Preisvergleich:

Heizölpreise: Vorbeugen ist besser als draufzahlen

Internationaler Markt

In eine zunehmend bullische Preisentwicklung infolge der Entspannung an der Corona-Front platzte letzte Woche die regierungsamtliche Nachricht, dass die Eckpfeiler über ein Ende der Sanktionen gegen den Iran gesetzt seien. Im Umkehrschluss bedeutet das die Rückkehr des Landes zum Atomabkommen. Die damit verknüpfte Steigerung iranischer Ölexporte drückte mächtig auf die Preise.

Aber das Fell des Bären wurde offensichtlich vor seinem Erlegen verteilt. Bis heute gibt es kein Abkommen. Die Gespräche darüber werden auch im Juni noch stattfinden. Ein positiver Abschluss ist keinesfalls sichert. Die klare Unklarheit trieb die Preisentwicklung zur Ausgangslage zurück. Sie ist wieder bullisch.

Es darf bezweifelt werden, dass die Preise im Fall einer späteren Einigung zwischen Washington und Teheran erneut einen tiefen Einbruch erleben werden. Zum einen ist das zusätzliche Ölangebot durch das Ende der Sanktionen mittlerweile, da die Ölnachfrage deutlich anzieht, vergleichsweise klein. Zum anderen drohen dem Markt in Kürze wieder Versorgungsstörungen als Folge überdurchschnittlich starker Hurrikan-Aktivitäten in den USA. Eine entsprechende Prognose veröffentlichte das National Hurricane Center (NHC) letzten Freitag.

Da der Markt in den kommenden Monaten tendenziell knapp versorgt sein wird, könnte er das möglicherweise beigesteuerte Öl aus dem Iran problemlos aufnehmen. Unabhängig von diesem Angebot liegt der wesentliche Hebel zur Preissteuerung bei der OPEC-Allianz. Sie verfügt über hinreichende Kapazitäten und Möglichkeiten, um eine ausgeglichene Versorgung sowohl mit als auch ohne Zusatzangebot managen zu können.

Finanzjongleure sehen aus den genannten Gründen mehr bullisches als bärisches Potential im Ölmarkt. Es soll ihrer Meinung nach bis ins vierte Quartal preislich wirken.

Nachdem es gestern zu einer weitgehenden Rücknahme des fehlinitiierten Preiseinbruchs kam, dümpeln die Ölnotierungen heute Morgen desorientiert vor sich hin. Die Tendenz eines weiteren Anstiegs bleibt aber erhalten.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 65,91 Dollar Tendenz: steigend und das Barrel Brent zu 68,35 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 559,75 Dollar Tendenz: steigend. Der US-Dollar kostet 0,8157 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,2257 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen deutlich, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie haben das vor einer Woche markierte Jahreshoch knapp überschritten. Die Aufwärtskanäle in den verschiedenen Zeitbereichen lassen Platz für weiteren Anstieg. Das gilt auch für die 6-Monatsansicht, in der der Trend kürzlich von seitlich zu aufwärts wechselte. Nun kann er Stück für Stück steiler getrieben werden.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist relativ ruhig. Heizölbestellungen kommen gleichwohl stetig herein. Die Hoffnung auf fallende Heizölpreise ist weiterhin volatil. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Trendkanäle für die Heizölpreisentwicklung geben kaum Anlass für Preiszuversicht. In den kürzeren Zeitbereichen liegen nur noch Aufwärtstrends vor. Die Abwärtstrends der langen Zeitbereiche werden Jahr für Jahr durch die Erhöhung der CO2-Steuer verbogen.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Decken Sie sich ein, um einer weiteren Preissteigerung zuvor zu kommen.

Klarstellung: Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 25 Mai 2021

Heizölpreise-Chart vom 2021-05-25
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 25 Mai 2021, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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