Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


USA verfolgen eine alte Idee

Die USA erlebten Peak Oil im Jahr 1970. Seit diesem denkwürdigen Moment ist ihr Verbrauch um 27 Prozent gestiegen. In Deutschland ist der Verbrauch im gleichen Zeitraum um 15 Prozent gesunken. Weltweit stieg der Ölverbrauch seit 1970 um 84 Prozent. Ist der Peak erreicht, sinkt das Angebot kontinuierlich weiter. Für die USA bedeutet das, dass sich das Land immer stärker aus fremden Quellen speisen muss. Aus deutscher Sicht ist das kein bemerkenswerter Umstand, für die Amerikaner sehr wohl. Wir sind fast komplett auf fremdes Öl angewiesen. Nicht zuletzt deshalb gibt es einen natürlichen Hang zur Senkung des Verbrauchs. Die USA waren in der Spitze, im Jahr 2005, zu 67 Prozent von Fremdlieferungen abhängig. Damit können sie nicht gut leben, weil sie weder sparen noch fremdbestimmt sein wollen.

Bereits in den 1970er Jahren rief der damalige Präsident Jimmy Carter die Unabhängigkeit von Ölimporten als Ziel aus. Statt sich dem Ziel zu nähern, entfernte sich das Land immer weiter davon. Lediglich in der Phase zwischen 1978 und 1983 stimmte die Richtung. Damals sank der Verbrauch. Die Wirtschaft steckte in einer schweren Rezession. Seit 2007 sinkt der Verbrauch erneut. Die Wirtschaft steckte wieder in einer Rezession. In jüngster Zeit steigt das heimische Angebot, nicht so der Verbrauch. Er könnte seinen Peak überschritten haben. Mit dieser neuen Lage erinnert man sich an das alte Ziel und gewinnt Freude an Jimmy Carters aberwitzig klingender Idee der Unabhängigkeit von Ölimporten. Die heimische Förderung wird immer weiter aufgepäppelt. Sie hat den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Das neue Öl wird aus unkonventionellen Quellen, hauptsächlich Schiefer, gewonnen. Kühne Träumer halten eine Steigerung des heimischen Aufkommens von 25 Prozent für möglich. Um damit Unabhängigkeit zu erreichen, müsste der Verbrauch um 50 Prozent sinken. Na ja, schaun wir mal. Anderen Ländern traut man das Gelingen eines solchen Sparvorhabens eher zu.

Entgegen aller Skepsis können wir seit geraumer Zeit feststellen, dass die USA sehr viel Öl zur Verfügung haben. Öl, das sie offensichtlich nicht verbrauchen können. Ihre Lager sind voll. Das berühmteste aller Lager, das in Cushing Oklahoma, ist 35 Prozent voller als vor einem Jahr. Zwischenzeitlich wurde der üppige Füllgrad dieses Lagers für den relativen Verfall des WTI-Preises (Texas-Öl-Preis) verantwortlich gemacht. Der zeitweise Preisverfall war allerdings eher eine gesteuerte Aktion großer Finanzjongleure. Das Lagervolumen steigt nämlich weiter. Seit dem Ende der Aktion steigt der Preis dennoch wieder mit den anderen Preisen des internationalen Ölgeschehens. Die aktuellen Daten über die US-Vorräte weisen erneut ein Plus auf. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben Folgendes zur wöchentlichen Veränderung in den US-Lagern zu Protokoll:

Rohöl: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,9 (DOE) bzw. 3,6 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt unverändert 84 Prozent.

Nach Veröffentlichung der relevanteren DOE-Daten brachen die Preise gestern kurz ein. Sie erholten sich schnell wieder, da an den Börsen die Lage in der arabischen Welt und insbesondere in Libyen stärker gewürdigt wird. Die Interventionsstaaten haben sich auf die Seite der Rebellen gestellt. Diese werden momentan durch die Gaddafi-Truppen zurückgeschlagen. Damit sinkt die Chance auf baldige Wiederaufnahme der Öllieferungen aus Libyen. Schlimmer noch, die Wahrscheinlichkeit für einen lang andauernden Bürgerkrieg mit westlicher Unterstützung wächst. Dabei werden aller Voraussicht nach auch Ölanlagen zerstört werden. Libyen wird als Ölstaat vermutlich lange Zeit von der Landkarte verschwinden.

Heute Morgen setzt sich der Drang zu steigenden Preisen fort. Ob das die Tageslosung sein wird, lässt sich noch nicht ausmachen. Der kurzfristige Trend weist eher seitwärts. Die Tonne Gasöl kostet 995 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 104,99 und in London zu 116,06 gehandelt. Der US-Dollar kostet 70,60 Eurocent.

Unsere Heizölpreise beschreiben einen hartnäckigen Seitwärtskurs. Dieser hat gute Chancen, noch einige Zeit erhalten zu bleiben. Die Hoffnung auf deutlich nachgebende Preise entbehrt derzeit jedweder argumentativen Basis. Ein wirklicher Preiseinbruch ist nur als Folge eines Finanzkollapses denkbar. Dieser ist in absehbarer Zeit nicht zu befürchten. Die virulente Angst der Finanzakteure vor eben diesem Kollaps wird ihn verhindern. Erst wenn abermals von der außergewöhnlichen Sicherheit des Finanzsystems schwadroniert wird, sollte man auf den Kollaps spekulieren. Bis dahin kann der umsichtige Heizer nur von gänzlich anderen Angeboten profitieren, zum Beispiel von diesem hier: Förderung für solare Wärme wird erhöht!. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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