Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Putin stärkt Bullen mit Bärendienst

Internationaler Markt

Der Ölmarkt ist im Sommer 2014 so gut versorgt, dass kein Händler Interesse daran hat, Ware aus Libyen abzuholen. Die Lage dort wird als zu unsicher einschätzt, um gute Geschäfte zu machen. Das ist bitter für die Libyer, da die mit großen Schwierigkeiten errungene Einigung unter den Interessengruppen, die die Wiedereröffnung von Ölfeldern und Exporthäfen ermöglichte, praktisch wertlos ist.

Die Atomverhandlungen mit dem Iran werden um vier Monate verlängert. Man hofft, in dieser Zeit doch noch die strittigen Punkte überwinden zu können. Der Lohn der Arbeit wäre die weitere Verbesserung der Angebotslage. Damit könnten Preise gesenkt oder Sanktionen gegen Russland erhöht werden. Den USA würde die Entscheidung nicht schwer fallen. Sie sind tendenziell gegen eine Preissenkung am Weltmarkt, weil die eigene Förderung auf diese Weise vorteilhaft betrieben werden kann, und für Sanktionen, weil das innenpolitisch opportun ist. Fraglich ist indes, ob die USA den Erfolg der Verhandlungen überhaupt wollen. Der Iran braucht ihn, um wirtschaftlich wieder aufzuholen.

Europa trat in den letzten Monaten immer wieder auf die Sanktionsbremse, weil die Energielieferungen aus Russland nicht gefährdet werden sollen. Das liegt im beidseitigen Interesse. Die Position wird nach dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs, in den Moskau auf noch ungeklärte Weise involviert ist, wanken. Es geschieht das, was von Beginn an zu befürchten war, eine Spirale der Gewalt wird unkontrollierbar und treibt die Widersacher immer tiefer in die Auseinandersetzung. Für die Menschen in der Ostukraine, für die Passagiere des abgeschossenen Flugzeugs und für ihre Angehörigen ist das das schlimmste aller denkbaren Szenarien. So kann es gehen, wenn Völkerrecht über Menschenrecht gestellt wird.

Das Gefühl von Überfluss im Markt wird die Ölpreise trotz der geopolitischen Spannungen im Zaum halten. Wir erwarten nur einen geringen Preisanstieg als Reaktion auf die aktuellen Ereignisse. Anders sieht es aus, wenn das Gefühl der Realität Platz macht. Der Überfluss ist nämlich in der Tat nur gefühlt vorhanden. Früher oder später wird sich zeigen, dass die Ölversorgung prinzipiell auf Kante genäht ist. Im letzten Jahr stieg das Angebot deutlich geringer als die Nachfrage. Diese Erkenntnis aus den aktuellen Jahreszahlen von BP zum globalen Ölmarkt wird an den Börsen derzeit nicht gehandelt.

Am Freitag fielen die Ölnotierungen spürbar. Heute Morgen tendieren sie derart sanft aufwärts, dass als Tagesverlauf eher das Gegenteil zu vermuten ist. Eine Abkehr vom Seitwärtstrend ist definitiv nicht zu erkennen. Die Tonne Gasöl kostet 879,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,85 Dollar und in London zu 107,20 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3538 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Seit einigen Tagen ist die Bewegung seitwärts gerichtet. Dabei ist durchaus mehr Auf und Ab möglich, als im Augenblick realisiert wird. Mit Glück bleibt die Konstellation auch in den kommenden Tagen und Wochen so bestehen.

Die freundlichen Preise und die Sorge, dass sich das ändern könnte, halten den Binnenmarkt lebendig. Der Handel kommt damit bestens klar. Er könnte sogar mehr Geschäft vertragen. Die Lieferzeiten wurden in einigen Gegenden ein wenig erhöht. Über ernste Schwierigkeiten beschwert sich aber niemand. Alles läuft zufriedenstellend. Selbst die kleinen Rabatte in den Preisen existieren noch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt das entsprechende Käuferverhalten an. Die Preise werden von der Menge als gute Kaufpreise eingestuft.

Das mathematische Tiefpreis-System änderte infolge des kleinen Preisanstiegs die Signallage. Nun sieht man in allen Regionen Deutschlands wieder die roten Kaufdaumen. Das heißt nicht, dass ein Kauf derzeit falsch wäre. Ein Bewertungssystem allein ist generell eine ungenügende Grundlage für die Beurteilung der Preise. Für die Meinungsbildung sollte man mehrere Instrumente heranziehen und diese gewichten. Und nicht zuletzt ist der Preis im Kontext mit der eigenen Vorratslage zu beurteilen. Unsere Leser reduzieren ihre Erwartung an bessere Preise kräftig. Hier zeigt sich die Sorge vor einer Eskalation der Sanktionen gegen Russland. Wer dennoch auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos einer höchst grenzwertigen Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung findet im Rahmen der Abwärtstrends statt. Diese sind in den verschiedenen Zeitstufen unterschiedlich steil. Der kurzfristige Trend ist nahe an einer Seitwärtsbewegung. Der längerfristige Trend macht immer noch Hoffnung auf mehr Abgang. Wie gesagt, darauf zu setzen ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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