Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Selbstgespräch

Wenn der Füllgrad von Heizöltanks ein Indikator für die Jahreszeit ist, beginnt die Heizsaison auch in diesem Jahr zu früh. Viele Tanks sind noch nicht wintergemäß geladen. Wir Menschen müssen allerdings zur Kenntnis nehmen, dass nicht unser Einflussvermögen, sondern die Natur selbst die Bedingung für die kalte Jahreszeit vorgibt. Sie kommt in kalkulierbarer Regelmäßigkeit. Es ist gute Praxis, menschliches Verhalten darauf einzustellen. Selbstverständlich ist den meisten Ölheizern bewusst, dass sie sich um ihren Vorrat kümmern müssen. Das machen sie auch. Oft stoppt das Vorhaben allerdings im Ärger über einen als zu hoch empfundenen Preis. Der Winter rückt näher und der Vorrat sinkt, statt zu steigen. Die preisbedingte Schockstarre endet häufig in hektischen Telefonaten und einem teuren Noteinkauf. Dem beliefernden Händler kommt in diesem Spiel die Rolle des Mephisto zu, dessen allzeitige Dienstbereitschaft zwar eine gewisse Wertschätzung erfährt, dessen Rechnung aber als papiernes Übel durch Mark und Geldbeutel schießt.

Irgendwann im alle Jahre wiederkehrenden Ablauf bekommt die Sache mediale Aufmerksamkeit. Dann sind gute Ratschläge für optionslose Heizölkäufer teuer. Die naheliegende aber sachfremde Frage lautet, wo kann man jetzt günstig Heizöl kaufen? Nirgends, weil alle Verkäufer zu annähernd gleichen Bedingungen einkaufen. Nicht der Händler, sondern der Zeitpunkt bestimmt den Preis. Zwischen einem soliden und einem billigen Händler ist eine Preisdifferenz von 50 Euro für eine Lieferung sehr viel. Da beide zu annähernd gleichen Konditionen einkaufen, ist Skepsis über die angebotene Leistung angebracht und jede Empfehlung der eigenen Peergroup hilfreich. Zwischen einem gewöhnlichen und einem günstigen Zeitpunkt ist eine Preisdifferenz von 250 Euro normal. Skepsis ist allenfalls darüber angebracht, ob der Preisverlauf noch mehr Einsparung erlaubt. Unzeitgemäße Preisideen sind der größte Widersacher. Sie führen oft zum Verlust des Vorteils, weil dieser nicht durch einen beherzten Kauf festgehalten wurde.

Und was ist mit Sammelbestellungen? Die versprechen doch den Vorteil der großen Menge. Nein, mit der Menge hat das wenig zu tun. Der Preisunterschied resultiert aus den ortsgleichen Entladestellen. Dabei wird lediglich die einzelne Belieferung, aber nicht die Ware billiger. Der Warenpreis ist immer gleich. Für den Einkauf eines Heizölhändlers mit vielen tausend Kunden bringt die Menge von zehn oder zwanzig gebündelten Kleinbestellungen keinen quantifizierbaren Unterschied. Deshalb kann weder ein besserer Einkaufspreis erzielt, noch weitergegeben werden. Die Belieferung, d.h. der Transport, schlägt im Einzelfall mit rund 100 Euro im Gesamtpreis zu Buche. Diese wird bei benachbarten Abladestellen billiger. Zwei Abladungen kosten 120 bis 150 Euro, also 60 bis 75 Euro pro Besteller. Die Differenz zu 100 Euro ist die ganze Einsparung, die die Sammelbestellung erlaubt. Der Vorteil wird mit steigender Teilnehmerzahl geringer, da sich die Belieferungskosten nicht beliebig senken lassen. Auch ohne nennenswerte Fahrstrecke muss für den Anschluss an den Tank und die Zeit der Abladung ein Preis gezahlt werden. Für den marginalen Vorteil der großen Gruppe muss jeder Teilnehmer die Unflexibilität bei der Terminabstimmung und die Gefahr, den möglichen Zahlungsausfall eines Teilnehmers zu übernehmen, akzeptieren. Die Einkaufsgemeinschaft ist nämlich eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, bei der jeder für jeden Mitgesellschafter haftet.

Gut, aber wann wird Öl denn wieder billiger? Wenn die Börse nachgibt oder wie man heute gerne sagt, wenn die Märkte nachgeben. Die Märkte sind ein Synonym für spielbereite Finanzakteure mit sehr viel Geldvermögen. Hierzulande ist dieses Vermögen ungefähr dreimal größer als das zum ordentlichen Gang der Realwirtschaft nötige Geld. In allen Industrieländern wird es seit 2008 mit Hilfe der Staaten und der Zentralbanken ausgeweitet. Man erhofft sich dadurch eine Beruhigung der Märkte. Als beruhigend werden steigende Börsenkurse angesehen.

