Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Ölreserven so hoch wie nie zuvor

Peak Oil, ja wann denn? Reserven, Produktion und Verbrauch wachsen doch. Bisher piekt nur der Preis. Das Fördermaximum (Peak Oil) ist nicht in Sicht. Außerdem wachsen der Kohleverbrauch, der Gasverbrauch, der CO2-Anteil in der Atmosphäre und die globale Durchschnittstemperatur. Alles wächst. Kohle wird Öl in wenigen Jahren als wichtigsten Energieträger ablösen, weil der Stromverbrauch selbstverständlich auch wächst und Strom hauptsächlich aus Kohle gemacht wird. Die regenerative Energieerzeugung wächst natürlich auch. Nur Atomenergie, die wächst nicht, weder in Deutschland noch global. Sie wächst nur in wenigen Ländern.

Es scheint so, als sei die Debatte um Peak Oil für die Finanz- und die Ölindustrie gemacht. Diese beiden Gruppen profitieren über die Ölpreise als einzige davon. Für beide ist die Sache allerdings delikat. Die Debatte löst Zweifel an der Versorgungssicherheit aus. Damit sorgt sie für schlechte Konjunkturstimmung und eine langsame Abkehr vom Öl. Das ist geschäftsschädigend. Um dem zu begegnen, unterstreichen zumindest Ölproduzenten immer wieder die langfristige Verfügbarkeit ihres Produkts. Das geschieht in Berichten über einen neuen Ölboom in den USA, der das Land ölautark stellen soll. Es geschieht in Aussagen einzelner ölproduzierender Länder, die sich zukünftig als größtes Ölland sehen, wie der Irak oder aktuell Venezuela. Es geschieht in Versprechungen Saudi Arabiens, jedwede Ölwünsche bedienen zu können. Und es geschieht in den jährlich veröffentlichten Zahlen zu den Ölreserven. Das sind die Ölmengen der Erde, die sicher und zu einem kalkulierbaren Preis förderbar sind. Dahinter befinden sich die Ressourcen. Dabei handelt es sich um die Gesamtmenge allen Öls, das irgendwo unter der Erd- oder Wasseroberfläche versteckt ist. Diese Menge ist definitiv endlich, so wie jeder Stoff der Erde endlich ist. Zu dieser Menge gibt es wissenschaftlich ermittelte Zahlen.

Die Reserven sind heute trotz ständig steigenden Verbrauchs um ein Drittel höher als vor zehn Jahren. Knapp die Hälfte des Ölangebots wird von nur fünf Ländern bereitgestellt, Russland, Saudi Arabien, USA, China und Kanada. Eigentlich gehört der Iran auch in diese Gruppe. Aber aufgrund des europäisch-US-amerikanischen Ölboykotts kann das Land nicht so liefern wie es will. Im letzten Jahr wuchs die globale Förderung laut „Oil & Gas Journal“ um knapp drei Prozent. Die Reserven wuchsen um knapp acht Prozent. Die globalen Gasreserven blieben im letzten Jahr übrigens weitgehend konstant.

Das klingt recht entspannt für Öl. Mit Blick auf die Preisentwicklung der letzten Jahre klingt es geradezu absurd. Das Problem des Themenkomplexes ist, dass in ihm mit Wahrheiten, Halbwahrheiten und Lügen operiert wird. Die Transparenz ist beim Öl (und Gas) genauso mangelhaft wie im Geld- und Finanzkomplex. Sie, die Nichttransparenz, ist die Grundlage für ganz große Geschäfte. Insbesondere die Reserveangaben der einzelnen Ölländer sind voll von Halbwahrheiten und Lügen. Aussagen sind immer politisch gefärbt. Sie dienen der Quoten- und Geschäftssicherung. Anders steht es um die Zahlen zu Angebot und Nachfrage. Diese liegen nahe an der Realität. Sie sind ja auch leidlich überprüfbar.

Da Preise, die an Börsen gebildet werden, grundsätzlich mehr Zukunft als Gegenwart behandeln, folgen sie eher der Dichtung als der Realität. Die Dichtung pendelt zwischen den Reserveangaben und der Peak Oil Debatte. Als Verbraucher haben Sie leider schlechte Karten, die Wahrheit zu erfassen. Deshalb macht es Sinn, sich weniger auf die Aussagen der Ölwelt zu verlassen als auf die Ergebnisse des eigenen Handelns. Deshalb lesen hier immer wieder, der Verbrauch muss runter. Machen sie sich unabhängiger von den Halbwahrheiten und Lügen der ganz großen Geschäftemacher. Gleiches gilt selbstverständlich auch für den Gas- und Stromkomplex.

Aktuell müssen wir wieder steigende Ölnotierungen zur Kenntnis nehmen. Partiell lassen sie sich mit regionalen Schwierigkeiten begründen. Global gibt es keine plausible Erklärung dafür. Öl ist reichlich vorhanden. Sein Preis sollte nachgeben. Das geschieht aber nicht. Heute Morgen kostet die Tonne Gasöl 961,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,89 Dollar und in London zu 111,65 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,90 Eurocent.

Unsere Heizölpreise stiegen gestern wieder an. Die Ölbörsen zwangen sie dazu. Eigentlich, das heißt aufgrund fundamentaler Zusammenhänge, sollte die Preisbildung anders laufen. Die Macht der Finanzindustrie verhindert dies. Gleichwohl denke ich, dass ein Preisrückgang in den nächsten Wochen ansteht, weil sich die Überversorgung des Markts weiter aufbauen wird. Wer jetzt gezwungen ist Heizöl zu kaufen, muss sich damit trösten, dass es ein paar Cent billiger ist als vor einem Jahr. Das können Gaskunden über ihr Produkt nicht sagen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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