Unseren neuen Kommentar für den 24.06.19 finden Sie hier.


Versorgungskrise: Kein Ende in Sicht

Internationaler Markt

Die internationalen Ölmärkte bleiben nervös, da die US-Sanktionen gegen den Iran in wenigen Tagen in Kraft treten. Die Preise bewegen sich seit Tagen kaum noch. Die Trader schauen auf die technisch stark umkämpfte Marke von 80 Dollar je Barrel und sind mit einem Unentschieden zufrieden: Der Ölpreis bleibt im Moment knapp darunter, hat aber keine starke Dynamik.

Die Saudis, die durch die Ermordung des Journalisten Khashoggi weltweit unter Druck geraten sind, beeilen sich nun zu versichern, dass sie eine "verantwortliche Rolle" im Ölmarkt spielen wollen. Übersetzt heißt das, dass sie so viel Öl wie möglich auf den Markt werfen, um wenigstens die Trump-Regierung auf ihrer Seite zu halten. Das klang vor zwei Wochen noch ganz anders, als mit der Ölwaffe gedroht wurde und Horrorpreise von 200 Dollar je Barrel in der Presse lanciert wurden.

Auch Teheran bleibt nicht untätig. Wie schon bei der letzten Sanktionsrunde vor 2015 wird nach Möglichkeiten gesucht, die Sanktionen zu umgehen. Dazu gehören anscheinend auch Tauschgeschäfte mit Russland. Der Iran liefert dabei Öl über das Kaspische Meer an südrussische Raffinerien. Washington wiederum will einigen Kunden Irans Übergangsregelungen einräumen. Umfang und Dauer sind noch nicht klar, aber es wird bereits deutlich, dass die iranischen Ölexporte im Dezember nicht schlagartig auf Null sinken werden.

Die Lage bleibt wie immer unübersichtlich, aber die Abstimmung mit den Füßen hat bereits begonnen. Die Hedgefonds haben ihre Wetten auf steigende Preise in der letzten Woche um satte 133 Mio. Barrel reduziert. Damit bleiben zwar immer noch 912 Mio. Barrel Wetteinsatz übrig, aber der rasche Abbau deutet doch auf einen Stimmungswandel. Die Spekulanten rechnen offenbar damit, dass eine langsamer steigende Ölnachfrage und eine bessere Marktversorgung durch Russland und Saudi-Arabien eine neue Ölpreisrally verhindern werden.

Heute morgen präsentieren sich die Ölpreise in der Tat etwas schwächer: Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) fällt auf 69,05 Dollar je Barrel . Brent-Rohöl sinkt auf 79,28 US-Dollar je Barrel . Gasöl notiert ebenfalls schwächer bei 713,25 Dollar je Tonne . Der US-Dollar steigt auf 0,8722 Euro . Damit kostet der Euro nur noch 1,1463 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt

Die Krise im süddeutschen Heizölmarkt spitzt sich weiter zu, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Während die Hamburger mit 76 Euro eine Menge von 100 Liter Heizöl kaufen können (Standardlieferung), müssen die Stuttgarter enorme 96 Euro dafür aufwenden. Damit kommt sogar das Allzeithoch für die Region in Sicht. Nur die schwächeren Rohölpreise verhindern im Moment dreistellige Heizölpreise.

Aber selbst bei diesen "Apothekenpreise" kann die tatsächliche Lieferung in vielen Fällen erst 2019 erfolgen, da die Händler keine Vorräte haben. Die Pegelstände auf dem Rhein bleiben an vielen Stellen auf einem Allzeittief. Immer mehr Heizöllager müssen die Auslieferungen rationieren oder sind bereits leer. Die Händler entlang der Rheinschiene kaufen in Norddeutschland oder im Ausland Ware zu, was aber mit hohen Kosten verbunden ist. Der Spotmarkt im Gebiet Rhein/Main ist weitgehend ausgetrocknet.

Auch in den kommenden Wochen ist keine Besserung in Sicht. Es werden hier und da Regenfälle erwartet, die aber zu gering ausfallen werden, um die Lage zu ändern.

Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt wenig überraschend für die kommenden Tagen eine hohe Kaufbereitschaft. Die Kaufinteressenten haben ihren Optimismus verloren. Nur noch 49% der Kunden rechnen mit fallenden Preisen.

Auch die Charts geben erwartungsgemäß keine Entwarnung. Die aktuellen Preise sind auf einem Fünfjahreshoch. Die Preiskanäle zeigen in der kurzen wie auch in der langen Frist stabil nach oben.

Was tun? Kunden in Norddeutschland und Teilen Ostdeutschlands können zugreifen, da sie von den sinkenden Rohölpreisen profitieren. Die Kunden in den Krisenregionen im Süden und Westen müssen abwarten, bis sich die Lage gebessert hat, falls ihr Händler nicht liefern kann. Der Herbst beginnt relativ mild, so dass sich der Tank langsamer als üblich im Oktober leeren sollte.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

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