Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Saudi-Arabien senkt eigenen Ölpreis

Internationaler Markt

Der Ölmarkt erlebte gestern, wie sich zwei gegensätzliche Signale auswirken können und zeigte sich von seiner wankelmütigen Seite. Zunächst schien noch die Sonne, als die US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet ausfielen. Sie sind beileibe nicht gut, aber eben besser als erwartet. Dann wurde die wöchentliche Veränderung der US-Lagerbestände veröffentlicht. Diese gaben einen höher als erwarteten Abbau bekannt. Beide Informationen wirkten preistreibend und die Ölnotierungen stiegen im Verlauf des Tages zum Teil rasant an. Um dann, nach einer neuen Information, wieder schlagartig unter den Ausgangsstand zu fallen.

Saudi-Arabien hatte gestern bekannt gegeben die Preise für die beste saudische Sorte, das Arab Light, zu senken. Diese Senkung war ebenfalls erwartet worden, fiel aber viel stärker aus als Analysten angenommen hatten. Der Höhe des Preisnachlasses wird als Kampfansage an die Konkurrenten gesehen. Saudi-Arabien hat wohl keine Lust mehr, mit Produktionssenkungen die Marktanteile anderer Golfstaaten zu finanzieren. Es scheint eine Schmerzgrenze erreicht zu sein. Das lässt den deutschen Verbraucher auf einen Preiskampf innerhalb der OPEC hoffen, was sich auch auf die Ölpreise im Allgemeinen auswirken dürfte. Insgesamt hat diese Kampfansage höheres Gewicht als die wöchentliche Veränderung in den US-Lagern.

Nichtsdestotrotz geben wir die Veränderungen in den US-Beständen wider. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandserhebungen zuständigen Institutionen, legten folgende Zahlen vor:

Rohöl: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergab sich ein Abbau von 6,1 (DOE) bzw. 4,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel um 3 Prozentpunkte auf 90 Prozent. Da die Raffinerieauslastung gesunken war, ist ein Abbau der Bestände folgerichtig. Die Deutlichkeit überrascht allerdings. Dennoch bleibt der Gesamtmarkt gut versorgt. Das Niveau ist immer noch sehr hoch.

Der Euro leistete sich gestern eine kleine Verschnaufpause. Er bewegte sich in einem müden Handel nur wenig. Heute warten die Devisenmärkte auf die Entscheidungen und Erklärungen der EZB. Denn heute werden die Entscheidungen über das Zinsniveau bekannt gegeben. Außerdem muss konkretisiert werden, was sich die EZB unter ihrer expansiven Geldpolitik als reale Maßnahmen vorstellt. Tendenziell wirken sich diese Maßnahmen auf den Euro drückend aus, was den Import an Öl verteuert und die deutschen Energiepreise steigen lässt.

Heute Morgen bleiben die Börsen auf dem Niveau von gestern Abend und bestätigen damit den Preisnachlass, der sich gestern im späten Handel ergeben hat. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 798,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 90,66 Dollar und in London zu 94,07 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7918 Euro . Damit kostet der Euro 1,2626 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Sie werden von den Ölbörsen nach unten gezogen und bewegen sich steil abwärts innerhalb der 3-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz.

Der Binnenmarkt bleibt ruhig. Die steigenden Heizölpreise verstimmten und vertrieben einige Verbraucher. Nun warten sie scheinbar ab, weil die Abwärtsdynamik so schön ist. Das führt dazu, dass unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, nur noch einen mittleren Wert anzeigt. Es handelt sich aber immer noch um einen akzeptablen Heizölpreis.

Die Preisentwicklung schätzen unsere Leser passt zum abwartenden Verhalten der Käufer. Mit 80 Prozent ist der Anteil, der gestern auf fallende Preise gesetzt und gehofft hat, sehr hoch. Heute Morgen ist er sogar noch einmal um 6 Prozentpunkte auf 86 Prozent angestiegen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten und der Preiseinschätzung von Kunden und Lesern. Interessenten, die den besten Moment der letzten Zeit verpasst und sich zurückgezogen haben, werden in Kürze wieder als Beobachter und vielleicht sogar als Käufer dabei sein.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das bestärkt natürlich den Versuch günstigere Heizölpreise zu realisieren und passt nahtlos zum Kaufverhalten und der Einschätzung unserer Leser.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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