Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


IEA wird grün

Die Preise sind wieder auf dem Aufwärtstrip. Investoren und Spekulanten werden durch die IEA (Internationale Energie Agentur) ermutigt, auf steigende Kurse zu setzen. Drastische Worte des Agenturchefs Fatih Birol zur langfristigen Energiesituation der industrialisierten Welt bilden den fundamentalen Rahmen. Den Rest macht die Charttechnik. Die ist wieder klar bullisch. Der Dollar bewegt sich mit geringen Ausschlägen weiter abwärts. Ein Tribut an die miserabel beurteilte US-Wirtschaft und ein Grund für den Kapitalmarkt, Geld ins sicherere Öl zu verschieben.

Die IEA wurde nach der Ölpreiskrise 1973 von den OECD-Staaten gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die Energieinteressen der Mitgliedsländer zu koordinieren. Abhängig vom energiepolitischen Verständnis wird sie als Gegen- oder als Partnerorganisation zur OPEC gesehen. Bereits in den 1970er Jahren beschäftigte sich die IEA u.a. mit dem Thema Endlichkeit der Ressourcen und mit Energieeffizienz. Nach der Wirtschaftskrise Anfang der 1980er Jahre und dem dadurch verursachten Überangebot an Öl traten beide Themen in den Hintergrund. Ein denkbares Ende der Kohlenwasserstoffgrundlage wirtschaftlichen Wachstums gehörte nicht mehr zum politischen Repertoire. Öl und Gas schienen unbegrenzt verfügbar zu sein. Seit 2003 erinnert man sich an die ursprünglichen Wahrheiten. Heute bringen sie verantwortungsbewusste Energiepolitiker an den Rand der Verzweifelung zumal die Gruppe der Ignoranten immer noch die überwiegende Mehrheit bildet.

Für die großen Wirtschaftsnationen dieser Welt, prominent repräsentiert durch die USA und China, ist die Frage, wie man an den verbleibenden Rest der Energieressourcen kommt, weiterhin wichtiger als die Frage, wie man die Gesellschaft auf nachhaltigen Wohlstand ohne Öl und Gas einstellt. Weil das so ist, drohen nicht nur wirtschaftliche sondern auch politische Gefahren.

Die IEA verbreitet derartige Botschaften seit einiger Zeit mit zunehmender Deutlichkeit. Sie bemüht sich, das internationale politische Denken mit ihren Erkenntnissen zu erreichen. Diese Erkenntnisse sind durchaus differenziert. Sie gehen über das einfachere, damit aber nicht unbedingt falsche Peak-Oil-Szenario hinaus. Neben dem Hinweis auf eine natürliche Verknappung von Ressourcen wird eine Verknappung durch fehlerhaftes Wirtschaften angemahnt. Um den weltweiten Energiebedarf auskömmlich zu decken, wird zu wenig in die Entwicklung entsprechender Ressourcen investiert. Das gilt sowohl für erneuerbare Energieträger als auch für die dominanten fossilen Quellen. Die derzeit in der Realisierungsphase befindlichen Öl- und Gasprojekte reichen nicht aus, um die Reduktion alter Quellen bei gleichzeitiger Steigerung des Bedarfs auszugleichen. Die Welt läuft nach Aussage der IEA auf einen Versorgungsengpass zu. Dieser ist in seiner ersten Erscheinung nicht die Konsequenz ungenügender Rohstoffe auf der Erde sondern ungenügender Investitionen in ihre Förderung. In der Erde liegen noch mehr Öl und Gas als bisher verbraucht wurden. In letzter Konsequenz ist die Versorgung schließlich doch eine Frage der Endlichkeit dieser Kohlenwasserstoffvorkommen.

Für den Crashkurs, den die Politik sehenden oder blinden Auges geht, macht Fatih Birol nicht nur die Lieferanten verantwortlich, die es vorziehen, mit dem verdienten Geld zu spekulieren anstatt es zu investieren. Er kritisiert auch die Politik der Konsumenten. Deutschland ist in seinen Augen alles andere als ein energiepolitischer Musterknabe. Seine Kritik bezieht sich nicht auf den größten Verbrauchsposten der Energiebilanz, das Heizen. Die politischen Leitlinien dürften ihn befriedigen. Die Kritik zielt auf unsere Idee von Mobilität. Zu kraftvoll, zu schnell, zu schwer, zu uneffizient, zu sehr an den emotionalen Werten von gestern verhaftet lauten die Attribute. Es ist kein Aufbruch in die Moderne zu erkennen. Birols Appell lautet mittlerweile „weg von Öl und Gas“, hin zu einer effizienten und nachhaltigen Energiepolitik. Am langen Ende kann das nur auf eine solare Energiewirtschaft hinauslaufen. Auf dem Weg dorthin heißt das hohe Vielfalt der Quellen.

Diese müssten mit viel mehr Geld entwickelt werden. Die Börse entwickelt angesichts eines eher düsteren Ausblicks aber weiterhin die Kurse für eine knapper werdende Ware. Sie hat die Lektion nicht verstanden. Das treibt Birol zu der Meinung, dass sich die Probleme mit dem Markt allein nicht lösen lassen.

Heute Morgen geht es mit den aufstrebenden Preisen weiter. Die Tonne Gasöl kostet nun 1.002,00 $.

Unsere Heizölpreise treibt es zu neuen Höchstkursen. Sie können sich dem Weltmarktgeschehen nicht entziehen. Allem Anschein nach wird nicht mal ein der Versorgungslage angemessener Seitwärtskurs halten. Die Entwicklung zwingt mehr denn je dazu, sich mit seinem Heizenergieverbrauch zu beschäftigen, um diesen gezielt zu reduzieren. Genau hierzu wurde www.esytrol.com entwickelt.

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