Unseren neuen Kommentar für den 20.09.20 finden Sie hier.


Globale Ölnachfrage bricht ein

Internationaler Markt

Selbst ein amerikanisches Notprogramm mit 2.000 Milliarden Dollar konnte die Ölmärkte gestern nicht aus ihrer Depression reißen. Die letzten Schätzungen sehen den globalen Nachfrageeinbruch bei 12-14 Mio. Barrel pro Tag. Zum Vergleich: Die OPEC-Förderkürzungen lagen vor dem Streit mit Russland bei 2 Mio. Barrel pro Tag. Saudi-Arabien und Russland müssten ihre Produktion weitgehend einstellen, wenn sie den Ölmarkt ins Gleichgewicht bringen wollten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Saudi-Arabien erhöht sogar die Produktion, um Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Kerosin für Flugzeuge wird weltweit kaum noch nachgefragt. Auch der Benzinmarkt ist weltweit eingebrochen, da die Menschen zu Hause bleiben. Beim Diesel sieht es im Moment noch etwas besser aus, weil der Warenverkehr per LKW oder Schiff weiterhin erlaubt ist, aber die schwere Rezession hat auch dort tiefe Spuren hinterlassen.

Die Pandemie stört den Ölhandel auch unmittelbar. Von Kanada bis Singapur laufen die Öltanks voll. In indischen Häfen verzögert der Lockdown die Entladung der Öltanker. In Europa fehlen Fahrer für die Tanklaster und Raffinerien melden erste Coronafälle in ihrer Belegschaft.

Der wöchentliche Lagerbericht aus den USA konnte die Gemüter nicht beruhigen. Die Rohölbestände stiegen die neunte Woche in Folge, während die Produktlager leicht schrumpften. Die amerikanische Ölbranche scheint also noch nicht auf die schwache Nachfrage zu reagieren. Die Nachfrage der Tankstellen und Händler nach Benzin, Heizöl u.a. fiel rasant um etwa 10 Prozent.

Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: -1,2 Mio. Barrel (API) bzw. +1,6 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (API) bzw. -0,7 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -2,6 Mio. Barrel (API) bzw. -1,5 Mio. Barrel (DOE)
Ölproduktion: 13,0 Mio. Barrel pro Tag (8% mehr als vor einem Jahr)

Auch heute wird die Lage in den USA im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sein. Am frühen Nachmittag werden die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, also ein Echtzeit-Indikator für die Arbeitslosigkeit in den USA. Sie liegen normalerweise um die 220.000 Anträge. Doch dieses Mal befürchten Beobachter einen historischen Anstieg auf über 2 Millionen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Neuinfektionen in den USA immer schneller. Gestern waren es 13.000 Neuinfektionen, trotz des Mangels an Testmöglichkeiten in vielen Bundesstaaten.

Am frühen Morgen öffnen die europäische Ölmärkte daher wie erwartet schwächer. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht im Moment bei 23,61 US-Dollar je Barrel . Die Nordseesorte Brent kostet 26,62 US-Dollar je Barrel . Gasöl notiert bei 303,75 Dollar je Tonne . Der US-Dollar ist 0,9155 Euro wert . Damit steht der Euro bei 1,0920 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben am frühen Morgen nur minimal nach, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der durchschnittliche Preis liegt im Moment zwischen 56 und 57 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter).

Die Preisschwankungen bei Heizöl waren in dieser Woche ungewöhnlich gering. Die Turbulenzen auf den internationalen Rohölmärkten spiegelten sich darin nicht wider. Die extrem niedrigen Einkaufspreise für Brent-Rohöl kommen noch immer nicht beim Endkunden an. Hohe Margen und regionale Engpässe bei der Versorgung sind dafür verantwortlich.

Der deutsche Heizölmarkt wird allerdings allmählich ruhiger. Wer sich angesichts der Corona-Krise vorzeitig mit Heizöl eindecken wollte, hat das wohl schon getan. Andererseits sorgt das immer noch recht kühle Wetter dafür, dass sich die Tanks leeren und die Nachfrage nicht einbricht. Darauf deutet auch das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht. Es steht nach wie vor auf der zweithöchsten Stufe.

Der Preisoptimismus ist ebenfalls ungebrochen. 79% der Voten in der tagesaktuellen Umfrage erwarten fallende Heizölpreise. Die Preischarts sind dagegen weniger eindeutig. In der kurzen Frist bewegen sich die Heizölpreise eher seitwärts. In der mittleren und langen Frist geben die Preiskorridore hingegen Entwarnung und zeigen stabil nach unten.

Was tun? Wer ausreichend Reserven im Tank hat, sollte abwarten, bis sich die Margen im Heizölmarkt normalisiert haben. Es ist im Moment sehr unwahrscheinlich, dass die internationalen Rohölpreise in absehbarer Zeit wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren können.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Übrigens: Es gibt immer wieder Missverständnisse darüber, was das Klimapaket der Bundesregierung für Ölheizungen bedeutet. Die Folgen sind weniger einschneidend als oft dargestellt: Bestehende Ölheizungen können ohne Einschränkungen weiterlaufen. Ab dem Jahr 2026 sollen lediglich neue Ölheizungen (auch Ersatzgeräte) regenerativ ergänzt werden, also etwa mit Solarwärme für Brauchwasser. Aber auch hier gibt es viele Ausnahmen, wenn z.B. kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden ist oder wenn die Kosten unverhältnismäßig hoch wären. Weitere Informationen

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