Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Wundersam und freundlich

Internationaler Markt

Für die zuletzt stark gefallenen Ölnotierungen stand gestern eine Gegenbewegung auf dem Programm. Kleine Geschichten mit bullischem Kolorit werden dazu erzählt. Sie sind uninteressant, da die Kraft der Bewegung aus der Charttechnik stammt. Der Abgang schlug schlicht zu stark in zu kurzer Zeit durch und muss nun konsolidiert werden. Nachdem das erledigt ist, sollten die Notierungen noch etwas tiefer sinken. Die gute Versorgungslage und die schwache Nachfrage gebieten das. Finanzjongleure klammern ihre Hoffungen zwar, wie in den letzten Jahren, an die US-Benzinnachfrage während des Sommers. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie aber, wie in den letzten Jahren, enttäuscht werden. Dieser Umstand und die weiter steigende Ölproduktion halten den Abwärtsdruck in der Preisbildung.

Der Ölmarkt macht die soliden, langsamen Preisbewegungen. Der Finanzmarkt bringt Hektik und heftige Ausschläge ins Spiel. Der Ölmarkt erlaubt Preisprognosen auf rationaler Grundlage. Der Finanzmarkt ist ein vermintes Feld, auf dem eine falsche Bewegung bzw. Äußerung fatale Folgen haben kann. Derzeit ist der Euroraum die gefährlichste Region im globalen Minenfeld. Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Minenfeld ohne Sprengungen geräumt werden kann. Dieser Versuch wird aber seit 2008 unternommen. Bis heute sind wenige Minen explodiert oder unschädlich gemacht worden, viele neue kamen hinzu. Preisexplosionen mit uneinschätzbaren Folgen sind jederzeit möglich.

Im Süden Europas kommt die ökonomische Bewegung auf dem von Banken und Politik verminten Feld zum Erliegen. Ein Besuch in Italien gibt dem interessierten Zuhörer Einblicke, die sich dem Touristen auf der Straße noch nicht zeigen. Für kurze Zeit tauchte ich jüngst in den italienischen Alltag ein und sprach mit Lehrern, Anwälten, Schauspielern, Wissenschaftlern, Studenten, Ingenieuren, mit Menschen in ihren Wohnungen, in der Eisenbahn, im Restaurant, an ihrem Arbeitsplatz. Die Auswahl war nicht repräsentativ, aber sie zeigte hohes Interesse am gesellschaftlichen Diskurs. Sie hat Vertreter voller Hoffnung auf eine fundamentale politische Wende im Land, die Bewegung „5 Sterne“ steht dafür, und solche, die das Land abschreiben und es verlassen wollen. Wer Arbeit oder Einkommen aus Rente hat, neigt zum Hoffen. Wer jung, ausgebildet und ohne Arbeit ist, steht dem Weggehen näher. Einig sind sich alle in wenigen simplen Aussagen zur Gegenwart. Europa als Gemeinschaft der Vielfalt ist uneingeschränkt gewollt und geschätzt. Der Euro wird als Bedrohung dieser Gemeinschaft und als Instrument der Banken gesehen. Er wird abgelehnt. Ökonomie als grenzenlose Wachstumsgeschichte kann nicht funktionieren. Meine Gesprächspartner wollen eine neue, plausible Gesellschaftsidee.

Es ist gut möglich, dass der Fortgang der Störungen und Explosionen im Minenfeld des Euroraums mit Italien als Schauplatz eine andere Richtung nimmt als in Griechenland, wo sich zumindest dem fernen Betrachter wenig aktiver Gestaltungswille der Bevölkerung offenbart. Wenn das der Fall sein sollte, werden die Finanzmärkte um eine weitere Komponente wilder Bewegungen „bereichert“. Welche Auswirkung die auf die Ölpreisentwicklung hätte, ist vollkommen uneinschätzbar. Dem an der Preisbewegung interessierten Heizölkäufer bietet sich eine Wundertüte der Möglichkeiten. Heute Morgen wackeln die Notierungen bereits wieder auf und ab. Eventuell hat die Gegenbewegung zum Preisabgang ihr Potenzial bereits ausgespielt. Die Tonne Gasöl kostet 886,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,51 Dollar und in London zu 104,83 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,88 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen aktuell wenig Bewegung. Steigende Ölnotierungen wurden durch nachgebende Dollarkurse weitgehend unschädlich gemacht. Mit moderat steigenden Preisen sollte in den nächsten Tagen dennoch gerechnet werden. Dabei bleibt der übergeordnete Abwärtstrend erhalten. Der weitere Ausblick ist freundlich und unsicher. Vom Ölmarkt kommen freundliche, vom Finanzmarkt unsichere Signale. Heizöl ist nach wie vor sechs Prozent günstiger als im Vorjahr. Damit ist es sogar billiger als vor zwei Jahren. Referenz der Angabe ist eine 3.000 Liter Bestellung. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Infrastrukturstörungen erwartet
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Südsudan kehrt als Lieferant zum Markt zurück
Sehr viel Öl am Markt
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
US-Arbeitslosenzahlen

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