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Krisenstimmung: Heizölpreise springen auf Dreijahreshoch 

23.09.2021, 09:38 Uhr von

2021-09-23T07:38:21.000Z
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Internationaler Markt

Der gestrige Handelstag demonstrierte, wie unbeirrt die Ölpreise im Moment nach oben drängen. Brent-Rohöl sprang zuletzt über 76 Dollar je Barrel und liegt jetzt nur noch knapp unter seinem Jahreshoch. Weder die schwelende Evergrande-Krise in China noch ein starker Dollar konnten den Trend stoppen.

Dabei waren die neuen Marktdaten alles andere als preitreibend: Der Wochenbericht des amerikanischen Energieministeriums (DOE) zeigte gestern einen weitaus schwächeren Lagerabbau, als die Händler nach den Vorabschätzungen des Branchenverbandes API erwartet hatten. Die Rohölbestände fielen in der Berichtswoche nur um 3,5 Mio. Barrel, während das API 6,1 Mio. Barrel vorab gemeldet hatte. Bei den Benzinbeständen war die Differenz noch größer: Das API erwartete einen kleinen Abbau, aber tatsächlich stiegen die Benzinvorräte in den USA um stattliche 3,5 Mio. Barrel. Bei Heizöl/Diesel gab es jedoch den erwarteten Abbau um 2,6 Mio. Barrel.

Die Zahlen hätten Druck auf die Preise ausüben sollen, aber nach ein paar Schrecksekunden kauften die Händler und Spekulanten zu. Die relativ starken US-Nachfragedaten könnten dazu beigetragen haben. Mit 21,0 Mio. Barrel pro Tag fielen sie erneut robust aus und liegen 3,2 Mio. Barrel über dem Vorjahr. 

Hier die Zahlen des DOE (Energieministerium) und des API (US-Branchenverband) im Überblick:

Rohöl: -6,1 Mio. Barrel (API) bzw. -3,5 Mio. Barrel (DOE)

Heizöl und Diesel: -2,7 Mio. Barrel (API) bzw. -2,6 Mio. Barrel (DOE)

Benzin: -0,4 Mio. Barrel (API) bzw. +3,5 Mio. Barrel (DOE)

Ölproduktion: 10,6 Mio. Barrel pro Tag (0,1 Mio. unter Vorjahreswert)

Nachfrage (4-Wochen-Durchschnitt): 21,0 Mio. Barrel pro Tag (3,2 Mio. über Vorjahreswert)

Die Investmentbank Goldman Sachs heizte die Stimmung zusätzlich an. Die globale Krise der Erdgaspreise, die mit voller Wucht auch bei den deutschen Gasverbrauchern angekommen ist, werde den Verbrauch des vergleichsweise billigen Öls beschleunigen. Bei einem kalten Winter könnte der Verbrauch weltweit 1 Mio. Barrel pro Tag höher liegen als bislang erwartet. Das würde die Ölpreise Richtung 90 Dollar je Barrel ziehen.

Insgesamt ist die Ölversorgung zum Winterstart in der Tat alles andere als rosig. Die Atomverhandlungen mit dem Iran sind festgefahren. Die Sanktionen bleiben daher in Kraft und bremsen die Ölexporte. Gleichzeitig bringt die OPEC deutlich weniger Öl auf den Markt als erwartet. Die Förderdisziplin ist höher als erwartet. Hinzu kommen die ungeplanten Förderausfälle durch den Hurrikan Ida in den USA in den letzten Wochen.

Für den Moment sind Corona-Pandemie, Evergrande-Krise und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA vergessen. Der Markt blickt auf den nahenden Winter. Die Krisenstimmung im Gasmarkt hat nun auch den Ölmarkt infiziert. 

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht derzeit bei 72,39 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die Nordseesorte Brent kostet 76,38 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasöl notiert bei 641,75 Dollar je Tonne Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8533 Euro wert Preise steigen. Damit steht der Euro bei 1,1716 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Nach einem zögerlichen Wochenstart springen die Heizölpreise seit gestern steil nach oben. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell ein neues Jahreshoch mit einem landesweiten Durchschnittspreis von 74,61 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). So teuer war es zuletzt vor drei Jahren.

Allmählich macht sich im Markt Panik breit. Die Zahl der Bestellungen stieg erneut auf ein Rekordniveau. Der steile Preisanstieg und die Krisenmeldungen aus dem Gasmarkt versetzen die Verbraucher immer stärker in Unruhe. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Kaufbereitschaft nach Preisanfragen misst, sprang erstmals seit Monaten auf die höchste Stufe. 

Der gestern kurz aufflackernde Preisoptimismus ist schon wieder verschwunden. Nur knapp die Hälfte der Stimmen in der tagesaktuellen Lesereinschätzung kann sich einen Preisrückgang in den kommenden Tagen vorstellen. Das ist ein vergleichsweise sehr niedriger Anteil. Kein Wunder, denn die Preischarts malen ein extrem düsteres Bild: Der kurzfristige und der mittelfristige Preiskorridor wurde nach oben durchbrochen. 

Was tun? Nach wie vor gilt, dass eine Spekulation auf fallende Heizölpreise sehr riskant ist. Wer für den nahen Winter ordern muss, sollte nicht zu lange warten.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Klarstellung: Es gibt immer wieder Missverständnisse über die Zukunft der Ölheizung. Daher der Hinweis, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten wurde, auch nicht ab 2026. Ab diesem Stichjahr müssen neue Ölheizungen mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

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Heizölpreise-Chart vom 23 September 2021

Heizölpreise-Chart vom 2021-09-23
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 23 September 2021, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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