Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Warten auf Irans Öl

Internationaler Markt

Verbraucher können recht entspannt in die nahe und mittlere Zukunft schauen. Neue Ölpreisschocks sind erst gegen Ende des Jahrzehnts zu befürchten. Natürlich gilt auch für diese perspektivische Aussage die beliebte Gegenanzeige „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Hier sind ein paar Fakten zu unserer Einschätzung:

Die Trends der Ölnotierungen weisen momentan abwärts. Die übergeordneten längerfristigen Trends sind seitwärts gerichtet. Für die Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) ist das Grundmuster stärker ausgeprägt als für Nordseeöl Brent. Das liegt an der üppigen Versorgungslage in den USA. Sobald das derzeit blockierte iranische Öl freigegeben wird, erwarten wir für Brent eine Annäherung an den WTI-Trend.

Die Rohölversorgung war lange nicht mehr so entspannt wie in den letzten zwei Jahren. Tendenziell steigt der Entspannungsgrad in naher Zukunft weiter an. Das ist der Anwendung neuer Technologien zu verdanken, die einen vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehaltenen Zuwachs der Förderung ermöglichen. Probleme sind in absehbarer Zukunft allenfalls von den politisch instabilen Gegenden des Nahen Ostens und Afrikas zu erwarten. Der derzeit größte Problemfall ist Libyen. Das mit Hilfe des Westens „befreite“ und sich selbst überlassene Land steht am Rande eines Bürger- bzw. Stammeskriegs. Es ist unregierbar. Die libysche Ölindustrie, die nationalen und europäischen Wohlstand brachte, liegt am Boden. Ohne die Ölverkäufe hat das Land keine Chance, eine Ordnung aufzubauen. Wir Europäer haben aufgrund des guten globalen Angebots hingegen die Chance, uns anderweitig zu versorgen. Nicht viel besser ist die Lage im Irak. Dort existiert aber dank massiver US-Anstrengungen so etwas wie eine Ölsicherungsstruktur, die Förderung und Lieferungen einigermaßen auf Spur hält. Der dritte große Unsicherheitskandidat ist Nigeria. Alle drei Länder gehören zur zweiten Garde der Lieferstaaten, deren Ausfall derzeit verkraftbar ist. Die erste Garde Saudi Arabien, Russland, USA funktionieren als Produzenten prächtig. Gleiches gilt für die Spitze der zweiten Garde China, Kanada, Iran, wenn man das Land nur lässt, Vereinigte Emirate und Kuwait.

Eine moderne Ölförderung braucht viel Geld. Die Preissteigerung in der ersten Dekade dieses Jahrtausends sorgte für eine gute Grundlage. Der Rest wird durch das Fluten mit Frischgeld über das Geld- und Finanzsystem beigesteuert. Solange das Ölangebot die Nachfrage übertrifft, ist die Inflationsgefahr der nach klassischer Denkweise verbotenen Gelddruckerei begrenzt. Wenn sich die Lage aber eines Tages dreht und mehr Öl nachgefragt als angeboten wird, platzt die derzeit in Bau befindliche Inflationsbombe. Es empfiehlt sich dringend, hierfür Vorsorge zu treffen. Sie müssen nichts übereilen, aber Sie sollten sich mit dem Thema „Reduzierung des Verbrauchs“ beschäftigen.

Das Beschäftigen ist ohne Zweifel schwierig, weil guter Rat teuer ist, wenn es ihn überhaupt gibt. Kaum eine der angebotenen Möglichkeiten, einen hohen Wärmeenergieverbrauch in den Griff zu bekommen, ist vertrauenerweckend. Das liegt daran, dass die Anbieter ihre Produkte verkaufen wollen und diese im Verkaufsprozess immer gut darstellen. Verbraucher sind üblicherweise nicht in der Lage, sich ein vollumfängliches Urteil über die Erfolgsaussichten des Angebots für die Lösung ihres Problems zu verschaffen. Die Unsicherheit führt verständlicherweise zu großer Zurückhaltung bei der energetischen Sanierung des Wohnbestands. Die Lösung wäre einfacher, wenn nicht das Konsumieren von Angeboten, sondern das Lösen von Problemen unser gesellschaftliches Leben bestimmen würde. Bevor ein solcher Paradigmenwechsel sichtbar wird, ist es allemal verständlich, dass Verbraucher nach preiswertem Brennstoff Ausschau halten. Hierfür sind die Erfolgsaussichten in den nächsten Jahren, wie angedeutet, recht gut.

Heute Morgen zeigen die Ölbörsen wenig Bewegung. Gemäß Charttechnik sollten sie sich wieder einmal abwärts orientieren. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 905,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,97 Dollar und in London zu 108,10 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,02 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Die Wende kommt rechtzeitig vor Erreichen der oberen Begrenzung ihres Abwärtstrends. Ursächlich war gestern die Ölbörse. Vom Dollar kam kaum Unterstützung. Der Binnenmarkt ist ruhig. Sein Preiseinfluss geht gegen Null. Die weiteren Aussichten sind freundlich. Wir können uns vorstellen, dass mit einer weiteren Abwärtswelle der Jahrestiefpreis vom April ins Visier genommen wird. Mit Geduld lassen sich in den kommenden Monaten sicher ein paar gute Kaufmomente aufspüren. Unser Internetangebot für PC und Smartphone wird Ihnen dabei helfen. Wer auf keinen Fall spekulieren möchte, findet heute einen akzeptablen Preis zum Kauf. Er ist deutlich günstiger als in den beiden Vorjahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: USA erwarten Winternachfrage
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Entwicklung in Libyen
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Raffinerien nehmen Winterarbeit auf
US-Rohölbestände sehr hoch
OPEC erhöht Angaben über Ölschiefervorkommen
Geringe US-Ölimporte
Ölangebot übertrifft Ölnachfrage

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