Unseren neuen Kommentar für den 02.12.20 finden Sie hier.


Heizölpreise im Zockermodus

Die Ölpreise hatten im vierten Quartal des zu Ende gehenden Jahres einen bullischen Lauf. Rohöl der Sorte Brent kletterte um 18 Prozent. Gasöl (Vorprodukt für Heizöl) legte um neun Prozent zu, wobei dieser Anstieg erst in den letzten zwei Wochen erfolgte. Generell ist eine solche Preisbewegung im Ölmarkt nicht bemerkenswert. Volatilität gehört hier zum Geschäft. Bemerkenswert ist eher, wie gering die Preispanne über lange Zeit des Jahres ausfiel. Dieser Umstand ist Ausdruck eines ausgezeichnet versorgten Markts.

Angesichts der guten Angebotslage und der Perspektive einer Überversorgung im ersten Halbjahr 2020 kam der jüngste Preisanstieg dennoch unerwartet. Selbst eine kurze Phase von Knappheit sollte bei gut gefüllten Vorratslagern in einem beruhigten Umfeld ohne nennenswerten Preiseffekt durchgewinkt werden. Das geschah nicht. Nun darf spekuliert werden, ob Finanzjongleure etwas anderes über den Markt wissen, als die offiziellen Institutionen verlauten lassen.

Dafür gibt es keine belastbaren Hinweise. Im Gegenteil, die vielfältigen und teilweise sehr flexiblen Fördermöglichkeiten geben dem Markt eine selten gekannte Versorgungssicherheit. Diese wird auch nicht durch Produktionskürzungen der OPEC-Allianz infrage gestellt. Niemand würde sich wundern, wenn sie preislich unbeachtet durchgegangen wäre. Die Finanzszene scheint indes das sichtbare Streben Russlands, die Kürzungsquote tatsächlich einzuhalten, bullisch zu behandeln. Zu allem Überfluss wird auch noch der erste Teil eines Handelsabkommens zwischen USA und China eingepreist, das allenfalls als Verzicht auf Eskalation des Streits interpretiert werden kann. Man spielt mit dem Glauben an eine höhere Ölnachfrage.

Mindestens das angekündigte Handelsabkommen ist ein Aspekt reiner Finanzspekulation. Um einen realwirtschaftlichen Effekt zu erzielen, bedürfte es weiterer Teile einer umfassenden Übereinkunft. Die sind aber nicht in Sicht, nicht zuletzt, weil die Volkswirtschaften der beiden Kombattanten auch im Streit ordentlich laufen.

An den Aktienmärkten verfängt das Gerede über ein Abkommen. Im Ölmarkt wird es gerade mitgenommen. Genauso leicht kann es demnächst wieder abgeschüttelt werden. Langfristig ist Öl kein Gut der Geldaufbewahrung wie Aktien oder Gold, in denen die Geldflut der Zentralbanken akkumuliert wird. Öl ist auf seinen realwirtschaftlichen Wert beschränkt.

Heute Morgen folgt man an den Ölbörsen weiter den bullischen Träumen. Da erfüllt sich mal wieder eine Prophezeiung selbst. Irgendwann wird sie enden und platzen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 61,90 Dollar und das Barrel Brent zu 68,15 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 624,25 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8977 Euro . Damit kostet der Euro 1,1134 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen unentwegt an, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz unmissverständlich zeigt. Dem wird wohl der kurzfristige Abwärtstrend zum Opfer fallen. Diese Konsequenz kommt angesichts der ordentlichen Versorgungslage überraschend. „Finanzjongleure dieser Welt, was handelt ihr da eigentlich?“

Die Logistik im Binnenmarkt ist nach wie vor angespannt, was in den Lieferzeiten zum Ausdruck kommt. Aktuell ist das Bestellaufkommen übersichtlich. Die meisten Kunden haben sich bei besseren Preisen eingedeckt und können die aktuelle Marktphase aussitzen. Die Hoffnung auf fallende Preise existiert noch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr moderaten Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends erweisen sich nicht mehr als Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. Belastbare Abwärtstendenzen sind mittlerweile dürftig. Einzig die Zehnjahresgrafik ist in der Angelegenheit ein Hort von Zuverlässigkeit.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie jetzt nur Heizöl, wenn Sie es dringend benötigen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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