Unseren neuen Kommentar für den 20.11.18 finden Sie hier.


Fußballgucken im Wald

In Camp David, tief im US-amerikanischen Wald, traf sich das aus eigener Sicht wichtigste Führungspersonal unserer Welt. Es gab gute Gründe für ein solches Treffen, weil es nennenswerte Probleme gibt, auf deren Lösung viele Menschen hoffen und die sie durch eben dieses Führungspersonal auf den richtigen Weg gesetzt sehen möchten. Im Kern geht es bei den diversen Problemen um Gerechtigkeit, im Einzelnen um Verteilungsgerechtigkeit von Wohlstand, Gerechtigkeit bei der Teilhabe an einer Gesellschaft, Gerechtigkeit auf Leben in einer intakten Umwelt. Das Führungspersonal hält sich nicht lange mit diesen übergeordneten, bedeutungsschweren Worten auf, mit denen ihre Mission, d.h. ihr Tätigkeitszweck beschrieben wird. Man könnte meinen, es interessiere sich eher für die Vision, d.h. für eine Beschreibung der Zukunft, in die es die Geführten zu führen gedenkt. Das ist nicht zutreffend. Das Führungspersonal kommt schnell zu den kurzfristigen Zielen und noch schneller zu den Aufgaben, die das Erreichen der Ziele verlangt. Die Ziele selbst sind weder aus der Mission noch aus einer Vision abgeleitet, letzte gibt es gar nicht, sie werden durch die Glorifizierung des abstrakten Begriffs Wachstum gestiftet. Der Akt steht dem anderer glaubensgeprägter Sinnstiftungen in nichts nach. In anderen Worten, das Führungspersonal sieht sich gemeinsam derselben Sinnstiftung verpflichtet, die es allerdings in keine Beziehung zum Gros der Geführten zu setzen vermag. Einzelne Beziehungen sind immerhin greifbar, allen voran die zur Finanzwirtschaft. Damit endet die Gemeinsamkeit dann schon. Bei den Aufgabenbeschreibungen ist im Wesentlichen Zwietracht zu beobachten. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass das Treffen im Wald für den Gang der Welt keine Bedeutung hat. Medien finden mehr Substanz in Berichten über das gemeinsame Fußballgucken (Finale dahoam) als über eine politische Programmatik.

Erstaunlich ist eher, dass an den Börsen gestern von einem positiven Impuls aus Camp David die Rede war. Die Notierungen zogen an. Unterstützt wurden sie von einem freundlichen Wirtschaftsindikator aus den USA. Es war die Interpretation der in Glaubensbruderschaft mit dem Führungspersonal stehenden Finanzszene. Beide gehandelten Aspekte überleben den Tag kaum. Sie können heute bereits wertlos sein.

Interessanter für das Hier und Jetzt an den Börsen und bei der Ölpreisbildung sind die realen Entwicklungen auf dem Markt und das, was ab morgen bei den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm herauskommen wird. Der Markt hat ein üppiges Angebot zu bieten, das vor allen Dingen durch besondere Aktivitäten alter Teilnehmer gestiegen ist. Zu nennen sind insbesondere Saudi Arabien, der Irak und die USA. Letzte huldigen dem Wachstum plötzlich nicht mehr auf der Konsum-, sondern auf der Angebotsseite. Das entspricht nicht vollständig dem Geist des durch das Führungspersonal bevorzugten Wachstumsglaubens. Aufgrund des Angebotsüberhangs sollte indes der Ölpreis zur Freude der Konsumenten ausfallen. Tut er nicht. Es gibt gute Gründe, das Warum dieses Umstands aus den Aspekten der oben genannten Mission abzuleiten. Das Führungspersonal sieht das anders. Es sucht schnelle Lösungen mit zweifelhaften Methoden mehr oder weniger bürokratiegeprägter direkter Markteingriffe. Deren Wirkung wird sowohl in Deutschland als auch in den USA durch verbraucherorientierte Instanzen wie dem ADAC oder die IEA als kontraproduktiv eingeschätzt. Wenn Politik nicht rahmengebend, sondern handlungsweisend in den Markt eingreift, kommt üblicherweise das Gegenteil des gewünschten Resultats heraus. Gegen diese Lektion scheint das Führungspersonal total resistent zu sein.

Über den Ausgang der Verhandlungen um das Atomprogramm wird bereits spekuliert. Es lohnt sich nicht, das Resultat vor seiner Verkündung zu bewerten. Man kann allenfalls zu Kenntnis nehmen, dass die Finanzszene ihre gute Stimmung auch heute Morgen an den Tag legt. Nichts ist anders als vor Camp David. Gleichwohl steigen die Kurse an den Börsen. Das kann sich aus ebenso nichtigen Gründen jeder Zeit wieder ändern. Die Tonne Gasöl kostet 929,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 92,66 Dollar und in London zu 109,10 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 78,15 Eurocent.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Sie folgen den Ölnotierungen am Weltmarkt. Gestern wurde der Anstieg durch die Entwicklung des Dollars gebremst. Etwas Zukunftsweisendes ist der Bewegung nicht zu entnehmen. Vielmehr handelt es sich um eine sogenannte technische Preisbildung, die durch mathematisch orientiertes Treiben der Finanzszene entsteht. Die spannende Preisentwicklung wird auf die zweite Wochenhälfte vertagt, wenn die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm ihre Wirkung zeigen. Aus heutiger Sicht ist der Ausgang vollkommen offen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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