Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Über den Berg

Die US-Vorräte entwickelten sich gut. Die Temperaturen sind moderat. Das sind beste Vorraussetzungen für günstigere Ölpreise. Die peilten die Londoner Händler zum Abschluss der letzten Woche auch an. Heute Morgen wird der Preisrückgang im elektronischen Handel der New Yorker Börse bestätigt. Der Dollar befindet sich auf einem neuen Rekordtief. Nur die deutschen Inlandspreise stehen noch unter dem Einfluss eines knappen Angebots. Das sollte sich mit dem Jahreswechsel ändern.

Vor dem Hintergrund geringer Heizölvorräte in den USA ist der Preis ein Spielball des Wetters. Die Wetterprognosen machen den Heizölpreis und der beeinflusst den Rohölpreis. Dass Heizöl in der kalten Jahreszeit die Preisbildung dominiert, liegt am Gesetz des schwächsten Glieds in der Versorgungskette. Während das Rohölangebot derzeit gut ist und trotz Terror und Nachfragewachstum nicht als gefährdet angesehen wird, ist die Heizölversorgung auf "Kante genäht". Die Kälte bestimmt die Heizölnachfrage. Und die könnte bei arktischen Temperaturen aus dem Ruder laufen. Nach wie vor stellen die mangelhaften Raffineriekapazitäten den Engpass im Versorgungsstrang dar.

Mit dem Bestandsaufbau der letzten Woche dürfte sich die Wetterabhängigkeit ein wenig entspannen. Die Extremzustände in der Bevorratung sind vorüber. Aktuell ist der US-Gesamtvorrat über Rohöl und Produkte höher als vor einem Jahr und auch höher als vor vier Jahren, dem bisher am schlechtesten bevorrateten Dezember. Selbst Heizöl, dass sich in den letzten Wochen am Rand absoluter Tiefststände befand, hat sich gegenüber der Situation im Jahr 2000 verbessert.

Nun sollte es also an der Zeit sein, die Preise weiter zu korrigieren. US-Rohöl wurde vor vier Jahren unter 40$ gehandelt. Preise bis zu 37$ pro Barrel wurden damals als extrem teuer empfunden. US-Heizöl ist heute noch 20% teurer als vor vier Jahren. Bei dem Vergleich mit der Vergangenheit muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Dollar einen Wertverfall von über 30% erlitt. Dieser Umstand wird sich teilweise im Ölpreis widerspiegeln. Zwar wird Öl in Dollar gehandelt. Dennoch stellt sein Preis einen internationalen Konsenswert dar.

Charttechnisch sind die Signale recht klar auf Fortgang des Ende Oktober eingeleiteten Abwärtstrends gestellt. In zwei Wellen ging es bisher bergab. Nun steht die dritte und eventuell letzte Welle an. Sie sollte zu Rohölpreisen unter 40$ pro Barrel führen.

Experten gehen davon aus, dass sich die Talfahrt des Dollars fortsetzt. Neben dem doppelten Defizit der USA drücken weniger positive Konjunkturaussichten auf die Währung.

Der Gasölpreis heute Morgen ist eine Bestätigung des Preisrückgangs vom letzten Freitag. Die Tonne kostet 387$.

Unsere Heizölpreise fallen. Zwar leiden sie immer noch unter einem knappen Inlandsangebot, das sie bis zu 8% über das Weltmarktniveau gehievt hat. Aber der weltweite Preisrückgang setzt sich dennoch durch. Im Januar wird dem Heizölpreis ein Maudaufschlag verpasst. Der dürfte für den Verbraucher allerdings weitgehend unbemerkt bleiben, da das Abschlagspotential aus der Überhöhung zum Weltmarktpreis größer ist. Es sollte sich im Januar auflösen.

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