Unseren neuen Kommentar für den 23.09.20 finden Sie hier.


Heizöl viel billiger als Wärmepumpenstrom

Internationaler Markt

Die Ölpreise werden in den USA gemacht. Das ist eine simplifizierende, in diesen Tagen gleichwohl stimmige Aussage. Mit dem Rückgang der Corona-Neuinfektionen und der Perspektive eines weiteren Konjunkturpakets unter Mitwirkung der Opposition kommt an der Wallstreet verhaltene Freude auf. Aktienkurse steigen und nehmen Ölnotierungen mit. Die Hoffnung dahinter ist höherer Ölkonsum.

Sich dieser Hoffnung hinzugeben, ist eine Glaubensangelegenheit. Sie kann mit ein und derselben Statistik untermauert oder widerlegt werden. Ein Beispiel: Das pandemisch gestörte Flugaufkommen brach bis Mitte April auf Basis von Sieben-Tage-Durchschnittszahlen um fast 73 Prozent ein. Mittlerweile ist es nur noch 35 Prozent von seinem Vor-Corona-Stand entfernt. Unter der Annahme eines stetigen Wiederanstiegs sollte die Flugwelt in zwei bis drei Monaten genesen sein. Bisher gab es allerdings keinen stetigen Wiederanstieg. Der lief zunächst langsam und beschleunigte sich ab Ende Mai. Mitte Juli sank das Flugaufkommen plötzlich wieder. Aktuell liegt es knapp über dem Juli-Hoch. Intakter Wiederanstieg oder langfristig gestörter Flugbetrieb, die Frage bleibt unbeantwortet. Möglicherweise werden sich Flug- und Ölindustrie vom Paradigma des ewigen Wachstums verabschieden müssen, nicht allein wegen Corona, sondern weil Menschen ihr Verhalten ändern.

Die Freunde an der Wallstreet ist inzwischen verhallt. Der kleine Ölpreisanstieg blieb bestehen. An ihm wird zur Stunde gesägt. Ein neues Jahreshoch der Ölpreise wurde während des Manövers nicht erreicht.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 42,07 Dollar und das Barrel Brent zu 45,01 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 371,50 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8520 Euro . Damit kostet der Euro 1,1732 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie befinden sich aber weiterhin in ihren abwärts gerichteten Trendkanälen. Vermutlich werden diese Kanäle nach und nach in horizontale Bahnen übergehen. Aus heutiger Sicht ist ein längerfristiges konstantes Niveau der Heizölpreise mit kleineren Ausschlägen nach oben und unten naheliegend.

Im Binnenmarkt geht es erheblich ruhiger zu als zu Hochzeiten des Corona-Lockdowns. Es gibt zwar immer noch alte Aufträge, die ausgefahren werden müssen. Neue Aufträge kommen aber nun gemächlich hinzu. Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl wird von Kunden weiterhin sehr hoch gehalten. Das Interesse an Heizöl ist allgemein aber deutlich gesunken. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends geben sich weiterhin als Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. In allen Zeitbereichen werden Abwärtsaussichten dargestellt, allerdings mit deutlich reduziertem Gefälle.

Das Tiefpreis-System zeigt in einigen Regionen Deutschlands Kaufsignale.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Greifen Sie zu, die Heizölpreise sind klare Kaufpreise.

Heizen mit Öl ist an den meisten Orten in Deutschland günstiger als mit Gas. Der Unterschied der Preise ist allerdings nicht groß. Anders sieht es im Vergleich zu Strom aus. Die Stromwärmepumpe ist ein teures Heizgerät, nicht nur wegen der Anschaffungskosten, die derzeit sehr stark gefördert werden, weit mehr wegen der Stromkosten. Obwohl auch diese für Wärmepumpen vergünstigt sind, sind die Preise für eine vergleichbare Jahresmenge Energie im Schnitt über 70 Prozent höher. Basis dieser Betrachtung ist ein Jahresverbrauch von 2.000 Liter Heizöl, die Wärmeenergie entspricht 20.000 kWh, im Vergleich zu 6.666 kWh Strom. Die reduzierte Menge ergibt sich aus dem Effizienzgewinn von 3 (Jahresarbeitszahl) einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Damit erhält man ebenfalls 20.000 kWh Wärme. Die Jahresarbeitszahl 3 wurde in Feldversuchen im Rahmen des Programms „Modellprojekte im Effizienzhaus Plus-Standard“ des Bundesbauministeriums ermittelt. Mehr als 80 Prozent der heute verbauten Wärmepumpentypen ziehen den Gewinn aus der Luft. Bei dieser Betrachtung ist der Umstand, dass Wärmepumpen in Nicht-Effizienzhäusern schlechtere Jahresarbeitszahlen als 3 aufweisen, unberücksichtigt. Den Preisvergleich für Heizöl können Sie bei uns und für Wärmepumpenstrom bei CHECK24 durchführen.

Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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