Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Bernanke traut sich was

Internationaler Markt

Mittwochs ist Ölbestandstag in den USA. Das Thema kann heute als Randnotiz durchgewunken werden.
DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die über die US-Bestände wöchentlich berichtenden Institutionen, legten folgende Zahlen vor:

Rohöl: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,0 (DOE) bzw. 4,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 89 Prozent. Die US-Benzinnachfrage stieg ebenfalls ein wenig. Die absoluten Bestände halten sich am historischen Hoch. Fazit: Die USA schwimmen in Öl. Seit mehren Jahren wird nicht das Angebot, sondern die Nachfrage gesucht.

Das war das Beiwerk. Die wirklichen Schlagzeilen für die Preisbildung kamen von der US-Notenbank (FED) und aus China. Ben Bernanke, Chef der FED, deutete gestern Abend ein Ende der Anleihenkäufe an. Dass das Wort zu Kursverlusten an den Börsen führen wird, ist ihm bewusst. Er riskiert es trotzdem. Hut ab. Anders als der IWF (Internationaler Währung Fonds) sieht die FED die Wirtschaft der USA auf einem guten Weg. Bernanke wirft Wachstumszahlen um drei Prozent in den Ring. Die Finanzszene ist geschockt. Sie will die Wirtschaft am liebsten schrumpfen und die Geldmaschine pumpen sehen. Das brächte Planungssicherheit in ihre Zockergeschäfte. Drei Prozent Wachstum lassen sich nur über eben diese Zockergeschäfte abbilden. Die US-Realwirtschaft wird das nie und nimmer an den Tag legen. Die prekären Lebensverhältnisse werden eher steigen als fallen, mit und ohne finanzwirtschaftlich orientiertes Geldprogramm. Mag sein, dass Bernanke zu einer derartigen Einsicht gekommen ist. Fakt ist, dass er aus dem Teufelskreis des Gelddruckens aussteigen will. Ob er das am Ende, das heißt bis Mitte 2014 so geradlinig schafft, wie es gestern gedeutet, nicht angekündigt, wurde, wird sich zeigen. Finanzjongleure müssen nun erstmal Wunden lecken.

Und sie müssen die nächtliche Nachricht aus China verdauen. Anders als für die USA, wo die Finanzindustrie zu Hause ist, wünschen sie sich für China, das sie als globale Werkstatt sehen, durchaus ein hohes Wachstum der Realwirtschaft. Das bekommen sie nun anscheinend auch nicht. Der HSBC Einkaufsmanagerindex, ein als wichtig geltender Indikator, ist in die rezessive Zone gefallen. Das ist ein Schock. Nun kann man philosophieren ob Bernanke der Hals- und HSBC der Beinbruch ist oder umgekehrt. Wir sehen einem turbulenten Tag entgegen.

Der begann heute Morgen mit einem Abgang an den Ölbörsen, der sich bis zur Stunde unvermindert fortsetzt, beim Dollar allerdings gespiegelt wird. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 885,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,50 Dollar und in London zu 104,32 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 75,39 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen trotz heftiger Bewegung an den Börsen wenig Leben. Das liegt daran, dass dem Abgang der Ölnotierungen ein Anstieg des Dollars gegenüber steht. Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden die Ölbörsen allerdings die kräftigere Bewegung ausüben. Der Binnenmarkt ist ruhig. Er hat keinen Einfluss auf die Preisbildung. Der weitere Verlauf sieht für Verbraucher positiver als gestern aus, weil zwei schwerwiegende Schockmomenten auf den Börsen lasten. Es kann sein, dass diese den fundamentalen Umständen des Ölmarkts etwas mehr Gewicht verleihen. Wenn es so käme, würden die Heizölpreise sinken. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölbedarf soll deutlich steigen
Nordseeöl kann wegen Wartungsarbeiten vorübergehend knapp werden
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen um Syrienkonflikt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Bernanke deute Ende der lockeren Geldpolitik an
Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Produktenangebot soll deutlich steigen
Weltbank und IWF senken allgemeine Wachstumsprognosen
OECD senkt spezielle Wachstumsprognosen
OPEC, EIA und IEA Monatsberichte
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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