Unseren neuen Kommentar für den 17.01.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ganz schön träge

Internationaler Markt

Die Schieferölproduktion in den USA läuft blendend. Zwar offenbarte die Zählung in der letzten Woche eine abnehmende Zahl von Bohranlagen. Es ist das erste Minus seit sieben Wochen. Gleichwohl klettert die Zahl der angebohrten, noch nicht in Betrieb genommenen Quellen von einem Rekordhoch zum nächsten. Das Gleiche gilt für die Produktionsmenge. Schnellere Bohrtechnologien zwingen zum Umdenken beim Zählen. Nicht die Anzahl an Bohrgeräten, sondern die Anzahl eingebrachter Bohrungen ist das relevante Maß für die Schätzung zukünftiger Ölmengen.

Der Erfolg ist greifbar. Im März wird die Produktion in den amerikanischen Ölschiefergebieten kräftig zulegen. Dieser Zuwachs soll im April bereits getoppt werden. Es versteht sich fast von selbst, dass es in diesem Stil im Jahresverlauf weitergehen soll. Aus heutiger Sicht gibt es nur einen Umstand, der das verhindern könnte: ein Preisverfall.

Ein Preisverfall wird durch das rasante Produktionswachstum in den USA möglich und gleichzeitig würde er dieses Wachstum stoppen. Im Gegensatz zu den alten Techniken der Ölgewinnung, die extrem lange Planungs- und Betriebszeiten haben, können Unternehmen mit den modernen Techniken extrem elastisch auf Marktbedingungen reagieren. Produktionsauf- und Abbau sind in Wochen und nicht in Jahren realisierbar.

Das ist der Grund, warum seriöse Hypothesen zur Ölpreisentwicklung derzeit eine Spanne von 60 bis 70 Dollar pro Barrel (Preise für Brent) angeben. Es handelt sich bei den Werten gleichsam um die Aus- und Anschaltpunkte der US-Ölschieferproduktion. Wie erfolgreich diese Produktion ist, zeigen folgende Zahlen:

Die USA exportieren mittlerweile rund 1,5 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Die Hauptabnehmer befinden sich in Asien. So wurden im Januar dieses Jahres fast 0,5 Mio. Barrel pro Tag nach China geliefert. Ein Jahr zuvor waren es noch 0,06 Mio. Barrel pro Tag. Nach Südkorea flossen bzw. schwammen im Januar 0,1 Mio. Barrel pro Tag. Ein Jahr zuvor waren es null Barrel. Es ist kein Wunder, dass diese Entwicklung hektische Diskussionen in OPEC-Kreisen anfacht. Wegschauen und einfach die Produktionskürzung fortschreiben ist sicher eine schlechte politische Option.

Aktuell laboriert der Preis für das Barrel Brent bei 65 Dollar pro Barrel. In den kommenden Wochen und Monaten sollte sich der Markt mindestens die fünf Dollar bis zur 60er-Marke vorknöpfen. Soviel Prognose muss trotz allgemeiner Vorhersagekritik schon sein. Heute Morgen ist an den Ölbörsen allerdings keine Abwärtstendenz zu erkennen. Die Notierungen bewegen sich stumpf seitwärts.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 61,20 Dollar und das Barrel Brent zu 64,80 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 568,25 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8113 Euro . Damit kostet der Euro 1,2320 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die leichte Steigerung der Heizölpreise mutiert zu einer Seitwärtsbewegung, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die intakten Abwärtstrends in den kurzfristigen Ansichten geben sogar wieder der Hoffnung auf fallende Preise Raum. Zählbares ist aber noch nicht in Sicht.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt ebbt langsam ab. Käufer ordern durchaus noch beherzt, allerdings bei niedrigerem Gesamtinteresse. Beobachter sind hin- und hergerissen. Sie wechseln ihre Positionen zwischen „es wird günstiger“ und „da tut sich nichts“. Dabei beenden viele die Situation mit einem Kauf. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf höchstem Niveau für die Kaufintensität, das andere nur noch auf einem moderaten Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind für Verbraucher einigermaßen freundlich. In den kurzfristigen Darstellungen geht es abwärts. Gemäß der 12-Monats-Ansicht ist alles möglich. Die längerfristigen Ansichten zeigen Aufwärtstrends. Einzig die Zehn-Jahres-Ansicht ist im Dauer-Abwärtsmodus.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Sie keine spekulativ eingestellte Persönlichkeit sind, verschaffen Sie sich durch einen Heizölkauf Ruhe, gegebenenfalls durch den Kauf einer Teilmenge! Als Preisspekulant sollten Sie ein Geduldspolster mitbringen, das über den Winter hinausgeht.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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