Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Auf der Suche nach bullischen Argumenten

So bedingungslos sicher, wie die Börse das Rettungspaket für Griechenland am Mittwoch aufnahm, ist es nicht. Der bullische Effekt wirkte gestern deutlich reduziert. Forciert wurde dieser Effekt hingegen durch ein paar originäre Ölmarktaspekte. Zum einen ist da eine neue Prognose der EIA (US-Energieministerium). Sie nennt einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 2,1 Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr. Zum anderen wird der Osten der USA von einem außergewöhnlich schweren Blizzard heimgesucht. Daran sind Hoffnungen auf einen höheren Ölverbrauch geknüpft. Der Blizzard ist zudem ursächlich für die zweitägige Verschiebung der Bekanntgabe der US-Bestandsdaten. Haltbar Bullisches lässt sich aus den genannten Aspekten allerdings nicht ableiten. Die EIA-Prognose kam bereits vor einem Monat gleichlautend heraus. Aktuell muss es also heißen, zur Nachfrage gibt es nichts Neues. Der Blizzard wird möglicherweise den Heizölverbrauch etwas steigern. Dafür wird er wegen des lahmgelegten öffentlichen Lebens den Kraftstoffverbrauch senken. Das, worauf die Finanzszene sehnsüchtig wartet, belastbar steigende Verbrauchszahlen, wird sie nicht bekommen. Erste Aussagen der API (American Petroleum Institute) zur US-Bestandsentwicklung deuten abermals auf einen dramatischen Anstieg der Vorräte hin. Die Finanzwirtschaft wird sich in ihrer Sucht nach höheren Kursen also weiterhin an die Politik und ihre vermeintlichen Rettungsaktionen halten müssen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Finanzhilfen für notleidendes Griechenland in Aussicht gestellt
Kältewelle in den USA
Spekulanten wollen höheren Ölpreis
IEA und OPEC sehen Nachfragebelebung in 2010
China steigert Ölnachfrage deutlich
Atomstreit mit dem Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Schlechte Wirtschaftsdaten aus den USA
Sorge um Stabilität des Finanzsystems
OPEC liefert zuviel Öl
Heizölschwemme
Schwache Nachfrage weltweit
Obama will Banken regulieren
China vor Zinsanhebung zur Dämpfung der Konjunktur
Saudi Arabien will keinen höheren Ölpreis

Unsere Heizölpreise zogen gestern deutlich an. Die durch politische Einflussnahme beeinflussten Börsenvorgaben zwangen sie dazu. Der Dollar trug kaum Gegenteiliges bei. Hierzulande wird nun wieder ordentlich Heizöl gekauft. Die lang anhaltenden kalten Temperaturen lassen die Vorräte schneller als in den letzten Jahren üblich sinken. Deshalb stellt sich die Frage nach einer Spekulation auf tiefere Heizölpreise in vielen Fällen nicht. Geringe Füllstände in den Tanks zwingen zum Handeln. Wer dennoch die Möglichkeit hat, auf tiefere Preise zu warten, sollte mehr auf die Politik als auf den Ölmarkt schauen. Mit der Bereitschaft, abermals Geld in das Finanzsystem zu pumpen, um heute Griechenland, morgen Portugal und Spanien und übermorgen Italien zu retten, steigt das bullische Potenzial für die Ölpreise. Bei den genannten Ländern handelt es sich nur um EU-Staaten. Weltweit gibt es viel mehr Kandidaten, die eine Finanzierung brauchen. Allen voran steht Kalifornien. Nach unserer Einschätzung sinkt derzeit die Aussicht auf fallende Heizölpreise. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir das kostenlose www.esytrol.com.

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