Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Wieder viel Übertreibung aufgebaut

Übertreibung ist messbar. Für Börsenkurse gibt es viele Modelle, die Übertreibung beziffern. Einige Modelle weisen erneut hohe Kennzahlen für Übertreibung aus. Die Notierungen sollten also wieder sinken. Soweit die Theorie, die Praxis schert sich nicht um die Modelle. Die Stimmung am Ölmarkt ist derartig bullisch, dass man einige Zeit mit hohen Übertreibungszahlen furchtlos leben kann. Erst wenn die Furcht vor Verlusten überhand nimmt, ist ein Preisrückschlag fällig. Dann fliehen die Spekulanten aus ihren Engagements in steigende Preise. In der Vergangenheit war eine gute Versorgungslage für Bullen ein furchteinflößender Umstand. Das gilt heute nicht mehr. Heute muss schon eine Überversorgung her, um die Bullen zu verjagen. Die wird es aber nicht geben, erstens weil sie technisch nicht möglich ist, zweitens weil kein Ölland daran Interesse hat. Es würde schließlich seine Einnahmen beschneiden. Und auf die Einnahmen sind sie alle angewiesen, am meisten die größten Ölproduzenten. Ihre Volkswirtschaften befinden sich in einer noch ungesunderen Abhängigkeit vom Öl als die Volkswirtschaften der großen Verbraucher. Der Ölpreis kann also noch lange aufwärts marschieren. Der Dollar bekam gestern einen Dämpfer aus dem Euroraum. Hier ist nach wie vor keine Zinssenkung angezeigt. Da sich die Stimmung zur US-Konjunktur aufhellt, ist mittelfristig aber eher ein Anstieg des Dollars zu erwarten.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Goldman Sachs treibt Preis durch hohe Prognose
Terrorbedingter Produktionsausfall in Nigeria
Atomstreit mit dem Iran
Russland meldet Peak Oil
OPEC will aktuell keine Produktionserhöhung
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012
Charttechnik: Aufwärtstrend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Gute US-Bestgandszahlen
Gedämpfte Nachfrageentwicklung
Hohe OECD-Vorräte
Schwächephase der US-Konjunktur
US-Regierung will Ölkonsum senken

Unsere Heizölpreise steigen unglaublich schnell. Ein Preisrückschlag wäre allemal fällig. Aber ernsthafte Hoffnung, dass dieser kommt, können wir nicht machen. Es wäre bereits ein nennenswerter Preiseinbruch, wenn ein mittleres Aprilniveau wieder erreicht werden würde. Das wurde von Verbrauchern ursprünglich als viel zu teuer angesehen. Am Ende wird man noch höhere Preise akzeptieren müssen. Nicht akzeptieren muss man hingegen seinen eigenen Verbrauch. Der ist fast immer drosselbar. Schauen Sie ihn mal genau an: esytrol

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