Unseren neuen Kommentar für den 25.01.20 finden Sie hier.


Heizölpreise nah am 12-Monats-Tief

Internationaler Markt

Das Handelsabkommen zwischen den USA und China ist unterschrieben. Im Weißen Haus wurde Jubel zelebriert. Finanz- und Ölmarkt nahmen daran nicht teil. Ihre Protagonisten sehen in dem Akt lediglich einen Burgfrieden und zwar einen brüchigen. Wenn dem unberechenbaren Präsidenten im Weißen Haus der Kamm schwillt, wird er bei den immer noch bestehenden Strafzöllen draufsatteln. Aus Ölpreissicht war das ein Nichtereignis.

Die OPEC veröffentlichte gestern ihren Monatsbericht zum Ölmarkt. Darin prognostiziert sie für 2020 eine stärker steigende Nachfrage und sinkende Ölbestände bei ihren Mitgliedern. Das Nachfragewachstum 2019 korrigierte sie indes nach unten. Das Ölangebot der Nicht-OPEC sieht sie kräftiger wachsen als im letzten Bericht. Das Kartell wird sich weiterhin um einen Kürzungskonsens kümmern müssen, um das drohende Überangebot abzuwenden. Auch dieser Komplex was aus Ölpreissicht eine Nullnummer.

Für Bewegung sorgten hingegen die US-Bestandsdaten. Sie weisen einen hohen Gesamtaufbau gegenüber der Vorwoche aus. Dem liegt ein neuer Produktionsrekord für US-Rohöl zugrunde und eine schwache Heizölnachfrage wegen des warmen Winters. Die Ölpreise gaben kurz nach Veröffentlichung deutlich nach.
Die wesentlichen Daten der berichtenden Institutionen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lauten wie folgt:

Rohöl: -2,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. 1,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +8,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: +6,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 12,4 (DOE) bzw. 11,1 (API) Mio. Barrel. Die US-Raffinerien kochten auf Hochtouren (Verfügbarkeit 92 Prozent) Produkte, so dass die Rohölbestände laut DOE sanken. Dieser Umstand annullierte später einen Teil des Preisrückgangs.

Heute Morgen wurde der verbleibende Rest des Rückgangs weitgehend glattgestellt. Die Börsennotierungen bewegen sich auf dem Niveau von gestern früh. Das mag auch die Tagestendenz sein. Abwärtspotenzial steckt aufgrund des hohen Ölangebots und der schwachen Winternachfrage gleichwohl im System.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 58,17 Dollar und das Barrel Brent zu 64,36 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 577,00 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8970 Euro . Damit kostet der Euro 1,1146 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben gegenüber gestern homöopathisch nach. Die aktuelle Heizölpreis-Tendenz weist hingegen deutlich abwärts. Sie signalisiert, dass noch mehr Abgang möglich ist, vorausgesetzt die geopolitische Lage bleibt stabil.

Der Binnenmarkt für Heizöl bekam durch den aktuellen Preisabgang kurzfristige Verstärkung. Kunden orderten kräftig und die Zahl der Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren, stieg. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends werden wieder zum Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. Belastbare Abwärtstendenzen sind zwar noch dürftig. Im kurzfristigen Bereich entwickelt sich aber ein Trendwechsel. In anderen Bereichen kratzt der Preis an den unteren Trendgrenzen, um sie abwärts zu drücken. Zuverlässig freundlich ist seit langer Zeit die Zehnjahresgrafik.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Die Preise sind wieder sehr gut. Sie nähern sich einem Jahrestief.

Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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