Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise drohen abzuheben

Internationaler Markt

Die Ölpreise stiegen in der letzen Woche bemerkenswert deutlich an. Die Drei-Monats-Ansicht der Preischarts für die Rohölsorte Brent liefert ein starkes Bild dazu, das Verbraucher aus dem Markt treibt und Finanzjongleure anlockt. In der Zwölf-Monats-Ansicht sieht die Angelegenheit erheblich freundlicher aus Sicht der Verbraucher aus. Darin zeigt sich für die letzten zweieinhalb Monate eine Seitwärtsbewegung. Sie stellt eine brauchbare Zusammenfassung extrem divergierender Markteinschätzungen dar. In Worten ausgedrückt lautet diese, keiner weiss Bescheid, aber viele haben eine Meinung.

Finanzjongleure versuchen diese gewinnbringend zu handeln, am liebsten mit steigenden Preisen. In deren Gefolge findet sich eine am nicht mehr existierenden Peak Oil Mythos verzweifelte Gruppe Grüner Politiker, die ebenfalls Kapital aus der Lage zu schlagen versucht. Sie legte in der letzten Woche einem honorigen Fachmann katastrophenähnliche Hochpreisprognosen in den Mund, wie sie zu besten Peak Oil Zeiten kursierten. Diese hatten sich damals nicht bewahrheitet. Sie werden sich auch heute nicht bewahrheiten. Mit ein wenig Gelassenheit kann man feststellen, dass der Ölmarkt trotz zwischenzeitlich anderer Andeutungen immer noch die gleichen Schweinezyklen durchläuft wie seit über 150 Jahren. Mal wird viel Geld in das Geschäft investiert, mal wenig. Die Preise verhalten sich konträr zur Investition. Mal sind sie hoch, mal niedrig. Die Nutzung von Öl wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht an seiner Erschöpfung, sondern an der Hinwendung zu Alternativen zu Ende gehen. Das macht angesichts der Unverträglichkeit einer exzessiven Verbrennung fossiler Energieträger mit einer intakten Atmosphäre Sinn. Auf dem Weg zu einer Neugestaltung unserer Lebensweise gibt es kein stichhaltiges Argument gegen die verantwortungsvolle Nutzung der fossilen. Eine Gesinnungspolitik, die das missachtet wie derzeit in Baden-Württemberg, blockiert die Neugestaltung mehr als ihr zu dienen. Ausdruck findet das in stark gesunkenen energetischen Sanierungsaktivitäten.

Zur möglichen Preisbildung am Ölmarkt gibt es derzeit besonders viele widersprüchliche Geschichten. Es ist müßig, diese alle zu benennen. Die Vielfalt deutet darauf hin, dass jede Form von Preisbewegung relativ verhalten vonstatten gehen wird und dass eine Seitwärtsbewegung der Ölpreise wahrscheinlich ist. Angesichts des hohen Drucks, den die Finanzszene verspürt, das massenhaft verfügbare Geld „arbeiten“ zu lassen, ist es naheliegend, dem marktgerechten Seitwärtstrend eine schwache Aufwärtskomponente zuzugestehen.

Heute Morgen folgt der Börsenstart in die Woche genau diesem Muster. Das gilt sowohl für Öl- als auch für Dollarnotierungen und das gilt für die Heizölpreise. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 577,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 56,39 Dollar und in London zu 64,03 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9279 Euro . Damit kostet der Euro 1,0777 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise drohen ihren Seitwärtstrend nach oben zu verlassen, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Angesichts der Überversorgung des Ölmarkts fällt es schwer, das zu ertragen. Angesichts der Überversorgung der Finanzszene mit Geld fällt es schwer, an etwas anderes zu glauben.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen fließen beschaulich herein. Daneben hält sich eine bescheidene Hoffnung auf günstigeres Heizöl unter den Preisbeobachtern. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf höherem Niveau für die Kaufbereitschaft, wohlgemerkt bei schwachem Gesamtinteresse, das andere auf einem unüberzeugenden Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben keine hoffnungsvollen Zeichen mehr ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie gerade noch seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen. Machen Sie sich nur klar, dass diese Spekulation Chancen und Risiken beinhaltet.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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