Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ein Schwergewicht wackelt

Internationaler Markt

Venezuela steht ohne Führung da. Es verlor seinen charismatischen Präsidenten Hugo Chavez. Der Mann wurde für seinen Befreiungskampf gegen die US-Dominanz in Südamerika von „Yankees“ gehasst und von „Indios“ geliebt. Trotz hoher Widersprüche konnte er sein Volk hinter sich vereinen. Sein Tod kann das Land mit den größten Ölreserven der Welt und einer Produktion vom Kaliber Kuwaits oder des Iraks in unruhige Zeiten stürzen. Das Ereignis wird in seiner Bedeutung wie eine negative Wende im Atomstreit mit dem Iran gewertet. Es treibt die Ölnotierungen aufwärts. Im Gegensatz zu den Anfangszeiten der Chavez-Präsidentschaft ist Venezuela mittlerweile in eine lose Allianz von Gleichgesinnten eingebettet, zu denen Kuba, Brasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien und Ecuador gehören. Dieser Umstand sollte stabilisierenden Einfluss auf das Land haben.

Ansonsten wirken an der Börse die erneute Bestätigung der lockeren Geldpolitik der USA und freundliche Konjunkturdaten von dort. Denen stehen schwache Zahlen aus China und Europa gegenüber. Es gibt ein paar technische Probleme bei der Nordseeförderung. Und es gibt sehr viel Öl in den USA, das derzeit noch nicht auf den Weltmarkt darf, weil ein Ausfuhrverbot existiert. Die Industrie arbeitet an der Aufhebung dieses Verbots. Alles in allem spricht die aktuelle Nachrichtenlage für eine Gegenbewegung zum starken Rückgang der Ölnotierungen in den letzten Wochen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen ein wenig zu. Sie folgen den Vorgaben der Ölbörsen. Vom Dollar kommt derzeit kein Einfluss. Der Binnenmarkt zeigt etwas mehr Leben als in den letzten Tagen und Wochen. Er ist aber keineswegs angespannt. Das hält die Handelsmargen weiterhin niedrig. Die Versorgungssituation sollte im Laufe des Jahres stetigen Druck auf die Heizölpreise ausüben. Die Geldpolitik steht für das Gegenteil. Insofern ist ein weiterer Preisrückgang naheliegend, aber keinesfalls zwingend. Aktuell sind 3.000 Liter Heizöl rund fünf Prozent günstiger als vor einem Jahr. Wer in einen leeren Tank schaut, hat also guten Grund, das durch einen Kauf zu ändern. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Unsicherheit nach Hugo Chavez’ Tod
EIA sieht Nachfrage derzeit größer als das Angebot
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Spannungen in Nordafrika und Nahost
Kleine Probleme in der globalen Lieferkette

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: USA fallen über Fiskalklippe
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Laue Konjunkturzahlen aus China und Europa
Atomgespräche mit dem Iran verlaufen freundlich
Produzenten bauen Kapazitäten aus
Genug Öl am Markt

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