Unseren neuen Kommentar für den 21.04.21 finden Sie hier.


Heizölpreise werden jetzt im Binnenmarkt gemacht

Internationaler Markt

Ostern 2020, war es beschaulicher oder war es aufregender als üblich? Viele Menschen genossen hierzulande ohne Zweifel die Entschleunigung, die der amtlich angeordnete Lockdown erzwang. Selbst die seuchenbedingte zwischenmenschliche Verhaltensänderung konnte diesen Eindruck kaum noch trüben. Ganz anders waren die Festtage in der internationalen Welt des Öls.

Eigentlich wollten die Protagonisten der OPEC-Allianz Gründonnerstag eine bahnbrechende Förderbeschränkung verkünden. Das gelang nicht, weil Mexiko als Teil der Gruppe noch nicht zu einer eigenen Drosselung bereit war. So musste man sich mit der Ankündigung eines Plans zufriedengeben. Der hatte es allerdings in sich, weniger aufgrund des Kürzungsvolumen, sondern aufgrund der Kürzungsdauer. Man stellte drei Perioden abgesenkter Produktion vor. Im Mai und Juni 2020 sollen 10 Mio. Barrel pro Tag vom Markt genommen werden, für den Rest des Jahres sollen es 8 Mio. Barrel pro Tag sein und danach bis April 2022 6 Mio. Barrel pro Tag. Die Realisierung hinge nur noch von der Teilnahme Mexikos ab. Börsianer nahmen die Ankündigung wenig euphorisch auf. Dann wurden die Lichter in den Handelssälen und die Computer bis Montag abgeschaltet.

Karfreitag schloss sich Mexiko dem Plan mit einer kleineren Kürzung an. Die Allianz konnte Vollzug für 9,7 Mio. Barrel pro Tag verkünden. Aber was machen die Ölpreise? Ohne Börse gibt es dazu keine Antwort. Und es wurde noch komplizierter als die G20-Gruppe am Sonntag weitere Kürzungen ankündigte. Dazu gehört die Übernahme der fehlenden 0,3 Mio. Barrel von Mexiko durch die USA. Gemeinsam mit Brasilien und Kanada sollen insgesamt 3,7 Mio. pro Tag beigetragen werden. Weitere G20-Länder fügen 1,3 Mio. Barrel hinzu, so dass der Beitrag insgesamt 5 Mio. Barrel pro Tag beträgt. Der unberechenbare Präsident der USA errechnete und verkündete eine Kürzungssumme von 20 Mio. Barrel täglich, mit der er die Ölpreise und seine Ölindustrie gerettet sieht. Noch heute versuchen Interessierte sein Einmaleins zu begreifen.

Dann wurde es Montag und die Wahrheit über die Ölpreise kam mit Börseneröffnung ans Licht. Es gab kein Kursfeuerwerk. Es gab keine besonderen Bewegungen in den Charts. Es herrschte relative Ruhe. Finanzjongleure sehen in den umfangsreichsten Förderdrosselungen, die es je gab, keine Grundlage für eine substanzielle Veränderung des Ölmarkts. Die G20-Maßnahmen werden nicht als echte, sondern als durch den Markt erzwungene Kürzungen aufgefasst. Weder Nachfrage noch Tanklager erlauben eine höhere Produktion, also muss sie gedrosselt werden. Anders sieht es mit den Maßnahmen der OPEC-Allianz aus. Sie gelten als echt, sind aber viel zu gering, um dem Nachfrageschwund von geschätzten 19 Mio. Barrel pro Tag wirkungsvoll begegnen zu können.

Die US-Ölindustrie sieht ihre vom Präsidenten ausgerufene Rettung nicht. Sie bemüht sich weiter um weitreichende Kürzungsvorgaben der US-Administration, bisher vergeblich.

Bis heute Morgen hat sich die Einstellung der Finanzszene nicht geändert. Sie erwartet eher fallende als steigende Ölpreise. An den Börsen dümpeln die Notierungen derzeit seitwärts.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 22,60 Dollar und das Barrel Brent zu 32,09 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 296,50 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,9145 Euro . Damit kostet der Euro 1,0934 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise sinken, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die Bewegung ist von Börsenvorgaben geprägt. Nationale Besonderheiten des Heizölmarkts werden im Verlauf des Vormittags hinzugefügt. Dabei kann es zu Preisänderungen kommen, insbesondere nach oben, weil die Heizöllogistik hierzulande durch die Corona-Umstände weiterhin geschwächt ist. Die Auswirkungen können nur von Tag zu Tag einbezogen werden.

Als Folge der Informationen über die OPEC-Allianz während der Ostertage hat sich wieder eine Bestellwelle im Binnenmarkt aufgebaut. Die ohnehin vollen Orderbücher der Händler wurden weiter befüllt. Dieser Umstand und die personelle Unsicherheit, in der sie sich befinden, gibt ihnen wenig Anlass, mit besonders günstigen Preisen um Kunden zu ringen.

Längst nicht alle Beobachter der Heizölpreise wurden über Ostern zu Kunden. Die Überzeugung, dass Heizöl noch günstiger wird, ist nicht erloschen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf höchstem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends sind Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. In fast allen Zeitbereichen werden Abwärtsaussichten dargestellt. Einzig in der kurzfristigen Ansicht zeigt der Einfluss des knappen Angebots im Binnenmarkt einen wechselbereiten Trend.

Das Tiefpreis-System zeigt in einigen Regionen der Republik Kaufsignale.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Die Heizölpreise sind immer noch klare Kaufpreise. Allerdings kann der Preisverfall noch einmal Fahrt aufnehmen. Es bleibt eine Marktlage für Spekulanten.

Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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