Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Wer zu spät kauft, den bestraft der Preis

Der Preisrückgang in der letzten Woche war eher ein Zufallsprodukt als die Abbildung der realen Marktverhältnisse. Die New Yorker Broker feierten Erntedankfest. Der Rest der Welt handelte bei maximal 50% des normalen Marktvolumens. Ab heute werden die Ölpreise wieder regulär gebildet. Dollarspekulanten machten keinen Urlaub. Sie verschärften den Verfall der Währung.

Im Rampenlicht des Ölmarktes steht weiterhin das Heizöl. Knappe Vorräte und der bevorstehende Winter machen es zum Taktgeber der Preisentwicklung. Hoffnungsvoll stimmt die Tatsache, dass die Vorräte bei der letzten Bestandsaufnahme nach einem 10-wöchigen Rückgang erstmals wieder zulegen konnten. Das Wetter mit seinen moderaten Temperaturen bietet ebenfalls keinen Grund für übertriebene Alarmhaltung.

Weniger Bedeutung hat in diesen Wochen die Rohölversorgung. Sie wird als unkritisch eingeschätzt. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sowohl die jüngsten Terrorattacken im Irak, die zu umfangreichen Ausfällen führten, als auch das sich andeutende Aus der russischen Yukos keine nennenswerten Preiserhöhungen bewirken konnten. Auch Lieferkürzungen der OPEC innerhalb der letzten vier Wochen hatten keinen negativen Einfluss auf die Preise.

Wohin die Entwicklung der Preise nun führen wird ist offen. Neben einer wenig inspirierenden Nachrichtenlage steht eine ebenso wenig klare Charttechnik. Verschiedene Interpretationen des aktuellen Bildes sind möglich. Bullen und Bären können beide ihre Haltung wiederfinden.

Für den Verbraucher ergibt sich in einer so unklaren Phase, die sich durchaus für einige Zeit mit wenig Preisbewegung fortsetzen kann, dass er andere Einsparmöglichkeiten als einen möglichen Preisrückgang in Betracht ziehen sollte. Eine sichere und durchaus lohnenswerte Einsparung ist der Kauf ohne Zeitdruck. Anders als im Reiseladen führen Last-Minute-Aktionen beim Heizölkauf zu deutlicher Verteuerung. Wer hingegen Lieferzeiten von zwei Wochen einplanen kann, verursacht geringe Frachtkosten, weil seine Lieferung in eine optimal geplante Tour eingebunden wird. Das macht sich mit einem Bonus von bis zu 100 EUR bei 3000 Liter Liefermenge im Preis bemerkbar.

Wer dagegen plötzlich einen leeren Tank bemerkt und eine Sofortlieferung benötigt, muss teuer bezahlen. Das ist kein unbilliges Ausnutzen einer Notlage seitens des Handels. Es ist lediglich die volle Berechnung der Kosten für eine Sonderfahrt. Und die hat nun einmal einen weit höheren Preis als eine Sammelfahrt. Die Fahrt mit dem Taxi in die Stadt ist schließlich auch erheblich teurer als die Fahrt mit dem Bus. Wer sie in Anspruch nimmt, ist bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Das Feilschen um den Preis passt nicht dazu.

Die aktuellen Heizölpreise sind hierzulande nicht günstig. Sie sind aber weniger hoch als sie häufig empfunden werden. Ein Vergleich mit dem teuren Jahr 2000 macht das deutlich. Der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr beträgt heute ca. 33%. Zwischen 1999 und 2000 betrug er 80%. In diesem Jahr wird der weltweite Preisauftrieb durch einen erheblich verbilligten Dollar gedämpft. Damals wurde er durch einen teureren Dollar verstärkt. Die Haushalte werden zunehmend weniger auch deshalb von der Teuerung betroffen, weil die Effizienz der Heizungen steigt. Der Verbrauch ist niedriger als früher. Die Investition in eine neue Heizung zahlt sich daher schneller aus als ursprünglich kalkuliert.

Heute Morgen lässt der Gasölpreis noch nicht erkennen, wie die Preisentwicklung weitergehen soll. Die Tonne kostet 457,50$. Der Wert liegt innerhalb der Handelsspanne vom Freitag.

Unsere Heizölpreise verharren bei einem bundesweiten Durchschnittswert von 0,46 EUR pro Liter bei 3000 Liter Liefermenge. Der Handel ist mit Lieferungen ausgelastet. Die georderten Mengen lassen erwarten, dass das den Winter über so bleiben wird. Bereits im Januar werden viele Verbraucher nachbestellen müssen, weil sie nur einen kleinen Teilbedarf gedeckt haben. Ob die Preise dann günstiger sind, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Dass Verbraucher dann günstigst an ihr Heizöl kommen, wenn sie rechtzeitig bestellen und eine Lieferzeit von zwei Wochen einkalkulieren, ist hingegen gewiss.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen