Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Alles wird gut oder nicht?

Hoffen und Bangen, Versuch und Irrtum, Durchhalten und Aufgeben, diese Verhaltensweisen charakterisieren die Marktlage. Die Charakterisierung beschreibt die Stimmung. Die Zahlen in Form von Wertpapierkursen sind eher nebensächlich, zumal sie bis auf wenige Ausnahmen keine relevanten Gewinn- oder Verlustentwicklungen erwarten lassen. Eine relevante Ausnahme ist der Dollarkurs. Er befindet sich in einem unglaublich festen Aufwärtstrend. Die Ölpreise durchliefen im Mai zwar einen Abwärtstrend. Längerfristig erweist sich die Preisentwicklung aber als annähernd konstant mit heftigen bis heftigsten Ausschlägen nach oben und nach unten. Aktuell befindet sich der Ölpreis auf gleichem Niveau wie vor einem Jahr, wie vor drei Jahren und wie vor vier Jahren. Damit spiegelt er ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage wider. Das gilt wohlgemerkt in der langfristigen Betrachtung. Kurz und mittelfristig liegt eine Überversorgung des Marktes vor. Dass diese nicht in tieferen Ölnotierungen zum Ausdruck kommt, wird am Wissen um die Endlichkeit des Rohstoffs liegen. Dieses Wissen sorgt für einen Zustrom freier Finanzmittel an die Ölbörsen. Es wirkt wie eine Fallbremse.

Die genannten Begriffpaare charakterisieren aber nicht nur eine Börsenstimmung. Sie charakterisieren eine Gesellschaftsstimmung, die in vielen Lebensbereichen zum Ausdruck kommt, ganz besonders in der Politik. Es ist die Stimmung sehr reifer Industrienationen, denen es an Perspektive fehlt. Ihnen fehlt das, was für aufstrebende Gesellschaften typisch ist, der unerschütterliche Fortschrittsglaube. Fortschritt im herrschenden Gesellschaftsmodell ist in den westlichen Nationen nur noch als Lebenslüge darstellbar. Der positiv verstandene Begriff Fortschritt wurde längst durch den nüchternen Begriff Veränderung ersetzt. Gefühlt ist Veränderung der Kampf gegen den sozialen Rückschritt. Aktuelle politische Anstrengungen hierzulande sind der Beleg. Dass reife Industrienationen mit klassischen marktorientierten Wirtschaftsmodellen in die Situationen kommen, in denen sie sich nun befinden, ist alles andere als ein unvorhersehbares Ereignis. Viele Ökonomen beschrieben das lange vor der Zeit. Prominente Hinweise findet man zum Beispiel bei John Maynard Keynes. So präzise die Lage auch vorhergesagt wurde, so wenig hilfreich sind die Mittel der Wissenden zu ihrer Bekämpfung aus heutiger Sicht. Alles was vom linken Marx bis zu einer Vielzahl rechter Marktökonomen erdacht wurde, ist aus heutiger Sicht ungenügend. Allen Rezepten fehlen einzelne, jeweils andere, relevante Perspektiven des realen Seins. Eigentlich müssten sich Wissenschaftler auf einzigartige Weise herausgefordert fühlen, weil das Feld ihrer Betätigung so offen und so gefragt ist. Gefragt ist es allerdings nicht in der Politik und nicht in der breiten Gesellschaft. Dort hält man eher an den alten Modellen fest und gibt sich dem oben genannten Wechselbad der Gefühle hin. Gefragt ist es hingegen als echter Auftrag im Sinne der Menschheit. Zur Ehrenrettung der wissenschaftlichen Gesellschaft muss abschließend festgestellt werden, dass es durchaus möglich ist, dass sich einzelne Mitglieder längst mit den richtigen Fragen beschäftigen. Da es dort, wie überall anders auch, einen Mainstream der Kommunikation und Publikation gibt, erfahren wir möglicherweise nicht von ihnen, weil sie kaum jemand zur Kenntnis nimmt.

Erfahren konnten wir gestern, dass die Hoffnung der Finanzjongleure auf anziehenden Benzinverbrauch in den USA nicht erfüllt wurde. Die neuen US-Bestandsdaten zeigen jedenfalls nichts dergleichen an. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben folgende Zahlen zu Protokoll:

Rohöl: -1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich weder ein Abbau noch ein Aufbau. Die US-Importe sind etwas höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die US-Raffinerieauslastung stieg auf 89 Prozent.

Die Vorräte befinden sich nach wie vor auf historischen Höchstständen. Daraus lässt sich kein Konjunkturaufschwung ableiten. Ein Hinweis auf Aufschwung wurde hingegen von China geliefert. Die Exporte stiegen im Mai um unglaubliche 50 Prozent. Und auch Deutschland ist als Exportland wieder auf der Gewinnerstraße. Dass dieser Umstand für wenig Euphorie an den Börsen sorgt, ist angesichts vielfältiger Probleme und Ungereimtheiten zur Wirtschaftsentwicklung verständlich. Im Land selbst wird schließlich auch kein nennenswerter Jubel laut. Zu offensichtlich ist, dass die Zukunft nicht allein auf Export bauen kann. Eine Voraussetzung für eine gesunde Volkswirtschaft ist eine ausgeglichene Handelsbilanz. Alles andere hinterlässt irgendwo auf der Welt Löcher, die über kurz oder lang als Bumerang zurückkommen.

Heute Morgen halten die Ölnotierungen ihr gestern erreichtes, höheres Niveau. Der bisher gültige Abwärtstrend sollte langsam als beendet angesehen werden. Es wird ein neuer Trend gesucht. Der könnte seitwärts laufen. Nicht gesucht wird der Trend beim Dollar. Er steht wie eine Eins. Aufwärts heißt er. Die Tonne Gasöl kostet 634,50 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 74,49 Dollar. Der US-Dollar wird zu 83,09 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise legen leicht zu. Sie folgen den Vorgaben des Weltmarkts. Gestern waren das höhere Ölpreise und ein leicht gefallener Dollar. Da es nach einem Ende des Abwärtstrends bei den Ölpreisen aussieht, sollte man sich auf steigende Heizölpreise einstellen. Der Anstieg wird dabei vermutlich mehr vom Dollar als vom Ölpreis selbst induziert. Um fallende Heizölpreise zu erleben, bedarf es einer neuerlichen Stimmung des Entsetzens an den Börsen. Dafür gibt es momentan keinen Hinweis. Solche Stimmungslagen kamen zuletzt überraschend. Insofern ist Hoffen nicht hoffnungslos. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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