Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Unsicher ist der alte Meister

Internationaler Markt

China bleibt ein Rätsel. Das Land ist die globale Konjunkturlokomotive. Es wartet mit gigantischen Wachstumsraten der Volkswirtschaft, des Exports, aber auch des Imports und des Ölkonsums auf. Rätselhaft sind dabei die großen Ausschläge der Wachstumszahlen nach oben und nach unten. So sind die Ölimporte gegenüber dem Vorjahr im Februar um 12 Prozent und gegenüber Januar um über 17 Prozent gesunken. Die nackten Zahlen müssten die Ölnotierungen an den Börsen abstürzen lassen. Finanzjongleure handeln chinesische Zahlen aber gelassener als US- oder EU-Zahlen. Man könnte auch sagen, sie handeln sie kritischer. US-Zahlen hätten diese Art der Kritik auch verdient. Viele Daten werden Wochen nach ihrem Erscheinen korrigiert, sodass sich der Eindruck aufdrängt, die Erstausgabe ist politisch motiviert und erst die korrigierte Ausgabe liefert die reale Lagebeschreibung. Noch elastischer als die Rückschau ist der Blick in die Zukunft. Genau genommen ist die Entwicklung der USA in den kommenden Jahren sogar uneinschätzbarer als die Chinas. Man muss kein Prophet sein, um zu konstatieren, dass Chinas Wirtschaft auch in Zukunft wachsen und das Land sehr viel Öl benötigen wird. Wie sich das Ölangebot in den USA im gleichen Zeitraum entwickeln wird, ist höchst unsicher. Aus dieser Unsicherheit werden wilde Börsenbewegungen gespeist. In naher Zukunft wird das Angebot auf alle Fälle steigen. Deshalb liegt es nahe, dass die Notierungen zunächst weiter nachgeben werden. Auf längere Sicht sind die USA aber ein Rätsel mit hohem Potenzial für Ölpreisexzesse.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Ihr kurzfristiger Abwärtstrend hält. Der Impuls wurde gestern nicht von den Öl- sondern den Dollarnotierungen geliefert. Mit etwas Glück wird noch heute ein neues Dreimonatstief markiert. Gegenüber dem Vorjahr sind 3.000 Liter Heizöl nun über sechs Prozent günstiger. Die Preise steuern auf die Werte aus dem vorletzten Jahr zu. An der Tendenz sollte sich alsbald nichts ändern. An einzelnen Tagen können natürlich ordentliche Gegenreaktionen ins Kontor schlagen. Alles in allem dürfen Heizölnutzer aber recht gelassen in die nahe Zukunft sehen. Langfristig ist hingegen unser Standardsatz zu beherzigen: Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Gute US-Konjunkturzahlen
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
EIA sieht Nachfrage derzeit größer als das Angebot
Spannungen in Nordafrika und Nahost

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Förderung steigt rasant
USA fallen über Fiskalklippe
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Produzenten bauen Kapazitäten aus
Genug Öl am Markt
US-Raffineriekapazität steigt in Kürze wieder

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