Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Nachfrage rutscht weiter ab

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ölpreise in den nächsten Tagen fallen, ist nun auch charttechnisch begründet. Fundamental ist sie ohnehin nahe liegend. In realen Zahlen drückt sie sich indes nicht aus. Gestern wurden die Preise durch eine freundliche Aktienbörse wieder angehoben. Die relevanten Einflüsse des Ölmarkts werden nach wie vor zweitrangig gehandelt. Der gewichtigste Einfluss ist die erneute Abwertung der Nachfrageprognosen. EIA (Statistikbüro des US-Energieministeriums), OPEC und IEA (Internationale Energie Agentur) sind sich in der Sache einig. Die IEA nennt nun ein Minus von drei Prozent für 2009 gegenüber 2008. Einen stärkeren Einbruch gab es nach dem zweiten Weltkrieg nur im Jahr 1980. Ihm folgten in den nächsten drei Jahren weitere, weniger starke Rückgänge. Die jährlichen Durchschnittspreise fielen ununterbrochen bis 1986. Der Wirtschaftseinbruch war weniger stark als heute. Das ist Geschichte. Die Gegenwart kann selbstverständlich ganz anders verlaufen. Anders, nämlich exakt entgegengesetzt zum Ölpreis entwickelt sich gegenwärtig der Dollar. Er fällt.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Haussierende Aktienmärkte
Konjunktur wird bisweilen freundlicher gesehen
US-Bestände gesunken
China importierte im April mehr Öl
Gefahr von Ölengpässen wegen mangelnder Investitionsbereitschaft

preisdrückende (bärische) Einflüsse: EIA, OPEC und IEA senken Nachfrageprognose erneut
OPEC lieferte im April mehr Öl
Globale Rezession
Überproduktion von Rohöl
Weltweite Nachfrage sinkt
Öllager randvoll
Goldman & Sachs prognostiziert 45 Dollar/Barrel

Unsere Heizölpreise geben nach. Damit liegen sie durchaus noch auf Linie mit dem Weltmarkt. Denn im Gegensatz zum Rohöl- und vor allen Dingen zum Benzinpreis steigt der Gasölpreis aktuell nur gering. Durch den nachgebenden Dollar kommt es im Binnenmarkt schließlich zu einem Preisrückgang. Möglicherweise ist das ein Vorbote für eine klarere Abwärtsbewegung. Hier ist natürlich auch der Wunsch Vater des Gedanken. Insgesamt bleibt die Preislage schwierig einschätzbar, weil Spekulationseffekte aus anderen Märkten starken Einfluss auf die Ölpreise ausüben. Lediglich die Grenzen der Bewegung scheinen uns einigermaßen fassbar zu sein. Die sehen wir in den Extremwerten der Märzpreise. Wer über die Preisentwicklung automatisch informiert sein will, sollte unseren Preisalarm verwenden.

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