Unseren neuen Kommentar für den 21.09.20 finden Sie hier.


Notenbanken stoppen Fall der Heizölpreise

Internationaler Markt

Die Ölpreise vollziehen eine wilde Berg- und Talfahrt. Sie ist Ausdruck großer Verunsicherung unter Finanzjongleuren. Ausgangspunkt dieser Stimmung war der Ausbruch der Corona-Epidemie in China. Ihr folgte eine beispiellose Einschränkung der bürgerlichen Bewegungsfreiheit und das Herunterfahren großer Teile der chinesischen Industrieproduktion. Die Schockwellen reichen tief in die globale Wertschöpfungskette hinein. Nach Datenlage verliert die Wirtschaft deutlich an Fahrt. Dem Klima hilft die Schwächeperiode mehr als jede andere Maßnahme zu seinem Schutz. Die verminderten Emissionen sind bereits in Satellitenbildern der NASA zu erkennen.

Seit 2008 wird der Umgang mit derartigen Ereignissen nicht mehr dem freien Spiel der Märkte überlassen. Die Selbstheilungskräfte des Kapitalismus, zu denen auch heilsame Zusammenbrüche gehören, existieren nicht mehr. An ihre Stelle tritt das Paradigma von der Wirtschaftslenkung mit der Notenpresse, ein undemokratisches, planwirtschaftliches Versorgungsprinzip, dessen Leistungen streng hierarchisiert nach Vermögensstand von oben nach unten verteilt werden. In diesen Tagen, da die Wirtschaft Corona hat, sehen sich Notenbanker und Währungsfonds aufgerufen, wieder vehement einzugreifen. Dabei argumentieren sie, die gestern noch lautstark dem Klima dienen wollten, mit Wirtschaftsrettung. Die Maschinerie soll konsumieren, was die Ressourcen hergeben. Dafür war und ist das Notenpresse-Prinzip zwar nicht geeignet, es kann aber Finanzjongleure beruhigen.

Genau das zeigte sich gestern, als die harmonisierte Kunde aus den berufenen Mündern in die Öffentlichkeit drang. Die zuletzt so geschundenen Aktienindizes und Ölnotierungen machten einen ordentlichen Satz nach oben. Es ist nicht überliefert, ob irgendjemand glaubt, dass ausgefallene Urlaubsreisen, Autokäufe und andere Wirtschaftshandlungen tatsächlich mit angekündigten Notenbankmaßnahmen angestoßen werden können. Fakt ist, dass solche Handlungen auch in Zukunft stattfinden werden, ohne Blick auf die Notenbanken. Bis es soweit ist, wird die Geldblase weitergewachsen sein wie ein Krebsgeschwür. Das Platzen oder Entfernen dieses Geschwürs ist leider nicht mehr möglich. Es ist systemrelevant geworden.

An den Ölbörsen schaut man zusätzlich zur OPEC-Allianz. Die will bis zum Wochenende über weitere Kürzungen entscheiden. Mittlerweile signalisiert Russland Zustimmung zu einer konzertierten Aktion, allerdings nicht zum vorgeschlagenen Volumen. Der preisliche Effekt eines wie auch immer gearteten Ergebnisses lässt sich nicht einschätzen. Finanzjongleure werden angetan oder enttäuscht sein, ganz nach Tagesstimmung.

Die Berg- und Talfahrt der Ölnotierungen wird vermutlich noch einige Zeit weitergehen. Der treibenden Phantasie der Akteure an den Finanzmärkten sind derzeit ebenso wenig Grenzen gesetzt wie der Bevölkerung hinsichtlich einer Virusinfektion. Nüchtern betrachtet gibt es zwar wenig Grund zur Panik. Vor medial stimulierten Masseneffekten ist aber niemand gefeit, schon gar nicht als Börsenjunkie.

Nachdem die Ölnotierungen gestern kräftig zulegten, kommen sie heute Morgen ein wenig von ihren Höhen zurück. Unter den Börsenweisheiten ist vielleicht diese die passende zur Lage: Politische Börsen haben kurze Beine.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 47,77 Dollar und das Barrel Brent zu 52,81 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 467,00 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,8985 Euro . Damit kostet der Euro 1,1127 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Seit dem Wochenende steigen die Heizölpreise, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Die abwärts gerichteten Trendkanäle in den verschiedenen Zeitbereichen sind durch die Bewegung noch nicht gefährdet. Als indikative Begrenzung für mögliche Preisschwingungen sind sie weiterhin geeignet.

Der Binnenmarkt für Heizöl steht unter dem Einfluss sehr günstiger Preise. Kunden befinden sich im Kaufrausch. Die Hoffnung auf noch günstigeres Heizöl haben sie weitgehend aufgegeben. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf höchstem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem kaum vorhandenen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Heizölpreistrends sind Mutmacher für die Spekulation auf fallende Preise. In allen Zeitbereichen werden Abwärtsaussichten dargestellt.

Das Tiefpreis-System gibt für viele Regionen Deutschlands Kaufsignale.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl benötigen. Die Preise sind sehr gut. Wer indes gerne spekuliert, erlebt gerade eine vielversprechende Zeit dafür. Seien Sie sich aber bewusst, dass Sie eine plötzliche Preissteigerung treffen kann.

Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom
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