Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Die „Märkte“ sind beunruhigt

Internationaler Markt

Der eine ist klein und hat sich verzockt. Der andere ist groß und betreibt ein sehr gut gehendes Geschäft. Beide gehören zur selben Familie. In südlichen Ländern gebietet es die Familienehre, dass der wohlhabende Bruder dem kleinen Sorgenkind vorbehaltlos hilft. Im nördlichen Kulturkreis herrscht das Subsidiaritätsprinzip, das heißt, jeder handelt selbstbestimmt und eigenverantwortlich im Guten wie im Schlechten. Erst wenn ein Lebensmodell total versagt, werden Hilfen übergeordneter Instanzen zur Wiedererlangung der Eigenständigkeit angeboten. Dieses Prinzip gilt auch innerhalb der EU. Es wird allerdings in den unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedlich interpretiert. Für die einen sind bedingte Hilfen inakzeptabel, für die anderen sind sie die einzig mögliche Form der Hilfe. Im Europa des Euros geht es nicht um die Frage, wie man mit den unterschiedlichen Lebensverständnissen umgeht, weil es die per Definition des Eurovertrags gar nicht geben darf. Es gibt sie aber, wie die Gegenwart zeigt. Der Widerspruch ist so gravierend, dass er sogar an den Finanzmärkten für Unruhe sorgt. Man kann darauf wetten, dass gegen den Euro gewettet wird. Das geschieht in diesen Tagen wieder. Mit dem Euro fallen auch die Ölnotierungen. Dieser Umstand hat sowohl einen finanztechnischen als auch einen versorgungstechnischen Aspekt. Finanztechnisch ist die Tatsache, dass „Investoren“ ihr Geld in unsicherer Marktlage in Dollar Cash zurückholen. Versorgungstechnisch ist der Umstand des zunehmend üppigen Ölangebots. Beide Trends sehen stabil aus.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fallen. Der Rückgang der Ölnotierungen übertrifft den Gewinn der Dollarkurse an den Börsen. Gestern wurden dabei wichtige Grenzen durchbrochen. Damit ist der Weg zu tieferen Heizölpreisen frei. Der Binnenmarkt ist nach wie vor entspannt. Die Margen sind recht niedrig. Die Lage könnte für Heizölverbraucher kaum besser sein. Der Brennstoff ist deutlich billiger als vor einem Jahr und die Aussichten, dass er im Jahresverlauf noch günstiger wird, stehen gut. Natürlich lauert auch die Gefahr, dass wilde Bankenrettungsszenarien so viel Geld in die Finanzmärkte pumpen, dass dort wieder Bullenstimmung aufkommt. Es bleibt spannend in den kommenden Wochen und Monaten. Wer knapp mit Heizöl bevorratet ist, sollte die aktuellen Preise als Kaufgelegenheit verstehen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
EIA sieht Nachfrage derzeit größer als das Angebot
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Euro-Krise wieder in den Schlagzeilen
US-Förderung steigt deutlich
US-Raffineriekapazität steigt in Kürze wieder
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Genug Öl am Markt

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