Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Ölpreis kennt nur eine Richtung

Heizöl verbilligte sich seit dem Höchststand im Juli zwischen 23 Prozent im Süden und 32 Prozent im Norden der Republik. Im gleichen Zeitraum sank der Rohölpreis um 59 Prozent und der für unseren Heizölpreis maßgeblichere Gasölpreis um 54 Prozent. Zwar wird der unerwartet starke Rückgang der Heizölpreise dankend angenommen. Der Ärger über die große Differenz zu den Weltmarktpreisen lässt aber keine rechte Freude über den Preisrückgang aufkommen. Im Gegenteil, Verbraucher sind sauer und wünschen sich staatliche Zwangsmaßnahmen gegen diejenigen, die ihnen den gesamten Preisrückgang vorenthalten. Dabei herrscht über die Höhe des fehlenden Rests Unklarheit. Um diesen zu berechnen, muss man zunächst die Weltmarktpreise auf Euro umrechnen. Damit beträgt der Preisrückgang von Gasöl seit der Spitze 39 Prozent. Im Heizölpreis stecken fixe Anteile aus Mineralölsteuer, Zwangsabgaben unter anderem für die Erdölbevorratung und den Frachtkosten. Die betragen je nach Schwierigkeitsgrad der Region zwischen zehn und zwölf Cent (netto) pro Liter bei einer 3000 Liter-Partie. Unter Berücksichtigung dieser fixen Anteile hätte der Preisrückgang des Heizöls 36 Prozent betragen sollen. Er beträgt derzeit im Norden 31 Prozent und im Süden 25 Prozent. Das Nord-Süd-Gefälle ergibt sich aus real existierenden Versorgungsengpässen. Bis Mitte dieses Jahres wurde übrigens auf Grund geringer Nachfrage unter den relativen Weltmarktpreisen verkauft. Und das auch im Süden. Die Aussichten für weiter fallende Heizölpreise sind gut.

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Unsere Heizölpreise geben nach. Dabei behalten sie ihre Margenüberhöhung weitgehend bei. Derzeit können sich die Raffineriegesellschaften den Aufschlag auf Grund der lebhaften Nachfrage leisten. Sobald die Nachfrage einbricht, wird die Preisüberhöhung gegenüber dem Weltmarkt ebenfalls einbrechen. Das geschieht weit schneller als irgendeine politische Zwangsmaße einführbar wäre. Der Ärger über die Preisverschiebung ist ein schlechter Ratgeber für politische Forderungen. Unsere Empfehlung lautet weiterhin, Ruhe bewahren und Abwarten. Die Empfehlung beruht auf einer Markteinschätzung. Sie ist keine Garantieerklärung. Für die Verfolgung der Preisentwicklung ohne Besuch unserer Website empfehlen wir unseren Preisalarm.

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