Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizöl, Achillesferse im Ölmarkt

Die Daten über die US-Vorräte bleiben unter den Erwartungen. Damit ist der Preisrückgang zunächst gestoppt. Der für die Jahreszeit so wichtige Aufbau der Heizölvorräte will nicht gelingen. Erwartungsgemäß steuert der Brennstoff daher bullische Impulse in den Markt. Der US-Dollar erreichte gestern ein Rekordtief zum Euro, das allerdings nur kurze Zeit hielt. Im Tagesverlauf stieg die Währung über den Vortagskurs an.

Die Nachrichtenlage ist derzeit eher verhalten. Dem Ölmarkt wird wenig Stoff für Preisbewegung geboten. Aus fundamentaler Sicht interessiert nur die Frage, ob der Heizölbestand für den beginnenden Winter ausreichen wird. Die öffentlichen Vorräte in den USA sind so tief wie im November 2000. Damals wurde der Ölpreis aus Sorge über Heizölengpässe in die Höhe getragen. Die internationalen Spitzenwerte lagen allerdings 20% unter dem heutigen Preis. Hierzulande erreichte Heizöl auf Grund des um 33% teureren Dollars nie wieder erreichte Preisrekorde.

Als Folge der anhaltend hohen Preise sind die privaten Vorräte heute geringer als vor vier Jahren. Auf eine schwache Gesamtbevorratung trifft laut Wetterprognose ab der nächsten Woche ein Temperatursturz. Das bietet dem Markt ausreichend Phantasie für Preissteigerungen.

Die Vorlagen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) über die US-Bestände sehen i.E. wie folgt aus:

Rohöl: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Bestandsaufbau 1,3 bzw. 3,1 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Importe liefen auf unverändert hohem Niveau. Allerdings stieg der Heizölimport kräftig an. Das macht sich u.a. auch hierzulande bemerkbar. Im Norden und Westen Deutschlands sind die Preise relativ hoch, weil Ware in die USA abgeht. Die US-Raffinerieverfügbarkeit ist mittlerweile wieder in Ordnung. Sie zeigt, dass der Einfluss des Sturms Ivan endgültig überwunden ist.

Aus Charttechnischer Sicht bleibt die Entscheidung, wohin der Preis mittelfristig läuft, offen. Nachdem das gesamte Potential der Gegenbewegung zu den hohen Preisen der letzten Monate abgebaut ist, droht die Rückkehr zu einem übertrieben starken Aufwärtstrend. Der würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit neue Preisrekorde bringen. Dem steht aber weiterhin die Möglichkeit gegenüber, die Phase der übertrieben hohen Preise endgültig zu beenden und zu einem moderat verlaufenden Aufwärtstrend überzugehen. Dabei könnten zunächst weitere Kursabschläge anstehen.

Vom Dollar erwartet die Fachwelt in nächster Zeit Verluste gegenüber dem Euro. Sein Einfluss auf die heimischen Heizölpreise sollte also positiv bleiben.

Der Gasölpreis zieht heute Morgen an. Eine Tendenz für den weiteren Verlauf ist noch nicht zu erkennen. Er holt bisher nur die Preissteigerung nach, die er gestern nach Handelsschluss nicht mehr ausführen konnte. Die Tonne kostet 427$.

Unsere Heizölpreise legen deutlich zu. Kurzfristig erwarten wir keinen Preisrückgang mehr. Einer unklaren Bewegungsrichtung am Weltmarkt steht eine steigende Nachfrage im Inland und der Abfluss von Heizöl in die USA gegenüber. Das bringt auf alle Fälle Margen- und damit Preisauftrieb. Dass der Dollar und der internationale Ölmarkt genügend dagegen zu setzen haben, ist höchst zweifelhaft.

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