Unseren neuen Kommentar für den 17.01.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Spekulieren bringt nichts

Internationaler Markt

Die Ölpreise sind fest in der Hand von Finanzjongleuren. Sie erhöhen die Anzahl der Kontrakte auf steigende Kurse trotz der mittlerweile erreichten Preishöhe immer noch und sorgen damit für weiteren Preisanstieg. Hier vermischt sich glückliches Spekulantentum mit Übermut. Analysten fällt keine andere Erklärung für die Preisentwicklung mehr ein als eine selbsterfüllende Prophezeiung. Sie erwarten eine heftige Preiskorrektur, sobald der Schneeballeffekt der Preissteigerung abreißt.

Ein weiterer finanztechnischer Grund für den Ölpreisanstieg ist der fallende Dollar-Wert. Er verbilligt Ölpapiere in anderen Währungsräumen und bietet damit attraktiv wirkende Einstiegskonditionen.

Im Markt der Warenflüsse werden die Förderkapazitäten als Folge der hohen Ölpreise rasant ausgebaut. So befinden sich die aktiven Bohranlagen in den USA nahe einem Zweieinhalb-Jahres-Hoch. Noch ist von diesen Aktivitäten nichts in den Öllagern zu sehen. Das liegt nicht zuletzt an einer guten Nachfrage wegen sehr tiefer Temperaturen. Aktuell steht den USA eine zweite Welle extremer Kälte bevor. Sie soll gemäß Prognose aber nur noch wenige Tage dauern.

Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit vollzieht sich gerade ein tiefgreifender Wechsel im Angebotsgefüge des Ölmarkts. Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven weltweit, schafft es nicht mehr, diese zu Markte zu tragen. Die Lieferungen werden sowohl qualitativ als auch quantitativ schlechter. Die dadurch ausgelöste wirtschaftliche Schieflage führt vermehrt zu Zahlungsausfällen und der Beschlagnahme von Schiffsladungen und Tankern durch Gläubiger. Es gibt keine Anzeichen, dass sich das Land in absehbarer Zeit erholen könnte. Russland und China bemühen sich gleichwohl um eine Stabilisierung der aussichtslosen Lage.

Im Markt werden die Ausfälle Venezuelas derzeit nicht sichtbar. Nigeria und Libyen können sie durch Steigerung der eigenen Förderung ausgleichen. Die beiden OPEC-Mitgliedsstaaten verstoßen damit nicht gegen die Kürzungsmaßnahmen der OPEC-Allianz, da für sie Ausnahmeregeln gelten. Die sind ein Zugeständnis aufgrund der unsicheren Verhältnisse in den Ländern. Diese Unsicherheit besteht aber auch für den Markt. Rebellion und Terror können jederzeit zu Produktionsausfällen führen. Diesen Umstand kann man in der Tat bullisch bewerten. Dem stehen allerdings angemessene Reservekapazitäten der OPEC gegenüber.

Nachdem es am Freitag zu einem leichten Preisanstieg kam, geben die Notierungen an den Ölbörsen heute Morgen etwas nach. Der Dollar pendelt derweil mit wenig Nettoergebnis auf und ab.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 66,17 Dollar und das Barrel Brent zu 70,30 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 626,25 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8058 Euro . Damit kostet der Euro 1,2406 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Entwicklung der Heizölpreise bestätigt ihre Trendkanäle, wie die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt. Daran vermag der rasant nachgebende Dollar nichts zu ändern. Immerhin vollzieht sich der Heizölpreisanstieg derzeit erheblich gedämpfter als der Anstieg der Rohölpreise.

Das Heizölgeschäft im Binnenmarkt ist etwas schwächer als für die Jahreszeit üblich. Die fehlende Aussicht auf sinkende Preise treibt einige Kunden zum Kauf, andere zum Desinteresse an Heizöl. Letztes kommt in den wenigen abgegebenen Stimmen im Rahmen der Lesereinschätzung zum Ausdruck. Der Glaube an sinkende Heizölpreise schwindet ebenfalls. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf höchstem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem reduzierten Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind für Verbraucher wenig verheißungsvoll. Mit Ausnahme der Darstellung in der sehr langfristigen Zehn-Jahres-Ansicht sind alle Trendkanäle bullisch.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Sie keine spekulativ eingestellte Persönlichkeit sind, verschaffen Sie sich durch einen Heizölkauf Ruhe! Als Preisspekulant sollten Sie ein Geduldspolster mitbringen, das den Winter überdauert.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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