Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Zweifelhafte Alternativen

Die Ölpreise laufen erwartungsgemäß seitwärts. Preisbewegende Themen werden täglich neu aufgewärmt. Stärker oder schwächer werden sie dadurch nicht. Der Markt ist gut versorgt. Einzig die Benzinsituation in den USA gibt Spekulanten Anlass, auf weiter steigende Preise zu hoffen. Die Luft nach oben wird zunehmend dünner. Die schlechte US-Raffineriesituation wird durch weltweit wachsende Kapazitäten ausgeglichen. Der Dollar hat eine ausgeprägte Gegenbewegung zum Abwärtstrend zunächst beendet. Angesichts besserer Konjunkturdaten aus den USA liegt auch für die Währung eine Seitwärtsbewegung nahe.

Ob es in diesem Jahr erneut zu ausgeprägten Preissteigerungen kommt, hängt stark vom Wetter ab. Hier ist der Verlauf der Hurrikansaison in den USA von besonderer Bedeutung. Sollten die Ölpreise erneut anziehen, werden mediale Ergüsse zum Energiethema folgen. Dabei schneidet Öl üblicherweise schlecht ab. Alternativen Energieträgern wird das Heil der Erde zugesprochen. Die Pauschalierung ist dumm und wenig zielführend. Sie lenkt zudem von der wichtigsten Aufgabe ab, die es voranzubringen gilt, dem Energiesparen. Pointiert ausgedrückt gilt: Es ist egal womit Sie heizen, solange Sie dabei wenig Energie verbrauchen. Nur das ist gut für Ihr Portemonnaie und für die Umwelt.

Wenn der Verbrauch nicht drastisch gesenkt wird, bleibt die politisch unterstütze Suche nach Alternativen zum Heizöl blinder Aktionismus. Dass dem typischen Kleinverbraucher mit seinem Jahresbedarf von rund 3000 Liter Heizöl eine Pelletheizung oder ein Blockheizkraftwerk angediehen wird, ist eine verkäuferische Glanzleistung. Nur sinnvoll ist sie nicht. Die genannten Anlagen sind mindestens doppelt so teuer wie eine moderne Ölheizung. Der Brennstoff Holzpellet kostet bezogen auf seinen Energiegehalt etwa 25 Prozent weniger als Heizöl. Bei dem genannten Jahresbedarf dauert es 20 Jahre, bis sich eine Pelletheizung amortisiert hat. Wenn geschieht, was gefordert wird, nämlich den Bedarf zu senken, also nur von 1500 statt 3000 Liter Heizöl zu verbrauchen, beträgt die Amortisationszeit knapp 40 Jahre. So lange lebt keine Heizung. Eine Pelletheizung lohnt sich hingegen bei hohem Energiebedarf. Nur den sollen Kleinverbraucher ja gerade vermeiden. In Sachen Umweltfreundlichkeit steht Holz besser da als Öl. So glanzvoll wie sie oft beschrieben wird, ist die Situation allerdings nicht. Es gibt eine Feinstaubproblematik und es gibt die Schwierigkeit, den Brennstoff im großen Stil anzubauen, ohne dabei Raubbau an der Natur zu betreiben. Auf längere Sicht wird Heizöl in diesem Punkt Boden gut machen, denn der Biogehalt wird wachsen bis er, wenn das überhaupt sinnvoll sein sollte, eines Tages 100 Prozent beträgt. Die Qualität des Brennstoffs Holz ist ein ernstes Problem. Hier ist Heizöl kaum zu schlagen. Die Preisentwicklung der Brennstoffe hat sich im letzten Jahr bereits angenähert. Bei steigender Relevanz von Pelletheizungen wird sie sich weiter angleichen.

