Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Preise bleiben hoch

Der Aufwärtstrend der Ölpreise gilt als intakt. Daran ändert die relativ ruhige Preisbewegung der letzten Tage nichts. Sie wird als feiertagsbedingt angesehen. Gestern blieben viele Börsen geschlossen. In der vergangenen Woche wurden abermals neue Preisrekorde erreicht. Schrittmacher der Bewegung waren einmal mehr die so genannten Mitteldestillate, also Gasöl, Heizöl und Diesel. Sie sind ein Motor des chinesischen Wirtschaftswunders und der weltweiten außeramerikanischen Mobilität. In China wird mit Diesel in Ermangelung ausreichender Kraftwerke Strom erzeugt. Die weltweite Raffineriekapazität zur Erzeugung von Mitteldestillaten ist knapp und ungünstig verteilt. Der Zubau von Kapazitäten hält mit der Nachfrageentwicklung kaum Schritt. Wie rasant die Nachfrage nach Diesel und Co. steigt, zeigt der Vergleich mit Benzin. Zwischen 2000 und 2007 wuchs die weltweite Nachfrage nach Mitteldestillaten 2,6 Mal stärker als nach Benzin. Im gleichen Zeitraum wurden 1,7 Mal mehr Raffineriekapazitäten zur Erzeugung von Benzin als zur Erzeugung von Mitteldestillaten geschaffen. Die USA haben einen Überschuss an Mitteldestillaten, der hauptsächlich nach Europa verschifft wird. Europa hat einen Überschuss an Benzin, der in die USA verschifft wird. Während die Benzinnachfrage in den USA sinkt, steigt die Dieselnachfrage in Europa und dem Rest der Welt.

Rohöl zur Erzeugung von Produkten zu bekommen, ist aktuell kein Problem. Das richtige Rohöl zu bekommen, ist allerdings schwierig. Denn die meisten Raffinerien benötigen leichtes Rohöl. Sie können kein schweres, stark schwefelhaltiges Öl verarbeiten. Dieser Umstand spielt bei der Preisbildung eine wichtige Rolle. Er manifestiert sich in einem Abschlag von 20 Dollar oder 15 Prozent auf bestimmte schwere Rohöle. Man kann es auch anders ausdrücken. Ein Teil der Ölpreisrallye hat ihre Ursache in der unausgewogenen Raffineriesituation. Diese wird sich mit der Zeit ändern. Solange die Weltwirtschaft so stark wächst wie in den letzten Jahren, wird aber ein latenter Engpass bei bestimmten Produkten erhalten bleiben. Dass Veränderung möglich ist, zeigt die Situation bei Benzin. Sie wird sich tendenziell entspannen. In den vergangenen Jahren war Benzin während dieser Jahreszeit der Preistreiber. In diesem Jahr ist die Teuerung deutlich geringer als bei Diesel und Heizöl. Vom Tiefpunkt legte Benzin 33 Prozent, Gasöl dagegen über 40 Prozent zu.

Ein wesentlicher Antrieb für die Preisentwicklung ist die Peak-Oil-Debatte. Sie wird sehr kontrovers diskutiert. Die Kontroverse lässt sich rechnerisch nachbilden. Peak-Oil-Berechnungen basieren auf Annahmen zu den vorhandenen Ressourcen, dazu gehören auch neue Funde, auf der Effizienz der Förderung, auf dem Verbrauch und auf dem Grad der Erschöpfung der Ressourcen im Moment des Oil Peaks. Die Modellbildung ist eine Sache der Natur- und der Sozialwissenschaften. Eindeutigkeiten wie bei Adam Rieses eins plus eins gibt es hier nicht. Es gibt nur plausible und unplausible Tendenzen. Angesichts der Schwierigkeit, ein valides Rechenmodell und eine solide Zahlenbasis für dieses Modell zu erzeugen, entwickelt sich das Thema zu einem Glaubensstreit. Man kann beispielsweise glauben, dass Saudi Arabien sein Peak Oil hinter sich hat, weil die Förderung im letzten Monat sank. Es könnte aber auch eine nachfragebedingte Ursache haben. Gleiches gilt für Russland. Hier kommen steuer- und zollpolitische Einflüsse hinzu.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, sich auf Peak Oil einzustellen und den Verbrauch zu senken. Hierzu sind alle Mitgliedsstaaten der EU durch die Richtlinie zur Endenergieeffizienz und Energiedienstleistung aufgerufen. Diese Richtlinie liegt seit 2006 vor. Sie soll in diesem Jahr in nationale Gesetze umgesetzt werden. Die Bundesregierung tut sich sehr schwer damit, für den Bereich Heizöl, der nach Erdgas eine der wichtigen Verbrauchssäulen Deutschlands ist, etwas Brauchbares zu entwickeln. Es sieht so aus, als werde hier die nächste große Baustelle nach Biosprit und CO2-Steuer in Betrieb genommen.

Ein lähmender Zielkonflikt ist der zwischen einem liberalen Markt und dem Beratungsanspruch, der zukünftig an Heizölverkäufer gestellt wird. Letztere sollen den Kunden zusätzlich zu der Preisinformation über den tatsächlichen Energieverbrauch informieren. Darüber hinaus soll die Entwicklung des Energieverbrauchs zum Vorjahr in einer mit einem normierten Verbraucher vergleichbaren Form dargestellt werden. Schließlich sollen Auskünfte über Energieberater hinzukommen. Frei wählbare, wechselnde Heizölhändler werden die Information kaum haben, die sie für den vorgesehenen Job benötigen. Genau diese Informationen werden aber bereits heute im Internettool www.esytrol.com geführt. Die Seite steht jedem Heizölverbraucher kostenlos zur Verfügung. Es wäre ein Leichtes, ein solches Instrument für den gesamten Heizölmarkt in wettbewerbsgerechter Form aufzubereiten. Die reale Entwicklung läuft der Politik mal wieder voraus.

Heute Morgen gibt es wieder reale Preise. London und New York sind aus dem Feiertag zurück. Die Preise zeigen aufwärts gerichtete Zuckungen. Die Tonne Gasöl kostet 1.283 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet 133,60 Dollar.

Unsere Heizölpreise neigen dazu aufzusteigen. Eine erlösende Gegenreaktion auf den gewaltigen Preisanstieg in diesem Jahr ist immer noch nicht in Sicht. Wer angesichts der Preiskurve nicht in Depression fallen will, sollte sich mit seinem Verbrauch beschäftigen. Das machen mittlerweile 84 Prozent der deutschen Haushalte. Die Zahl stammt von einer Erhebung des Marktforschungsinstituts mindline energy. Ältere Personen kümmern sich laut der Studie mehr um Sparen als jüngere Personen. Passend zum Thema und zur zukünftigen Energiedienstleistungsrichtlinie gibt es unser kostenloses Angebot esytrol.

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