Unseren neuen Kommentar für den 17.01.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Abwärts drehen oder Trend knacken

Internationaler Markt

In den USA sinken die Ölbestände weiter. Sie befinden sich mittlerweile knapp unter dem Niveau von 2015. Das war das Jahr, an dessen Ende ein langfristiger Tiefpreis für Öl stand. Damals mussten die Lager einen Schwall überschüssigen Öls aufnehmen, der aus dem Ruder zu laufen drohte. Durch die Kürzungspolitik der OPEC und ihrer Alliierten sowie die Erlaubnis, in den USA produziertes Rohöl exportieren zu dürfen, löste sich die angespannte Situation auf.

Sinkende Ölbestände sorgen tendenziell für steigende Ölpreise. Gestern war das kaum der Fall. Marktteilnehmer scheinen das aktuelle Preisniveau als angemessen zu bewerten. Sie rechnen mit starken wöchentlichen Schwankungen aufgrund von statistischen Abgrenzungsproblemen bei großen Schiffsladungen, die sowohl im- als auch exportiert werden. Die relativ starke Ölnachfrage in den USA wäre ein eindeutig bullisches Argument. Ihr steht aber eine Ölförderung auf Rekordniveau gegenüber.

Die von den berichtenden Institutionen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gemeldeten Veränderungen der Lagerbestände zur Vorwoche lauten wie folgt:

Rohöl: -6,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 8,5 (DOE) bzw. 9,4 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt ordentliche 94 Prozent.

Eine bullische Interpretation könnte man auch vom Ausgang des Gesprächs über die Zollpolitik zwischen den USA und der EU erwarten, das die Chefs der beiden Regionen gestern führten. Sie beabsichtigen, die Zölle wieder abzubauen. Wenn es so kommen sollte, würde die Welt wohl mehr Öl brauchen. Spekulanten reagieren zurückhaltend. Das scheint angemessen zu sein. Es spiegelt den Wert politischer Absichtserklärungen in diesen Tagen wider.

Eine weitere bullische Komponente des Tages ist ein partieller Stopp von Ölexporten Saudi-Arabiens nach Europa. Ursächlich sind Beschüsse von Öltankern in der Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti durch Houthi Rebellen. Es handelt sich dabei um Auswirkungen des Stellvertreterkriegs zwischen Saudi-Arabien und Iran. Noch ist nicht absehbar, welche längeren Konsequenzen für den Schiffsverkehr zu erwarten sind.

Die Ruhe der Finanzjongleure, die den bullischen Informationen gestern trotzten, ist bemerkenswert. Man kann das durchaus als Hinweis verstehen, dass sie den Ölpreisen derzeit keine weitere Steigerung zutrauen. Das passt auch zu Äußerungen von Investmentbankern über zehn Dollar günstigere Rohölpreise.
Etwas höher als gestern Früh wird heute Morgen an den Ölbörsen aber doch gehandelt. Die Bewegung insgesamt ist moderat.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 69,48 Dollar und das Barrel Brent zu 74,46 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 662,00 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8523 Euro . Damit kostet der Euro 1,1729 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise befinden sich auf einem interessanten Niveau. Kurzfristig sollten sie wieder etwas nachgeben, wie die entsprechenden Trendkanäle der aktuellen Heizölpreis-Tendenz vermuten lassen. Dort stoßen sie nämlich an die oberen Begrenzungen. Preisbewegung umkehren oder Trend beenden - das muss in den nächsten Tagen geklärt werden.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt zeigt sich leidlich belebt. Viele Kunden ordern ihr Heizöl. Die Erwartung, bald günstigere Preise zu erzielen, ist indes zurückgegangen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem relativ schwachen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends lassen Verbraucher im Ungewissen. Kurzfristig liegen uninspirierte Abwärtstrends vor. Mittel- und längerfristig ist das Gegenteil der Fall. Einzig die Zehn-Jahres-Ansicht ist im Dauer-Abwärtsmodus.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Sie keine spekulativ eingestellte Persönlichkeit sind, sollten Sie sich durch einen Kauf Ruhe verschaffen. Spekulanten mögen weiterhin ihrer Hoffnung auf tiefere Preise folgen. Dafür werden vor allen Dingen die nächsten Tage relevant sein. Die Einsparungserwartung sollte moderat gehalten werden.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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