Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Preissteigerung im Urlaub

In der letzten Woche wurde Öl billiger. Damit befinden sich die Preise auf Höhe ihrer stetig steigenden Mittelwerte. Übertreibungen sind abgebaut. Untertreibung wurden bisher unterlassen. Für den Dollar stellt sich die Lage ähnlich dar. Der US-Währung wird nach positiven Daten aus der Wirtschaft wieder mehr Aufwärts- als Abwärtspotential zugetraut.

Dass die Preise in den letzten Tagen gefallen sind, hat seine Ursache in den vorausgegangenen und übertriebenen Steigerungen. Diese wurden aus Angst vor den Hurrikans ausgelöst. Die Auswirkungen der Stürme blieben bisher erträglich. Das schaffte zeitweise Entspannung. Mittlerweile hat sich ein weiterer Sturm zum Hurrikan entwickelt, Emily. Emily scheint die US-Ölanlagen nicht zu tangieren. Einige mexikanische Plattformen mussten abgeschaltet werden. Der Ausfall betrifft derzeit ca. 15% der 3,4 Mio. Barrel pro Tag, die Mexiko gewinnt.

Als weiterer Grund für den Preisrückgang werden herabgestufte Zahlen über die Steigerung des Ölverbrauchs im laufenden Jahr angegeben. China, das noch nie zuverlässige Zahlen über die eigene Wirtschaft lieferte, soll weniger Öl benötigen als befürchtet. Prognosen für die asiatische Region sind wa7nkelmütig. Da Asien mittlerweile große Bedeutung für den Weltverbrauch hat, sind die Prognosen insgesamt wenig zuverlässig.

Um die von der IEA (Internationale Energie Agentur) prognostizierte Nachfragesteigerung bis 2020 decken zu können, müsste die OPEC ihre Leistung von heute 30 Mio. Barrel pro Tag auf 50 Mio. Barrel pro Tag aufstocken. Diese Möglichkeit wird trotz der immensen Vorkommen in den Wüstenstaaten angezweifelt. Zweifel bestehen hinsichtlich der erforderlichen Öffnung der Länder gegenüber fremden Investoren, die nötig wären, um die Kapitalmengen für die Entwicklung der Förderung überhaupt aufbringen zu können. Zweifel bestehen aber auch, ob es noch genug Öl in Saudi Arabien u.a. Golfstaaten gibt. Viele Felder werden seit 40 Jahren ausgebeutet. Einige Prognosen gehen davon aus, dass der Förderhöhepunkt bereits überschritten ist.

Andere Prognosen, so die von CERA (Cambridge Energy Research Associates), sehen es vollkommen anders. Am Ende dieses Jahrzehnts könnte die Reservekapazität bzw. das Überangebot 7,5 Mio. Barrel betragen. Heute liegt die Reservekapazität um 1 Mio. Barrel pro Tag. Die Ölförderung könnte um 24% steigen, wenn genügend Investitionen fließen. Das zusätzliche Öl kommt teilweise aus besserer Entölung, d.h. höhere Ausbeute alter Felder und unkonventioneller Vorkommen. Neue Fördermöglichkeiten werden hauptsächlich in Südamerika, West- und Nordafrika, Russland, der kaspischen Region und den Wüstenstaaten am Golf gesehen.

Sollte der politische Druck hinsichtlich der Klimaverbesserung einmal Wirkung zeigen, wird der Ölverbrauch zwangsläufig geringer werden. Die Princeton University erarbeitete ein Maßnahmenpaket, das für Öl vorsieht, den Treibstoffverbrauch der bis 2050 erwarteten 2 Mrd. Fahrzeuge zu halbieren und die Energieeffizienz von Gebäuden um 25% zu erhöhen.

Aktuell ändert das alles wenig am Umstand, dass Angebot und Nachfrage eng beieinander liegen. Die Ansicht, ob die eine oder die andere Seite stärker ist, bestimmt die tägliche Preisentwicklung. Heute Morgen wird sie wieder von etwas Sturmangst beeinflusst. Der Gasölpreis fällt nicht weiter. Die Tonne kostet 525,50$. Donnerstag und Freitag wurden 520$ unterschritten.

Unsere Heizölpreise ziehen leicht an. Folgt man den Tendenzen am Weltmarkt, sollte Heizöl das Preisniveau einstweilen stabilisieren. Nach jeder heftigen Bewegung folgt eine angemessene Beruhigung. Die passte zumindest in die Sommer- und Urlaubszeit.

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