Unseren neuen Kommentar für den 21.10.20 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Gesetzgeber greift ein

Internationaler Markt

An den Börsen der Welt pendeln sich die Ölnotierungen zunehmend auf Stillstand ein. Die Lage wirkt wie eine Melange aus erwarteten Lockdowns und inständigen Hoffnungen, dass der Corona-Winter nicht so schlimm werden möge, wie er sich heute in den Fallzahlen ankündigt. Dieses Muster wiederholt sich Tag für Tag. Sie verpassen also nichts, wenn wir den Blick bisweilen auf angrenzende Themen lenken. Heute geht es im nationalen Teil um die Umsetzung von Regierungsmaßnahmen zur Klimarettung.

Vom internationalen Parkett fehlt an dieser Stelle nur noch die Preisindikation. Die ist aktuell leicht bullisch. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 40,29 Dollar und das Barrel Brent zu 42,16 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 330,75 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8567 Euro . Damit kostet der Euro 1,1670 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise schwingen wieder aufwärts, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Sie folgen damit den internationalen Börsenvorgaben. Im Vergleich zu dem Preisanstieg, den die Bundesregierung mit dem Klimapaket demnächst hervorruft, handelt es sich aktuell um eine homöopathische Dosis. Zudem kennen börseninduzierte Preisbewegungen den Abschwung. Das unterscheidet sie fundamental von gesetzlich fixierten Preisanteilen.

Ein Element im deutschen Paket zur Rettung des globalen Klimas ist die Bepreisung von CO2-Emissionen. Das heißt, dass für die Verbrennung von Kohle, Mineralöl und Erdgas entsprechend des jeweiligen Ausstoßes von Kohlendioxid ein Preis erhoben wird. Ab 2021 wird der Preis für eine Tonne emittiertes Kohlendioxid 25 Euro betragen. Bei der Verbrennung von jeweils einem Liter Heizöl, Diesel und Benzin entstehen 2,66, 2,61 und 2,33 kg CO2. Daraus ergeben sich CO2-Preise von rund acht Cent pro Liter Heizöl und Diesel sowie sieben Cent für Benzin. Diese Preise werden den Brenn- und Kraftstoffen aufgeschlagen. In den Folgejahren bis 2026 werden die Aufschläge steigen.

Der aktuelle Strommix aus regenerativer und fossiler Produktion emittiert rund 0,4 kg CO2 pro erzeugter Kilowattstunde. In einem Liter Heizöl steckt das Energieäquivalent von 10 kWh Strom. Damit ist die vergleichbare Energiemenge Strom derzeit 50 Prozent klimaschädlicher als ein Liter Heizöl. Das soll sich mit dem weiteren Zubau regenerativer Stromerzeugung ändern. Diese Änderung verteuert den Strom über die EEG-Umlage (Umlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz) stetig. Um den Effekt zu bremsen, soll ein Teil der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung als Kompensation der EEG-Umlage verwendet werden. Eine Nettoentlastung des Verbrauchers wird dabei allerdings nicht herauskommen, zumal industrielle Stromverbraucher zum Erhalt von Arbeitsplätzen Vergünstigungen auf CO2- und EEG-Preise erhalten werden.

Im Rahmen der E-Mobilität wird die CO2-Emission der Stromerzeugung übrigens politisch zu Null gesetzt. Damit wird die notwendige Debatte, ob tonnenschwere Elektrifizierung oder Leichtbau mit der Konsequenz von Ein-Liter-Verbrennungsmotoren zielführender für die Klimarettung ist, ausgebremst.

Ob sich mit den Maßnahmen des Klimapakets ähnlich positive Effekte zur Senkung von Klimagasemissionen erzielen lassen wie mit den reduzierten Wirtschaftsdynamiken in Krisenjahren, muss sich noch zeigen. Mit Sicherheit werden diese Maßnahmen indes zu stetig steigenden Energiekosten in sämtlichen Energieprodukten und -sektoren führen. Zur Zahlung dieses Preises werden alle Bürger ohne Rücksicht auf ihre soziale Lage verpflichtet.

Zurück zum Heizölmarkt. Er wurde durch den Preisrückgang im September deutlich belebt. Nun führen steigende Heizölpreise zu einem ähnlichen Effekt. Diesmal sehen sich Kunden durch die Sorge vor Verteuerung zum Kauf veranlasst. Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl wird ebenfalls noch sehr hoch gehalten. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends geben sich weiterhin als Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. In allen Zeitbereichen werden Abwärtsaussichten dargestellt, allerdings mit reduziertem Gefälle.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Schauen Sie sich die Preisentwicklung täglich an. Sie hat noch ein wenig Potential nach unten.

Spartipp: Wir weisen darauf hin, dass fossile Energieträger ab dem 1.1.2021 mit einem CO2-Aufschlag belegt werden. Für Heizöl beträgt er gut 8 Cent pro Liter. Darüber hinaus wird die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angehoben. Insgesamt ist eine Preiserhöhung von 9 Cent pro Liter zu erwarten. Für eine 3.000 Liter Bestellung ergibt sich ein Mehrpreis von 270 Euro. Planen Sie also Ihren Heizölkauf vorausschauend und behalten Sie die Lieferfristen im Blick! Für Lieferungen bis zum 31.Dezember 2020 entfallen CO2-Aufschlag und Mehrwertsteuererhöhung.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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