Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Raten schätzen spekulieren

Internationaler Markt

„Wenn wir das Öl nicht verlassen, verlässt es uns“, lautete die Kernbotschaft der IEA (Internationale Energie Agentur) vor wenigen Jahren. Außerdem forderte sie höhere Investitionen in die Erschließung neuer Quellen. Heute sind und werden neue Quellen erschlossen und vom Verlassenwerden durch Öl redet niemand mehr. Allein die wirtschaftlich nutzbaren Schieferölvorkommen reichen aus, um die Weltwirtschaft ein Jahrzehnt lang zu versorgen. Die bisweilen totgesagte Ölnutzung geht in eine weitere Runde.

Derweil hat die IEA eine neue Botschaft. „Das von den Regierungen festgelegte Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad zu begrenzen, wird nach derzeitigem Stand verfehlt.“ IEA-Wissenschaftler rechnen bei einer Fortsetzung der aktuellen Lebensgewohnheiten mit einem Temperaturanstieg von 3,6 bis 5,3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Sie glauben aber auch, dass das Zwei-Grad-Ziel mit der richtigen Klimapolitik noch erreichbar sei. Dazu müsse sich der Bereich Energie gewaltig ändern. Selbstverständlich wird in diesem Zusammenhang auf Effizienztechniken verwiesen. Ebenso selbstverständlich fehlt der Verweis auf Suffizienzverhalten (Zufriedenheit mit dem Ausreichenden oder die Befreiung vom Überflüssigen). Kohlekraftwerke sollen verboten werden. Subventionen auf den Verbrauch fossiler Energieträger müssen eingestellt werden. Und an den Bohrlöchern der Öl- und Gaswirtschaft muss die Schlamperei beendet werden. Dort entweichen gewaltige Mengen Methan in die Atmosphäre, die erheblich mehr Schaden anrichten als CO2.

Sowohl die Sicht auf das neue Energieangebot als auch die erhöhte Sorge um unser Klima entsprechen dem Zeitgeist. Ob sie auch haltbarer wissenschaftlicher Erkenntnis entsprechen, wissen wir nicht. Der Gang der Dinge scheint dem menschlichen Intellekt weit weniger bekannt zu sein, als wir glauben. Andernfalls wäre die Haltbarkeit der Erkenntnisse länger als ein paar Jahre. Der Jubel über das neue Angebot könnte bereits verstummen, wenn er beim letzten Bürger angekommen ist. Zehn Jahre sind schließlich ein kurzer Zeitraum.

Vielleicht setzen besonders weitsichtige Finanzjongleure bereits auf die Zeit danach. Eine andere fundamentale Erklärung gibt es kaum für den jüngsten Anstieg der Ölnotierungen. Derzeit ist das Angebot größer als die Nachfrage. Insofern wäre ein Rückgang der naheliegende Börsenfall. Wahrscheinlich sind aber weder langfristiges Denken noch wissenschaftliche Erkenntnis preisrelevant. An den Börsen dreht sich alles um den schnellen Gewinn und einen ausreichenden Geldfluss durch die Notenbanken. Beides funktioniert in dieser Zeit. Immerhin, gestern und heute Morgen verlässt die Gewinnsucht die Akteure an den Ölbörsen. Die Notierungen geben mal wieder nach. Die Tonne Gasöl kostet 889,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,60 Dollar und in London zu 105,47 Dollar gehandelt.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Wenn alles gut geht, drehen sie nun wieder in die Abwärtsrichtung. Die Vorgaben der Ölbörsen lassen das zumindest zu. Der Dollar steht dem allerdings noch im Weg. Er gewinnt gerade an Wert. Der Binnenmarkt ist nach wie vor entspannt und ohne Preiseinfluss. Alles in allem sieht die Lage in diesen Wochen nach einem soliden Seitwärtstrend aus. Beide Extremrichtungen, deutlich aufwärts und abwärts, sind kaum durchsetzbar. Das mag sich in der zweite Jahreshälfte ändern, wenn konjunkturelle Hoffnungen verfliegen und sinkende Nachfragerealitäten greifen, global versteht sich. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölbedarf soll deutlich steigen
Nordseeöl kann wegen Wartungsarbeiten vorübergehend knapp werden
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen um Syrienkonflikt
Finanzszene hofft auf noch mehr Notenbankgeld

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Produktenangebot soll deutlich steigen
Weltbank und IWF senken allgemeine Wachstumsprognosen
OECD senkt spezielle Wachstumsprognosen
OPEC, EIA und IEA Monatsberichte
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik ungewiss

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