Ein Blockheizkraftwerk im Keller eines Einfamilienhauses soll nicht nur den Wärmebedarf decken, sondern auch Geld für ins Netz eingespeisten Strom einspielen. Im Gegensatz zu einer modernen Ölheizung, bei der fast 100 Prozent der Energie in Nutzwärme aufgehen, gelangen beim Blockheizkraftwerk nur zwei Drittel der Energie in die Heizkörper. Aus knapp einem Drittel der eingesetzten Energie wird Strom gemacht, der ins öffentliche Netz geht. Die Art der Stromerzeugung ist vergleichsweise teuer. Und sie bringt der Ökobilanz herzlich wenig. Würde sämtlicher in Deutschland verbrauchter Strom mit kleinen Blockheizkraftwerken erzeugt, könnte man maximal sechs Prozent der Primärenergie einsparen. Das gelänge aber nur, wenn Strombedarf und Wärmebedarf zu gleichen Zeiten anfielen. Das ist niemals der Fall.

Schließlich bietet sich als Alternative zum Heizöl noch die Wärmepumpe an. Das mit Strom betriebene Gerät holt Wärme aus 50 Meter Tiefe herauf und stellt diese für die Heizkörper bereit. Der Energiegehalt der gepumpten Wärme ist vier Mal so hoch wie der Energieeinsatz in der Pumpe. Das hört sich hervorragend an. Unter Kostenaspekten ist das aber im Fall des Kleinverbrauchers unzutreffend. Strom ist bezogen auf seinen Energiegehalt mehr als 2,5 Mal teurer als Heizöl. Mit dem Gewinn von Vier beim Wärmepumpen wird immerhin weniger Geld für den Energieeinsatz bezahlt als beim Heizöl. Die Einsparung beträgt rund ein Drittel. Die Anlage ist allerdings noch teurer als eine Pelletheizung. Daher beträgt die Zeit, bis die geringeren Kosten für den Energieverbrauch positiv zu Buche schlagen, über 20 Jahre bei einem vergleichbaren Jahresverbrauch von 3000 Liter Heizöl. Bei einem Verbrauch von 1500 Liter beträgt die Amortisationszeit fast 50 Jahre. Dem Energiehaushalt unseres Landes tut der hohe Preis immerhin etwas Gutes. Mit der Wärmepumpe wird der Primärenergieeinsatz für ein warmes Haus um ein Drittel gesenkt. Das ist ohne Zweifel auch gut für das Klima. Der Heizbedarf für warmes Wasser lässt sich allerdings nicht mit Hilfe der Wärmepumpe decken. Wenn dieser aus einer konventionellen Stromheizung aufgebracht wird, sieht die Ökobilanz nicht mehr so gut aus. Dann bleiben von der Senkung des Primärenergiebedarfs nur 10 bis 15 Prozent übrig. Die kann man einfacher und billiger mit einer modernen Ölheizung und Sonnenkollektoren erreichen.

Schließlich bleibt die Frage zu klären, ob es in Zukunft überhaupt noch genug Öl gibt. Nach heutigem Wissen, gibt es mehr Öl als die Erde durch sein Verfeuern ertragen kann. Das Verfeuern von Alternativen wie Holz, Bioöl, Strom u.a. ist aber, wie wir heute bereits wissen, keine Alternative für das Erdklima. Es ist ebenfalls schädlich. Damit schließt sich der Kreis. Zum Sparen von Energie gibt es keine Alternative. Und das kann man mit einer Ölheizung sowohl gut als auch preiswert.

Der Gasölpreis geht heute Morgen übrigens zurück. Die Tonne kostet 589,25 $.

Unsere Heizölpreise halten den Seitwärtstrend. Wir erwarten in den kommenden Tagen nur wenig Änderung. Vor einem Jahr sah es bezüglich der Richtung ähnlich aus. Nur das Preisniveau war ein anderes. Heute ist kostet der Liter Heizöl rund 5 Cent weniger. Bei 3000 Liter Liefermenge ist das ein Minus von acht Prozent. Ein guter Teil dieses Bonus? wird bei anziehender Binnennachfrage wegfallen, weil die Margen dann steigen werden. Noch ist der Markt sehr ruhig.

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