Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Noch ist Heizöl billiger als im letzten Jahr

Die Preistrends beim Öl sind wieder klar erkennbar. Sie weisen aufwärts. Einzige Ausnahme ist Benzin. Spektakuläre Nachrichten liegen nicht vor. Die Preise werden hauptsächlich von Spekulation getrieben. Es gibt aber ernstzunehmende Gründe, auf die sich bullisch eingestellte Spekulanten berufen. Hierzu zählen beispielsweise neue Zahlen über das chinesische Nachfragewachstum. Sie liegen über den Erwartungen. Der Dollar verliert an Wert. Er durchläuft eine ausgeprägte Gegenbewegung zum seit zwei Monaten gültigen Aufwärtstrend. Die wechselhafte Entwicklung spiegelt die ungewisse Erwartung an die US-Konjunktur wieder.

Der langfristige Anstieg der Energiepreise kommt nach aktuellem Wissen einem Naturgesetz gleich. Selbstverständlich ist er kein solches. Das fast ungebremste Nachfragewachstum, das in erster Linie in den bevölkerungsstarken Ländern China und Indien entsteht, lässt aber keinen anderen Schluss als Preisanstieg zu. Der wird solange andauern, wie die Weltwirtschaft gut läuft. Ökonomen werden nicht müde, diese als robust zu bezeichnen.

China ist zum drittgrößten Ölimporteur nach den USA und Japan aufgestiegen. Das ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, da das Land über große eigene Energievorkommen verfügt. Seit diesem Jahr ist China sogar zum Kohleimporteur geworden. Der Ölverbrauch soll bis zum Jahr 2020 um jährlich 5,1 Prozent wachsen. Für Kohle beträgt die Zahl 4,2 Prozent. Öl wird den Energiebedarf im Jahr 2020 zu 27 Prozent decken. Der Kohleanteil wird 63 Prozent betragen.

Die weltweite Ölnachfrage wird nach Berechnungen der IEA (Internationale Energieagentur) bis 2015 jährlich um durchschnittlich 1,6 Prozent wachsen. Der regenerative Anteil in Form von Bioöl wird gering sein. Dieser wird lediglich in den alten Industrienationen nennenswerte Bedeutung erlangen.

Die Zahlen untermauern den langfristigen Energiepreisanstieg und ein Anwachsen des Klimaproblems. Dem stehen Verbraucher hierzulande weniger machtlos gegenüber, als sie allgemein glauben. Sowohl Raumwärme als auch Mobilität lassen sich mit deutlich weniger Energieaufwand erzeugen als dies bisher üblich war. Wohnen und Fahren sind die größten Kostenblöcke im Leben des „modernen“ Menschen. In diese Bereiche investiert er und das üblicherweise mit Vergnügen. Dass einer Investition in energieeffizientes Wohnen und Fahren noch kein erkennbares Vergnügen innewohnt, dass diese Investition heute sogar noch vergnüglicher erscheint, wenn sie zu mehr Energieverbrauch führt, ist eins der menschlichen Paradoxa. Beim Wohnen zeigt es sich in dem Drang, immer größer zu bauen, beim Fahren in der Freude an mehr PS und sowohl größeren als auch schweren Fahrzeugen. Diese Gelüste sind alles andere als ein Naturgesetzt. Naturgegeben ist das Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Fortbewegung. Hier muss der Mensch keine Abstriche machen und dennoch kann er seinen Energieverbrauch drastisch senken.

Ein Beispiel hierfür zeigte jüngst der Bundesverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). Er prangert zu Recht an, dass 20 Prozent der Heizungen mit einem Alter von mehr als 24 Jahren im höchsten Maße umweltschädlich sind. Bei weiteren 70 Prozent der Heizungen ist die Umweltverträglichkeit ebenfalls ungenügend. Lediglich 10 Prozent der Heizungen arbeiten wirklich effizient. Private Haushalte verbrauchen 80 Prozent der Energie für Raumwärme und warmes Wasser. Dies ist einer der stärksten Hebel im Kampf gegen weniger CO2-Ausstoß und geringere Energiekosten. Er liegt einzig in den Händen der Verbraucher. Die Investition in eine moderne Heizung sollte endlich zum Vergnügen werden, zum Vergnügen, langfristig Energiekosten zu sparen und das Klima zu schonen.

Bei der Investition in eine neue Heizung werden die klassischen Energieträger Gas und Öl weiterhin die führende Rolle spielen und das mit Blick auf die genannten Aspekte Kosten und Klima zu Recht. Für den Kleinverbraucher sind diese Techniken mit dem geringsten Investitionsaufwand verbunden. Die steigenden Gas- und Ölpreise lassen sich über Minderverbrauch gut dämpfen. Den Nachteil, dass ein Gasversorger bei Minderverbrauch den Tarif anhebt, hat der Heizölverbraucher nicht. Daher wird Heizöl gegenüber Gas in Zukunft wieder attraktiver werden. Die Biokomponenten in beiden Energieträgern wird es übrigens in den nächsten Jahren automatisch gegen. Der Verbraucher sollte sich also nur um das Thema Effizienz kümmern. Der Versorger wird sich um den regenerativen Inhalt kümmern. Das geschieht nicht zuletzt auf Grund von politischen Vorgaben.

Zurück zum Ölpreis. Heute Morgen hält sich der Gasölpreis auf dem hohen Niveau, das er gestern erreicht hat. Die Tonne kostet 624,75 $.

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an, das allerdings sehr moderat. Sie befinden sich auf Jahreshöchstwerten. Der Abstand zum Vorjahr schrumpft. 3000 Liter Heizöl kosten nur noch fünf Prozent weniger als vor 12 Monaten. Nach wie vor ist die Binnennachfrage extrem gering. Daher sind die Margen immer noch minimal. Wenn sie mit steigender Nachfrage anziehen, wird kaum noch ein Preisvorteil zum Vorjahr bleiben.

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