Unseren neuen Kommentar für den 24.06.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Neue Lagerdaten stoppen Aufwärtstrend

Internationaler Markt

Der steile Ölpreisanstieg kam gestern aus dem Tritt. Am Vormittag liefen in einem eher abwartenden Handel die Nachkäufe aus. Erste Gewinnmitnahmen setzten ein. Am Nachmittag versetzten die offiziellen Lagerdaten des amerikanischen Energieministeriums (DOE) der Stimmung einen weiteren Dämpfer. Zwar wurden in der Berichtswoche die Rohölvorräte mit minus 7,4 Millionen Barrel noch stärker als erwartet abgebaut, aber der spiegelbildliche Aufbau der Produktenlager war ein Schocker: +8,9 Mio. Barrel bei Heizöl und Diesel sowie +4,8 Mio. Barrel bei Benzin.

Insgesamt wuchsen also die Lagerbestände um fast 1 Mio. Barrel pro Tag, obwohl es bei den Importen keine Auffälligkeiten gab und die Nachfrage stark war. Die Raffinerien liefen mit voller Kraft, was einen Teil des Produktenaufbaus erklärt. Tatsächlich waren die Raffinerien mit knapp 97 Prozent so stark ausgelastet, dass man bis ins Jahr 2005 zurückgehen muss, um ähnliche Werte zu finden. Das hat vor allem kalendarische Gründe, da sich zum Jahreswechsel aus steuerlichen Gründen möglichst wenig Rohöl im Betriebsvermögen befinden soll. Zudem war angesichts der Kältewelle eine hohe Nachfrage nach Produkten wie Heizöl und Diesel (für Stromgeneratoren) bereits absehbar.

Hier die Lagerveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: -5,0 Mio. Barrel (API) bzw. -7,4 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: +4,3 Mio. Barrel (API) bzw. +8,9 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +1,9 Mio. Barrel (API) bzw. +4,8 Mio. Barrel (DOE)

Das zweite Thema des Tages waren erste Schätzungen zur OPEC-Produktion im Dezember. Die Meinungen gehen auseinander und reichen von weitgehend unveränderten Mengen bis zu einer leichten Produktionssteigerung. Von dieser Seite gehen also im Moment keine Impulse aus. Unbestritten ist jedoch die Erwartung, dass die US-Ölförderung zulegen wird. Schon in wenigen Wochen dürfte die Marke von 10 Mio. Barrel pro Tag erreicht werden. Dann produzieren die USA mehr Öl als Saudi-Arabien.

Zu allem Überfluss kündigte die Trump-Regierung gestern einen Plan an, fast alle Küstengewässer der USA für die Öl- und Gasindustrie freizugeben. Bislang gilt das nur für den Golf von Mexiko. Doch bald könnte auch im Atlantik, Pazifik und in den arktischen Gewässern gebohrt werden. Der Umfang dieser Ölverkommen ist weitgehend unklar, da dort seit über einer Generation nicht mehr exploriert wurde.

Mit dieser Nachrichtenlage war das bullische Sentiment gestern erst einmal verschwunden. Die anhaltende Kältewelle in den USA und die weiterhin blutigen innenpolitischen Konflikte im Iran, die vorgestern die Schlagzeilen dominierten, gerieten vorerst aus dem Blick.

Brent-Rohöl ging daher fast unverändert aus dem Handel und eröffnet heute mit leichten Abschlägen. Hier die aktuellen Notierungen: Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im Moment 61,81 Dollar je Barrel . Brent-Rohöl liegt bei 67,89 US-Dollar je Barrel . Gasöl tendiert ebenfalls schwächer bei 607,50 Dollar je Tonne . Der US-Dollar liegt minimal schwächer bei 0,8292 Euro . Damit kostet der Euro 1,2056 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt

Die deutschen Heizölkäufer können erst einmal durchatmen, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der Anstieg der Rohölpreise ist im Moment gestoppt. Moderate Temperaturen in Westeuropa und der starke Euro dämpfen ihren Einfluss noch zusätzlich. Die durchschnittlichen Preise für eine Standardlieferung entfernen sich wieder von der 62-Euro-Marke für 100 Liter.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist weiterhin sehr aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt eine sehr hohe Kaufbereitschaft für die nächsten Tage. Fast jeder zweite Kaufinteressent befürchtet, dass die Heizölpreise weiter steigen werden. Das ist ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Auch die Charttechnik gibt keine Entwarnung: Der kurzfristige Preischart (3 Monate) zeigt einen Aufwärtstrend. Der 12-Monats-Chart wird vom steil steigenden Preiskorridor seit dem Sommer geprägt. In den noch längeren Zeitintervallen (36 Monate/60 Monate) überwiegen ebenfalls die Aufwärtsindikatoren. Das charttechnische Bild lässt also deutliche Preisrisiken erkennen.

Also was tun? Zur Beruhigung der Nerven bietet sich die Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) an. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung oder einen Kälteeinbruch nicht sofort reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

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Heizölpreise-Chart vom
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