Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Neue Besen mit altem Rezept

Europas Krisenregierungen haben neue Chefs. Die Finanzindustrie sollte jubeln. Schließlich trägt sie einen gehörigen Anteil am Sturz des alten Spitzenpersonals. Das neue kommt sogar aus ihren Reihen. Ein Kursfeuerwerk fand bis zur Stunde aber nicht statt. Ob aus Pietät oder aus Skepsis wissen wir nicht. Zur Skepsis gibt es allen Grund. Denn die neuen Köpfe werden die überbordenden Probleme wahrscheinlich nur mit dem alten Rezept zu lösen versuchen. Das Rezept lautet Sparen. Es stellt die Sicherung des Finanzsystems über den Lastenausgleich innerhalb der Gesellschaften. Dass das nicht akzeptabel ist, zeigen die Griechen seit Monaten. Die Italiener werden im Fall eines harten Sparkurses vermutlich ähnlich reagieren. Nun ist im Prinzip gegen Sparen nichts einzuwenden. Insbesondere wenn es die Verschwendung von Rohstoffen und Lebensmitteln betrifft. Diese Verschwendung gehört nicht zuletzt in Europa zum Geschäftsmodell, das vollständig auf Konsumwachstum setzt. Dass dieses Wachstum immer teurer bezahlt werden muss, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Rohstoffe und das Geld knapp werden. Bei den Rohstoffen liegt das auf der Hand, weil die Erde endlich und für die wachsende Bevölkerung recht klein ist. Beim Geld ist es nicht selbstverständlich, weil es von Menschen geschaffen wird. Es könnte genug für alle da sein. Im gültigen Finanzsystem fließt es aber dem bereits bestehenden Finanzvermögen zu, während es für die große Masse knapper wird. Schlimmer noch, die Gesellschaften verschulden sich immer tiefer. Nun sollen sie sich weniger verschulden, also weniger Geld in den Händen haben, denn nichts anderes besagt die Forderung Schulden abzubauen, und gleichzeitig noch mehr konsumieren, damit die Wirtschaft schneller wächst, um dem vorausgeeilten Schuldenwachstum wieder ebenbürtig zu sein. Dass dieser Zusammenhang funktionieren könnte, glauben wahrscheinlich nur noch Politiker. Nicht einmal die Finanzakteure sind davon überzeugt. Denn sonst würden sie nun jubeln. Überzeugt sind sie allerdings davon, dass Rohstoffe wie zum Beispiel Erdöl knapp werden. Deshalb steigen die Ölnotierungen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Freundliche Wirtschaftsdaten aus den USA
Gute Wirtschaftsdaten aus China
Griechenland und Italien haben neue Hoffungsträger
US-Bestände sinken
OPEC erhöht Nachfrageprognose
Ölkonsum der Wachstumsländer wächst
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Kriegsdrohungen zwischen Israel und Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Negative Konjunkturerwartungen
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
Libyen baut Produktion rasch wieder auf
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Plausible Sanierungsrezepte fehlen

Unsere Heizölpreise steigen. Sie befinden sich im kurz- und langfristigen Aufwärtstrend. Lediglich die mittelfristige Betrachtung erlaubt es, von einer besseren Zeit für Verbraucher zu träumen. Die Preisentwicklung bildet ein Dreieck, das einer Spitze zustrebt. Charttechniker orakeln, dass es bei Erreichen der Spitze zu einer grundsätzlich neuen Situation kommt. Diese könnte ein Preiseinbruch sein. Das Chartorakeln ist nicht viel besser als die Horoskopie. Den Preiseinbruch halten wir in der gegenwärtigen Lage für unwahrscheinlich. Das Finanzdesaster hat nach unserer Einschätzung wieder einmal einen längeren Aufschub bis zum Knall bekommen. An der Notwendigkeit, die absehbare Teuerung von Energie durch eigene Handlungen zu quittieren, kommt man nicht vorbei. Die meisten Handlungen erfordern eine Anfangsinvestition. Immerhin ist der Erfolg garantiert. Diese Einsparungsinvestition hier wirkt doppelt. Sie reduziert den Verbrauch und den Preis der nächsten Heizölbestellung.

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