihnen diese. Da sie sich gerade wieder an diesem Markt festbeißen, ist die Wahrscheinlichkeit für steigende Heizölpreise hoch.

Der Binnenmarkt läuft extrem ruhig. Bestellungen kleckern in homöopathischen Dosen herein. Lebendiger wirkt dagegen die Hoffnung auf günstigeres Heizöl. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf geringem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem, wie wir finden, erstaunlichen Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Die wird nur schwer zu befriedigen sein.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie gerade noch seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärtsgehen. Beides ist möglich. Wir befürchten, dass es aufwärts geht.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen. Machen Sie sich nur klar, dass diese Spekulation Chancen und Risiken beinhaltet.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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