Unseren neuen Kommentar für den 23.04.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Schlimmer geht immer

Internationaler Markt

Die im Winter abgegebene Prognose, nach der die Ölpreise insbesondere im zweiten Quartal deutlich zulegen sollten, steht noch. Ein Teil des Preisanstiegs wurde bereits zum Jahresstart Realität. Es folgte eine ruhigere Preisphase. Seit März wird der Rohölpreis der Vorhersage vollständig gerecht. Das dürfte in den kommenden Wochen so bleiben. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, zeigte indes über längere Zeit wenig bullische Ambitionen. Im April schloss es sich schließlich doch den Vorgaben von Rohöl an. Zurzeit ziehen die Preise tendenziell im Gleichtakt aufwärts.

Im Wesentlichen ist die bullische Lage der erfolgreichen Produktionskürzung der OPEC-Allianz geschuldet. Anteile haben aber auch politische Störungen in Venezuela und Libyen sowie die Iran-Sanktionen durch die USA. Mit ihrer Schieferölproduktion konnten die USA derweil umfänglich für Ausgleich sorgen, was angesichts der traditionellen Nachfrageschwäche im ersten Quartal nicht schwierig war. Aktuell kommen Zweifel zur tatsächlichen Stärke der US-Förderung auf. Sie wird möglicherweise überschätzt. Das stärkt die Bullen im Finanzzirkus.

Russland in seiner Rolle als Partner der OPEC-Allianz sieht keine Schwäche der US-Ölindustrie. In Moskau ist man zunehmend davon genervt, den USA mit den Produktionskürzungen Marktanteile zu überlassen. Die Dringlichkeit für höhere Ölpreise liegt in erster Linie bei den Golfstaaten. Deren Staatsfinanzen hängen massiv am Ölmarkt. Russland kann indes gut mit den aktuellen Preisen leben. Vor diesem Hintergrund ist es alles andere als sicher, dass die Produktionsdrosselung über Juni 2019 hinaus fortbestehen wird. Analysten handeln die Lage mit einer extrem weiten Spanne für den prognostizierten Rohölpreis der Nordseesorte Brent. Die Angaben gehen von 82 Dollar im Falle fortgesetzter Kürzungen bis 40 Dollar bei deren Beendigung.

Der Ölmarkt wird nicht anders gesehen als alle anderen Märkte der globalen Ökonomie. Für alle steht Unsicherheit ganz oben auf der Agenda. Die Wirtschaft wird massiv durch politische Einflussnahme jedweder Couleur gestört. Die Logik der freien Märkte, in der Altes, Dysfunktionales verschwindet, um Platz für Neues, Funktionales zu machen, existiert nur noch als bedeutungsschweres Wort, nicht aber in der Realität. Das gilt insbesondere für die Finanzwirtschaft, gefolgt von vielen anderen Teilmärkten. Der politische Einfluss vermag es in keiner Weise, Menschen, ihrem Handeln und ihrem Wirtschaften die gewünschte Sicherheit zu verleihen. Das Gegenteil ist eher der Fall. Vor diesem Hintergrund entsteht Beliebigkeit von Prognosen.

Heute Morgen preisen die Ölbörsen etwas Abgang ins Spiel. Das ist wohl eher als Konsolidierung des Aufwärtstrends, denn als grundsätzlicher Stimmungswechsel zu verstehen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 63,29 Dollar und das Barrel Brent zu 70,91 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 628,65 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8842 Euro . Damit kostet der Euro 1,1307 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben einen Teil ihrer jüngsten Steigerung ab, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Dabei entsteht ein Bild, das wie die Fortsetzung des seit Anfang Januar entwickelten informellen Seitwärtstrends aussieht. Dieser Trend steht im klaren Widerspruch zum bullischen internationalen Markt. Er wurde durch die über längere Zeit gestreckte Rücknahme der überhöhten Preise in Deutschland als Folge diverser Störungen in Herbst und Winter 2018 möglich.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt wird mit den nahenden Feiertagen und den höheren Temperaturen ruhig. Kunden interessieren sich spürbar weniger für Heizöl. Die Hoffnung auf günstigere Heizölpreise bleibt wechselhaft. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht bei geringem Gesamtinteresse auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends geben Verbrauchern geringe Hoffnung auf bessere Preise. In den verschiedenen Zeitstufen tritt nur im längsten Zeitbereich ein Abwärtstrend auf. Die untypische 12-Monatsansicht lässt einen Seitwärtstrend erahnen. Alle anderen Bereiche zeigen Aufwärtstrends.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Der Preis wird in den kommenden Wochen höchstwahrscheinlich weiter ansteigen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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