Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Trenderhaltender Dämpfer

Am Freitag fielen die Preise deutlich zurück. Als Begründung wurde eine friedliche Lösung des Konflikts um die irakische Stadt Nadschaf genannt. Die Meldung entpuppte sich als Ente. Die Preise blieben aber bei ihren Kursabschlägen. Damit liegt es nahe, die Bewegung als die überfällige Gegenreaktion auf die rasant gestiegenen Preise zu titulieren. Es klingt paradox. Aber dieser Preisrückgang ist wahrscheinlich kein gutes Zeichen für Verbraucher.

Am Donnerstag der letzten Woche ging die Preisentwicklung endgültig in eine Überhitzungsphase über. Das ist kurzfristig betrachtet bitter für Verbraucher. Aber üblicherweise ist es das Signal für ein Ende der Bewegung. Mit einer kräftigen Übertreibung der hohen Preise verliert der Trend sein Potential. Es wird förmlich verbrand. Danach geht es normalerweise wieder abwärts und das bisweilen schnell.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass das Aufwärtspotential des laufenden Trends mit dem Preisanstieg vom letzten Donnerstag abgefackelt wurde. Dazu bedarf es eher eines noch schnelleren Anstiegs um 3-5$ oder mehr für Rohöl. Mit der Tags darauf erfolgten Korrektur wurde der Preis wieder auf die obere Linie des Trends zurückgesetzt. Das deutet darauf hin, dass die Aufwärtsbewegung noch länger Bestand haben wird. Allerdings verläuft die Trendlinie seit Anfang August steiler als diejenige des langfristigen Aufwärtstrends.

Möglicherweise werden die Preise wie Ende Mai durch eine ausgeprägte Gegenbewegung kurzfristig auch deutlicher zurückgeführt. Schließlich lässt der Aufwärtstrend dazu einen Spielraum von 10$ und mehr. Aber die Grundaussage, dass er nach wie vor eine stabile Erscheinung ist, bleibt bestehen.

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Nachfrage trotz der hohen Preise steigt. Bei Rekordniveaus der Preise werden in diesem Jahr gleichzeitig Rekordniveaus der Nachfrage erreicht. Ein Umstand, der absolut untypisch ist. Immer wieder wird das Wirtschaftswachstum insbesondere Chinas hierfür verantwortlich gemacht. Bei der weltweiten Verschiebung von Produktion in Billiglohnländer läuft etwas schief. Zwar sind die Personalkosten in der Tat niedriger. Aber die Energieeffizienz in diesen Ländern ist teilweise katastrophal. Sie verbrauchen erheblich mehr Energie als die entwickelten Industrienationen Europas. Da Öl der flexibelste aller Rohstoffe ist, kommt es überproportional stark zum Einsatz. Eine Wende dieser Tendenz ist erst in mehreren Jahren zu erwarten, wenn die neuen Industrienationen eine effiziente Energieversorgung aufgebaut haben.

Daher wird Verbrauchern wenig anderes übrig bleiben, als sich über kurzfristige Preisrückgänge doch zu freuen, auch oder gerade weil diese letztendlich nur zu einer Stabilisierung des Aufwärtstrends gehören.

Heute Morgen geht der Gasölpreis mit Werten unter 400$ pro Tonne in die neue Woche. Aktuell sind es 392$ mit steigender Tendenz.

Unsere Heizölpreise haben zum Wochenende nachgegeben. Die Fachwelt erwartet für den Wochenverlauf neue Höchststände. Das erscheint uns angesichts der jüngsten Bewegung nicht zwingend eintreten zu müssen. Mit etwas Glück ergeben sich in dieser Woche sogar Kaufgelegenheiten zu niedrigeren Preisen. Aber auch wir sind der Meinung, dass wir das Ende des Preisanstiegs noch lange nicht gesehen haben.

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