Das hat doch nichts mit Öl zu tun. Steigt der Ölpreis nicht, weil Öl knapp wird? Nicht direkt, da Öl derzeit nicht knapp ist. Das Angebot ist gut. Es wird moderat gesteigert. Die Nachfrage ist hoch aber einigermaßen stabil. Der Nachfragezuwachs fällt aufgrund relativ geringen Wirtschaftswachstums schwach aus. Langfristig wird Öl selbstverständlich knapp, weil es endlich ist, so endlich wie jede fossile Ressource dieser Erde. Wann und ob der Knappheitsmoment eintritt, weiß niemand, weil die Entwicklung der Ölnutzung nicht einschätzbar ist. Sie wird durch Konjunkturverläufe und mehr noch durch technische Entwicklungen bestimmt. Derzeit ist ein Leben ohne Öl in einer modernen Gesellschaft undenkbar. Phantasien darüber gibt es aber durchaus. Gleiches gilt für Gas, Kohle und Uran. Ein Teil der Teuerung des Öls ist der immer kostspieligeren Förderung geschuldet. Das billige Öl, das ohne großen technischen Aufwand aus der Erde strömt, ist weitgehend verbraucht. Vom kompliziert zu fördernden Öl ist aber noch reichlich vorhanden. Die Menge ist vier- bis fünfmal so groß wie die des billigen Öls. Ihre Förderung wird allerdings im Extremfall unvorstellbar teuer werden. Ein nennenswerter Teil dieses Öls wird niemals erschlossen werden.

Und wenn ein Krieg ausbricht, beispielsweise zwischen Israel und dem Iran? Dann wird Öl nicht billiger, sondern teurer. Politische Krisen und Kriege sind immer temporäre Erscheinungen. Die Wirkung auf die Ölpreise kommt und geht. Sie kann bisweilen allerdings lange andauern. Wesentlich für derartige Ereignisse ist, dass sie kaum prognostizierbar sind. Kein vernünftiger Mensch nimmt an, dass Israel und der Iran tatsächlich Krieg führen werden. Das heißt aber nicht, dass es keinen Krieg geben kann. Wenn es ihn geben wird, werden wir erst mit dem Tag des Ausbruchs von ihm erfahren, nicht vorher. Insofern ist jede Prognose in der Sache reine Spekulation. Für Preisvorhersagen eignet sie sich nicht. Gleiches gilt übrigens für die politische Einflussnahme auf die Finanzkrise. Sie ist gewollt uneinschätzbar. Damit entzieht sich auch die Ölpreisvorhersage immer stärker der Einschätzbarkeit.

Wie soll ein Heizölverbraucher denn nun handeln? Langfristig, weitsichtig und situativ. Das heißt? Er soll davon ausgehend, dass alle Energieträger langfristig teurer werden. Deshalb soll er seine Verbrauchsgewohnheiten darauf anpassen. Hierfür gibt es technische und verhaltensorientierte Möglichkeiten. Technisch ist die Steigerung der Effizienz, im Klartext Wärmedämmung und moderne Heizung. Das kann und sollte mit dem existierenden Energieträger geschehen. Ein Wechsel ist üblicherweise teurer und bietet keine Gewähr, günstigere Bezugspreise zu sichern. Verhaltensbedingt ist beispielsweise der Anspruch auf Wohnraumgröße und Wohnraumnutzung. Der über Jahrzehnte praktizierte Hang zu mehr Wohnraum bedingt trotz deutlicher Effizienzsteigerung eine Zunahme des Verbrauchs oder zumindest nicht seine Abnahme. Hier liegt viel Potenzial brach, das ohne Investitionskosten gehoben werden kann. Situativ soll der Heizölverbraucher handeln, indem er die Preisbewegung ständig verfolgt und günstige Momente nutzt. Dazu gibt es esyoil. Unser Tiefpreissystem informiert Nutzer automatisch über günstige Momente. Seine Verwendung ist für Verbraucher einfach und kostenlos.

Unsere Heizölpreise haben übrigens ein wenig nachgegeben. Da sie im Vergleich zur Vergangenheit hoch sind, ist diese Bewegung nicht als Kaufanlass geeignet. Der bevorstehende Winter ist dagegen sehr wohl ein Kaufanlass. Wer kaum noch Heizöl im Tank hat, hat keine Wahl, zumal die Lage kurzfristig keine nennenswerte Preisreduzierung verspricht. Längerfristig ist ein Abgang möglich. Die Begründung liegt in der unsicheren Ausprägung des Finanzsystems. Gegenanzeige kommt aus der eskalierenden Kriegsgefahr im Nahen Osten. Wer auf Abgang spekuliert, sollte mit seinem aktuellen Vorrat mindestens bis ins neue Jahr kommen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen. Ich danke mir für das Gespräch.

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