Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Uns fehlt es an Einfluss

Stetig klettern die Ölpreise aufwärts. Gestern wurden sie durch freundliche Konjunkturdaten für die USA unterstützt. Aus Europa kommen schlechte Zahlen. Die gelten zwar noch nicht für Deutschland. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Viren unserer wichtigsten Handelspartner auf uns überspringen. Einer dieser Viren legt die Konjunktur lahm, der andere die Staatsfinanzen. Die Finanzkrankheit breitet sich rasant aus. Griechenland ist verloren. Italien ist auf der Intensivstation. Spanien und Portugal gelten als schwer infiziert. Frankreich, Belgien, Österreich, Finnland und die Niederlande stehen unter Ansteckungsverdacht. Die Lage drückt auf den Eurokurs und stärkt den Dollar. Die globale Ölnachfrage wächst ungeachtet der europäischen Probleme. Diese Tatsache unterstützt die Ölpreise. Damit steht heimisches Heizöl unter doppeltem Preisauftrieb. Es soll hierzulande Verbraucher geben, die den deutschen Ölbedarf zum Maßstab für Preisentwicklungen heranziehen. Dass das nicht funktioniert, ergibt sich allein aus der Relation von Alt- und Neuverbrauchern in der Welt. Die Liste der Altverbraucher lautet: Deutschland 0,08 Mrd., EU 0,5 Mrd., OECD (USA inkl.) 1,2 Mrd. Menschen. Die Liste der Neuverbraucher mit Anspruch auf unseren Lebensstandard lautet: China 1,3 Mrd., BRIC (Brasilien, Indien, Russland, China) 2,8 Mrd. Menschen. Auf dieser Liste fehlen noch einige Kandidaten. Angesichts dieser Zahlen liegt die Frage nahe, wer sind wir, die wir glauben durch kurzfristiges Marktverhalten den Ölpreis beeinflussen zu können? Eine Antwort lautet, wir sind für 2,9 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs verantwortlich. Leichtes Heizöl hat an diesem Anteil einen Anteil von knapp 20 Prozent. Anders ausgedrückt, deutsche Heizölkunden haben einen globalen Markteinfluss von 0,5 Prozent.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Freundliche Wirtschaftsdaten aus den USA
Gute Wirtschaftsdaten aus China
US-Bestände sinken
OPEC erhöht Nachfrageprognose
Ölkonsum der Wachstumsländer wächst
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Kriegsdrohungen zwischen Israel und Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Negative Konjunkturerwartungen in EU und USA
Schwache Nachfrage der reifen Industriegesellschaften
Libyen baut Produktion rasch wieder auf
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Plausible Sanierungsrezepte fehlen

Unsere Heizölpreise steigen. Sie befinden sich im kurz-, mittel und langfristigen Aufwärtstrend. Die letzte Hoffnung auf Einhalt des Preisanstiegs, die in der mittelfristigen Betrachtung lag, hat sich zerschlagen. Der 12-Monats-Chart offenbart das Problem in Form des Preisausbruchs aus dem begrenzten Dreieck. Gemäß Charttechnik war die Wahrscheinlichkeit für die nun eingeschlagene Richtung hoch aber immerhin nicht zwingend. Es hätte auch anders kommen können. So wie die Dinge nun stehen, ist die Wahrscheinlichkeit für den weiteren Preisanstieg gefestigt. Wer auf niedrigere Preise wartet, braucht einen starken Glauben und einen langen Atem. Er läuft Gefahr, im Winter kalt zu sitzen. Aus unserer Sicht ist es besser, das Heil in der Senkung des eigenen Verbrauchs zu suchen. Dabei kann die hier vorgeschlagene Einsparinvestition nur ein Teil der Lösungsfindung sein. Der andere Teil muss in der Aufwertung der thermischen Haushülle gesucht werden. Einfacher ausgedrückt, die Dämmung ist der Schlüssel zum Erfolg.

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