Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Finanzjongleure sind langweilig

Der Ölmarkt ist gut versorgt, die Nachfrage hält sich in Grenzen und es platzte keine Bombe. Da erübrigt es sich beinahe zu sagen, dass an den Börsen Konjunkturdaten gehandelt werden. Die waren gestern, man ahnt es schon, wieder anderes als am Vortag, nämlich gut. Am Donnerstag und Freitag dieser Woche werden besonders viele dieser orakelnden Kunstwerke geliefert. Da werden Finanzjongleure ordentlich ins Schwitzen kommen, um den Ausschlägen ihrer Investmentwerte Herr zu bleiben. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Ölnotierungen im Mittel wenig Veränderung zeigen werden. Erwartungsgemäß sollte ein kleines Minus herauskommen. Das gilt selbstverständlich nur, wenn weiterhin keine Bombe gezündet wird.

Die Lächerlichkeit um die aktuellen Konjunkturwerte besteht darin, dass ein paar simple Tatsachen mit nicht mehr zutreffenden mathematischen Modellen verkompliziert werden und dass diese zu allem Überfluss auch noch Grundlage für Börsenengagements sind. Fakt ist, dass das Paradigma vom unendlichen Wirtschaftswachstum in einer tiefen Krise steckt. In den alten Industrienationen ist es nicht mehr haltbar. Die neuen Industrienationen können sich schon mal darauf einstellen, dass auch sie früher oder später in diesen Zustand kommen werden. Derzeit sind sie der Strohhalm, den Wachstumsfetischisten greifen, um davon abzulenken, dass sie ihr Denken verändern müssen. Alle Tricks, Wirtschaftswachstum auf Kosten der nachfolgenden Generationen zu generieren, gingen schief. Sie endeten in einem ungeheuren Schuldensumpf. Statt diesen schleunigst trocken zu legen, wird er geflutet, in der Hoffnung dass Schwimmen die Alternative zum Untergang im Sumpf ist. Auf Dauer sind wir aber nicht für das Schwimmen gemacht. Irgendwann muss das Wasser wieder abgelassen werden. Das ist allgemein bekannt. Pläne dazu existieren aber nicht.

Wir befinden uns also in einer Übergangszeit, in der das alte Wachstumsprinzip der Ökonomie für große Teile der Welt noch gilt und für kleinere, sehr reiche Teile der Welt überkommen ist. Es ist Aufgabe der reichen Teile, etwas Neues zu schaffen. Nun könnte man diese Aufgabe beherzt angehen. Die Ziele sind recht klar. Die Lebenswelt muss so umgestaltet werden, dass sie mit viel weniger Ressourcen auskommt, keine nennenswerten Rückstände in die Umwelt entlässt und den Menschen Wohlergehen ermöglicht. Das wird nach allem, was wir heute wissen, nicht mit dem bisher bekannten, monetär geprägten Wachstumsbegriff, der im Bruttoinlandsprodukt (BIP) verdichtet ist, kompatibel sein. Nun könnte das BIP aber durchaus auch weiterhin als Ausdruck für Wohlstand funktionieren. Dazu müsste die nicht realwirtschaftliche Finanzwelt aus der Rechnung und aus der Realität verschwinden. Sie ist die Ursache für unvorteilhafte bzw. ungerechte Verschiebungen von allgemeinem Vermögen zu wenigen Individualvermögen und von Vermögen zukünftiger zu heutigen Generationen. Vermögen ist hier nicht nur Finanzvermögen, sondern auch Gestaltungsvermögen. In anderen Worten: Wir wissen, was wir für die Gesellschaft tun müssen. Wir können es aber nicht tun, weil uns das Vermögen fehlt. Das halten wenige, die kein Interesse haben, für die Allgemeinheit zu handeln.

Einige von ihnen handeln stattdessen Konjunkturzahlen, deren modellhafter Ursprung im Gestern liegt. Das wird auch morgen so sein, weil sie seit 2008 mehr statt weniger Möglichkeiten erhalten, ihrem Interesse nachzugehen. Deshalb werden wir hier, wo es um Ölpreise geht, weiterhin mehr über die Finanzwelt als über die viel spannendere zukunftsorientierte Umgestaltung unserer Gesellschaft schreiben. Immerhin bleibt uns als Unternehmern die Möglichkeit, das Spannendere zu verfolgen. Wir arbeiten daran.

Heute Morgen arbeitet man an den Börsen im Rahmen der Erwartungen. Aktien- und Ölnotierungen geben nach. Große Veränderungen sollte man davon nicht erwarten. Den Jongleuren fehlen die großen Ideen. Sie schlagen sich mit kleinen Konjunkturzahlen herum. Die einzig große Idee, die derzeit denkbar ist, wird uns hoffentlich erspart bleiben. Es ist ein Krieg zwischen Israel und dem Iran. Die Tonne Gasöl kostet 980,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,43 Dollar und in London zu 112,13 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,50 Eurocent.

Unsere Heizölpreise geben erwartungsgemäß ein wenig nach. Die Bewegung spielt sich im Kanal eines Seitwärtstrends ab. Dieser wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den kommenden Tagen, vielleicht auch Wochen, gültig sein. Eventuelle Heizölpreisspekulationen sollten Sie in diesem Rahmen denken. Ich vermute, dass Heizöl in den nächsten Tagen geringfügig, das heißt zwei bis drei Prozent, billiger wird. Einen etwas größeren Wurf könnte der Winter bringen. Der bis dahin längere Zeitraum birgt allerdings die Gefahr des Kriegsrisikos im Nahen Osten. Wenn Sie dennoch längerfristig spekulieren wollen, müssen Sie ausreichend Heizöl im Tank haben, um wenigstens über den Jahreswechsel zu kommen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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